Verfasst von: Mirjam | Mai 17, 2008

gemässigte Christen

Die gemässigten Christenmenschen verstehen mich nicht mehr. In der Vergangenheit betrachteten sie meine christliche Haltung als übertrieben, und nun, da ich dem Christentum gänzlich den Rücken gekehrt habe, versuchen sie mir einzureden, dass der Glaube der Seele gut täte und dass ich mich doch nicht einfach vom Glauben abwenden dürfe. Ich könnte doch immer noch eine gemässigte Christin bleiben…

 

In meinen Augen gibt es jedoch kein glaubhaftes gemässigtes Christentum. Menschen, die ein gemässigtes Christentum leben, haben sich ihren Glauben aus einem bunt zusammen gewürfelten Sammelsurium aus Bibelzitaten, Kirchenliedern, Traditionen, eigenen Werten und Weltanschauungen, aus Lebenserfahrung und gesundem Menschenverstand zusammengestiefelt und können damit glücklich leben, solange sie ihr Weg nicht an die Abgründe des Glaubens führt.

 

Wenn man aber glaubt, dass Jesus Gott ist und dass die Bibel vom Heiligen Geist inspiriert ist, dann bleibt nur noch sehr wenig Spielraum für eigenes Denken, für aus der eigenen Lebenserfahrung gewonnene Erkenntnis und selbstständiges Handeln… Wenn man glaubt, dass Jesus Gott ist, dann muss man im Grunde genommen alles annehmen, was Jesus gemäss der Bibel gesagt hat, denn Jesus ist dann ja Gott, und was er als Wahrheit verkündet, ist demnach die Wahrheit Gottes, eine allgemeingültige, für alle Menschen über alle Kulturen und Völker hinweg geltende Wahrheit.

 

Viele der Aussagen Jesu sind aber sehr extremistisch, und den gemässigten Christen, deren Bibelfestigkeit oft zu Bedenken Anlass gibt, würde davor grauen, sie in die Tat umzusetzen. Die meisten Menschen wehren sich nämlich tief im Inneren, wenn sie extremistische Haltungen vertreten sollen. Auch mir geht es so. Wer möchte schon einen andersgläubigen Menschen mit einem Müllstein am Hals im Meer ertränken? Als Christin traute ich mich aber nicht, die extremen Aussagen der Bergpredigt und der Gleichnisse zu kritisieren, denn damit hätte ich ja Gott höchstpersönlich kritisiert. Erst als mich mein eigener Lebensweg durch meine Scheidung in eine Lage führte, in der mein eigenes Erdenleben nicht mehr mit Jesu Worten zu vereinbaren war, in der mir Jesu Worte keinen Ausweg mehr liessen und mich in die absolute Verzweiflung trieben, begann ich, seine Worte etwas kritischer zu betrachten.

 

Die Christen werden mir nun vorwerfen, dass ich versuche, mir meine eigene Religion zu basteln, weil ich Gottes Gesetze nicht einhalten will. Ich verstehe ihre Argumente, und es ist wahr, ich kann Jesu Gebote zum Thema Scheidung nicht befolgen, wenn ich weiterhin einen Sinn im Leben sehen will. Jesus sagte, dass jeder Geschiedene, der wieder heiratet, zum Ehebrecher wird, und ich glaubte das lange Jahre und litt erbärmlich unter diesem Glauben: Ich verlor jegliche Lebensfreude und alle Hoffnung, jemals wieder Liebe suchen zu dürfen und mich eines Tages sorglos und ohne Angst, mit einem reinen, unbefangenen Gewissen, in die Arme eines liebenden Mannes fallen zu lassen. Liebe – nicht Agape, Nächstenliebe – richtige Liebe zwischen Mann und Frau ist es, wonach ich mich in meinem Leben sehne, Kinder, die aus dieser Liebe hervorgehen, unbeschwerte Freude darüber. Das ist für mich der Sinn des Lebens. Durch den Glauben, dass ich diese Liebe nicht mehr suchen dürfte, wurde mein Leben völlig sinnentleert.

 

Die Christen versuchen mich zu trösten, indem sie mir anstelle der menschlichen Liebe eine vertiefte Beziehung zu Gott, eine unendlich erfüllende Nähe zum Herrn versprechen. Ich will aber keine vertiefte Beziehung zu Gott, ich sehne mich nach der Nähe von Menschen. Ist es nicht Weltflucht, sich eine enge Beziehung mit Jesus einzureden? Der Mensch braucht doch ein richtiges Gegenüber. Es ist nicht befriedigend, immer nur zu beten und dabei  Zeichen und Gebetserhörungen zu entschlüsseln. Wir Menschen sind nicht dazu geschaffen, mit Gott eine Beziehung zu haben. Wir können nicht unser ganzes Leben auf Gott und seine vermeintlichen Gebote ausrichten, wenn wir nicht einmal wissen, ob es ihn wirklich gibt. Wir Menschen sind doch vielmehr für diese Erde, deren Gesetze wir kennen und verstehen, und füreinander geschaffen.

 

Jesus sagt gemäss Bibel, dass er nicht gekommen sei, um Friede unter den Menschen zu schaffen, sondern Entzweiung (Lukas 12:51). Warum nur? Das Christentum grenzt die Menschen voneinander ab mit seinen extremen Forderungen, Gott mehr zu lieben als die Menschen und das Leben. Die biblische Abgrenzungstheologie, die Schwarz-Weiss-Einstufung von Menschen in Gut und Böse, in Weizen und Spreu, in Kinder des Lichts und Kinder der Finsternis, erscheint mir als eine weitere extremistische neutestamentliche Haltung, die ich ernsthaft in Frage stellen muss, auch wenn sie auf Jesus zurückgeht.

 

Ich kenne viele Menschen: Menschen, die an Gott glauben, und Menschen ohne religiöse Überzeugungen, glückliche und verzweifelte Menschen, Menschen, die nach der Bibel leben und andere, die sich vor dem Koran beugen, gutmütige und eifersüchtige, ehrliche und unehrliche Menschen. Und wenn ich die Geschichte eines Menschen kenne, kann ich meistens nachvollziehen, warum jemand zu dem Menschen geworden ist, der er ist. Kann Gott das etwa nicht?

 

Die Menschen – zerbrechliche, in ihrem menschlichen Dasein, in ihrer Freude und ihrem Elend, tief miteinander verbundene Geschöpfe. Ihre Geschichten sind untrennbar ineinander verwoben: Ich kann mir kaum vorstellen, dass Gott Unterschiede zwischen ihnen macht, die einen recht leitet und die anderen irreführt, die einen liebt und die anderen für immer verdammt…

 

Die gemässigten Christen können sich das genauso wenig vorstellen. Sie können sich auch nicht vorstellen, dass ich nie wieder heiraten darf und dass Andersdenkende mit einem Müllstein am Hals im Meer ertränkt werden sollen. Sie sagen, man müsse die Bibel in ihrem Kontext betrachten. Das Einzige, was diese Christen dann aber meistens über den Kontext wissen, ist, dass Jesus vor vielen hundert Jahren wirkte und die Menschen damals viel konservativer waren als heute. Abgesehen von der Tatsache, dass das nicht wahr ist, dass es auch damals schon sehr liberale Denkschulen gab, die sich grosser Beliebtheit erfreuten, kann ich die Worte Gottes nicht in einen zeitlichen Rahmen setzen und an den Werten einer einzigen Kultur messen. Diesen Denkfehler machen auch zahlreiche muslimische Apologeten, wenn sie Mohammeds soziale Reformen – etwa bezüglich Frauenrechte und Sklaverei –  einzig im Kontext der damals auf diesem Flecken der Erde vorherrschenden Kultur betrachten. Natürlich ist es als eine Verbesserung zu werten, dass die neu bekehrten Muslime nur noch vier Frauen ehelichen durften, während sie in der Vergangenheit ganze Harems hatten und die Frauen zusammen mit dem Erbgut vom Vater auf den Sohn, den Bruder oder den Sippenältesten vererbt wurden. Im Vergleich zu anderen Kulturen war diese Reform jedoch nichts Besonderes, weil Frauen in anderen Kulturen immer schon mehr Rechte hatten.

 

Mit den Aussagen Jesu verhält es sich gleich: Auch sie müssen dem Test der Zeit standhalten können. Wenn man glaubt, dass Jesus Gott ist, dann kann man Jesu Aussagen nicht mehr mit der damaligen Kultur rechtfertigen und in einen zeitlichen Kontext setzen, denn Gottes Wahrheit muss absolut sein und für alle Menschen über die Jahrtausende hinweg gleichermassen gelten.

 

Seit ich Jesus nicht mehr als Gott betrachte, kann ich eher nachvollziehen, warum er manchmal so extreme Aussagen machte. Ich habe bei mir selbst beobachtet, dass mein Denken und Handeln extremer wird, wenn ich mich unverstanden fühle und wenn ich andere von etwas überzeugen möchte, bei dem ich selbst unsicher bin. Vielleicht ging es Jesus ja ähnlich wie mir. Vielleicht war er in vielerlei Hinsicht unsicher. Vielleicht war Jesus nicht allwissend. Vielleicht war auch er nicht vor jedem in seiner Gesellschaft vorherrschenden Irrglauben gefeit. Seit ich Jesus als Menschen betrachte, als Denker mit guten Ansätzen, aber auch mit einigen sehr extremistischen Denkweisen, seit ich mir erlaubt habe, seine Aussagen in Frage zu stellen, wenn sie mir extrem oder nicht praktikabel erscheinen, empfinde ich viel mehr Liebe für ihn als in der Vergangenheit.

 

Als Christin glaubte ich zwar, ich würde Jesus lieben, in Wirklichkeit hatte ich aber nur Angst vor ihm, denn die Christen glauben, dass er eines Tages zurückkommen und die Menschen richten wird. Vor diesem Gericht zitterte ich, und die Angst davor warf einen dunklen Schatten über mein Dasein. Ich möchte nicht vor das Jüngste Gericht treten, denn das, was mir in der Bibel als göttliche Gerechtigkeit erklärt wird, ewige Verdammnis, erscheint mir als die grösste Ungerechtigkeit auf Erden.


Antworten

  1. lol Mirjam

    lautes und herzliches lachen soll das heißen.
    Mein Gott Du so sehr auf dem richtigen Weg. Dazu kann ich Dich nur beglückwünschen. Mach weiter so!
    „Im Himmel ist mehr Freude über einen Sünder der Buße tut, als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

  2. Hallo Mirjam
    Du schreibst: „Ich will aber keine vertiefte Beziehung zu Gott, ich sehne mich nach der Nähe von Menschen. Ist es nicht Weltflucht, sich eine enge Beziehung mit Jesus einzureden? Der Mensch braucht doch ein richtiges Gegenüber. Es ist nicht befriedigend, immer nur zu beten und dabei Zeichen und Gebetserhörungen zu entschlüsseln. Wir Menschen sind nicht dazu geschaffen, mit Gott eine Beziehung zu haben. Wir können nicht unser ganzes Leben auf Gott und seine vermeintlichen Gebote ausrichten, wenn wir nicht einmal wissen, ob es ihn wirklich gibt. Wir Menschen sind doch vielmehr für diese Erde, deren Gesetze wir kennen und verstehen, und füreinander geschaffen.“
    Entweder leben wir im Reich dieser Welt, deren Herr Satan ist, oder wir leben im Reich Gottes, deren Herr Jesus Christus ist. So wie man in dieses Reich hinein geboren wird, so wird man durch Offenbarung des Heiligen Geistes – dass man ohne Jesus Christus in seinen Sünden sterben wird – und durch Busse und Umkehr ins Reich Gottes hineingeboren. Jesus Christus ist mein Gegenüber. Ich werde durch ihn und sein kostbares Blut gerechtfertigt, rein gewaschen von all meinen Sünden, geheilt von all meinen seelischen und körperlichen Gebrechen und zubereitet zum Dienst an den ANDEREN MENSCHEN. Erst als Kind Gottes kann ich für die anderen ein hilfreicher Segen sein, so dass sie angesteckt werden vom Leben. Ich kann heilig leben! Gott sagt es schon im AT zu seinem Volk. Seid heilig, wie auch ich heilig bin! Die Israeliten konnten es noch nicht, weil sie noch nicht im Geist leben konnten, das wurde erst durch Golgotha möglich. Wir haben das Blut Christi und das Kreuz, wir haben Vergebung von all unseren aktuellen und zukünftigen Sünden.
    Die Gedanken, welche ich von dir zitiert habe, offenbaren den Geist des Humanismus, ein sehr böser und gemeiner Geist, denn er suggeriert den Menschen, dass sie GUT sein können aus sich selbst. Das ist die Ursünde, die wir Satan zu „verdanken“ haben. Darauf sind auch Adam und Eva hereingefallen. Und darauf fallen viele Menschen immer wieder herein. Ich möchte dir diese hinterhältige Falle aufdecken. Gott hat das Urteil über den natürlichen Menschen gesprochen: TOD! Leben, Liebe, Barmherzigkeit und Wahrheit können wir nur als neue Menschen, gezeugt aus Wasser und Geist, ausleben.
    Peter

  3. Lieber Peter,
    Ja, ich glaube, dass der Mensch gut ist. Meine Kindheit und meine Jugend wurden durch die düsteren christlichen Vorstellungen geprägt, dass der Mensch böse und schuldig ist. Seit ich diese bösen Gedanken verworfen habe, geht es mir innerlich sehr viel besser und ich würde die Liebe, die ich jetzt für die Menschen und die Welt empfinde niemals mehr eintauschen wollen gegen die Angst und die Furcht unter der Herrschaft Christi angesichts eines vergebungsunfähigen Gottes, der nur die Menschen liebt, die glauben, dass er seinen Sohn an ein Kreuz nageln liess und keine andere Möglichkeit hat, den Menschen ihre Fehltritte, die sie ja nicht einmal selbst gewählt haben, zu vergeben. Nenn es Humanismus, oder nenne es wie Du möchtest, dieses Gedankengut hat mir geholfen, mich von der Schreckensherrschaft eines selbstgerechten Kriegsgottes zu befreien.

  4. Der Mensch ist NICHT gut. Das ist eine humanistische Lüge. Der selbstgerechte Kriegsgott heisst Mars. Sein Kumpan ist Donar und die perverse Verführerin heisst Venus. Willst du diesem Gesocks, das von Jesus Christus am Kreuz besiegt wurde, wirklich dienen?

  5. Lieber Peter,
    Es erscheint mir sinnlos, mit Christen zu argumentieren. Du stellst einfach Behauptungen auf, ohne Dich zu fragen, ob das, was Du schreibst, wirklich stimmt. Woher weisst Du so genau, dass der Mensch nicht gut ist? Wann fängt denn der Mensch an, böse zu sein? Hast Du Kinder? Hast Du schon einmal ein unschuldiges, kleines Baby im Arm gehalten oder in die Augen eines kleinen Kindes geblickt? Warum ist es denn gut für den Menschen, sich zu vermehren, wenn er als Art grundsätzlich böse ist?

    Der selbstgerechte Kriegsgott, den ich angedeutet habe, hat einen anderen Namen: Yahwe. Wenn’s Dich interessiert, auch Yahwe hatte im Volksglauben eine weibliche Götterfrau. Ich will keinem von Menschen erdachten Aberglauben folgen. Auf meiner Suche nach dem wahren Gott, habe ich aber erkennen müssen, dass der biblische Glaube an Yahwe genauso menschlich geprägt war, wie alle anderen heidnischen Glaubensrichtungen der damaligen Zeit.

  6. Ja Mirjam,

    genauso ist es. Wir machen uns immer wieder Bilder, die wir wieder aufgeben müssen um nah am Menschen und dem Menschlichen zu bleiben.

    Wir werden auch immer wieder durch das rote Meer der Gefühle geschickt um am Ende das Befreiungslied zu singen. Ross und Reiter sind heute die vergangenen Ängste und Nöte, die wir so gerne wieder rauskramen, bis das gepeinigte und in seiner Freiheit eingeschränkte Kind in uns sich zufrieden gibt und verstehen lernt. Ich habe das Schreckliche überlebt und jetzt ist alles gut. Ja dem Kind in Dir ist viel Unrecht geschehen, es ist jetzt vorbei und Du darfst ruhig sein oder ruhig werden, denn alles ist gut.

  7. @rotegräfin
    mir fällt auf, dass du in deinen antworten den menschen ständig hoffnungen machst, die nicht gerechtfertigt sind. du gehst sehr leichtsinnig mit gottes wahrheit um. Es ist alles gut – wenn man offensichtlich gegen Gott rebelliert, ist keineswegs alles gut. Oder bist du auf beiden augen blind?

  8. Hallo Mirjam
    Du fragst: Wann fängt denn der Mensch an, böse zu sein?
    Gott sagt: Das Herz des Menschen ist böse von JUGEND an.
    Wo beginnt die Jugend? Dort, wo die Kindheit aufhört. Dort also, wo das Kind entscheiden kann, das Gute oder das Böse zu tun, also seinen Eltern zu gehorchen oder eben nicht. Das ist der Punkt. Säuglinge und Kinder sind unschuldig – und wenn sie wegen eines von uns Erwachsenen produzierten Unfalls sterben, sind sie 100% bei Gott.

  9. Liebe Mirjam
    ich habe persönlich noch keinen guten Menschen gesehen. Du vielleicht?

  10. Lieber Peter,
    Warum nennst Du mich denn „LIEBE Mirjam“, wenn Du denkst, dass ich böse bin? Die meisten Menschen in meinem Umfeld sind gut, ja, ich habe dafür noch nie einen durch und durch bösen Menschen gesehen.

  11. Lieber Peter,
    Zu Deinem vorletzten Kommentar muss ich sagen, dass das völlig aus der Luft gegriffen ist. Erstens sagt Gott gar nichts dazu, ob Menschen gut oder böse sind, weil Gott grundsätzlich nicht spricht. Wenn Du meinst, Dein Zitat stünde in der Bibel, kannst Du mir bitte die entsprechende Stelle angeben? Herzlichen Dank. Die Grenze, die Du ziehst zwischen Kindern und Jugendlichen ist erstens biblisch nicht haltbar & zweitens ist es Blödsinn, eine solche Grenze zu ziehen, denn vom Kind zum Erwachsenen gibt es einen fliessenden Übergang & in manchen Bereichen bleiben manche Menschen Kleinkinder bis zum Tod.

  12. @ peter herzog,

    wenn Du noch nie einen guten Menschen gesehen hast, dann hast Du noch nicht mit Gottes Augen gesehen.

    Gott schuf alles und es war alles gut und sogar sehr gut. Er schuf den Menschen nach seinem Ebenbild und als Mann und als Frau und Gott wurde Mensch.

    Ich treffe also in jedem Menschen Gott. Schade Du nicht, aber das ist für mich die Hölle und kein Leben mit Gott. Es geschehe nach Deinem Glauben.

  13. auch der GUTE mensch ist böse; „gutmenschen“ sind solche, die ihre eigene gerechtigkeit vor andere hinstellen, sich ohne Gott bemühen, ein „gutes“ leben zu leben; ihre ganze mühe wird umsonst sein.
    Gott sagt: Es gibt keinen gerechten, auch nicht einen (Ps 14.1-3).
    mirjam, wenn du Gottes Wort mit der vernunft liest und danach auch noch damit argumentiert, sehe ich, dass Gott recht hat, wenn er sagt: der natürliche mensch vernimmt nichts vom worte gottes (joh 8.47).
    Du willst mir sagen, was biblisch haltbar ist und was nicht? 1 Mo 8.21.
    Wenn du über Gottes Wort argumentierst, suchst du nur ausreden, um es nicht befolgen zu müssen.

  14. Lieber Peter,
    Das mit Deiner Definition von „Jugend“ ist ein bisschen an den Haaren herbeigezogen, aber da kannst Du nichts dafür, weil Du wahrscheinlich die Bibel nur in der deutschen Übersetzung liest und daher zu sehr auf den deutschen Wortlaut festgefahren bist. In französischen Übersetzungen beispielsweise steht meist „depuis son enfance“ (seit seiner Kindheit), während „seit seiner Jugend“ „depuis sa jeunesse“ heissen müsste. In englischen Texten wiederum wird das Ganze manchmal mit „since he’s been young“ (seit er jung ist) wiedergegeben. Denkst Du also, dass Gott Kinder aus Frankreich bereits mit 8 in die Hölle schickt, während die deutschen Kinder mit einer Gnadenfrist bis etwa 16 rechnen können. Bei den englischsprachigen Kindern würde Gott dann wohl von Fall zu Fall abwägen, je nachdem, wie reif sie innerlich bereits sind?

  15. Liebe Mirjam,
    in solchen Fragen sollte man, so immer möglich, den Urtext zu Rate ziehen. Im Hebr. gibt es einen Begriff für das unschuldige Kind und einen anderen Begriff für den schuldfähigen Heranwachsenden. Die Entwicklungspsychologie stimmt übrigens mit ihrer Erkenntnis darin überein.
    Gott schickt niemanden in die Hölle! Wir tragen VERANTWORTUNG für unser Dasein. Wir entscheiden, wo wir die Ewigkeit verbringen wollen.
    Übrigens: Ich sage „liebe Mirjam“ zu dir, nicht weil du ein guter Mensch wärest, sondern weil du von Ihm einzigartig gemacht und zu dieser Zeit in dieser Welt lebst, weil Er dich liebt und weil Er für dich einen wunderbaren Auftrag. Darum bist du mir lieb, darum achte ich dich, was aber nicht heisst, dass ich alles gut finden soll, was du sagst…

  16. Kannst Du mir bitte die beiden Begriffe nennen, auf die Du Dich beziehst? Herzlichen Dank.
    Dass die Verfasser der Bibel verschiedene Begriffe für verschiedene Entwicklungsstadien der Menschen kannten, ist an sich nichts Besonderes. Du darfst nicht vergessen, dass auch die Menschen zu biblischen Zeiten die Welt beobachtet hatten & zu Erkenntnissen kamen. Und um zu erkennen, dass man mit fortschreitendem Alter mehr Lebenserfahrung gewinnt und somit auch mehr Verantwortung für sein Handeln trägt, oder wie Du es nennst, schuldfähiger wird, brauche ich nicht die Bibel zu lesen.

  17. Stimmt Mirjam, das brauchst Du wirklich nicht.

    Dieses Wissen hat sich längst aus der Bibel heraus entwickelt und kann sich jetzt selbstständig weiter entwickeln.

    Für mich bleibt nur die Frage, wie verhält sich der Mensch, wenn er an keinen Gott glaubt. Wird er dann menschlicher? An ihren Früchten werden wir sie erkennen.

    Gläubige Menschen sollten eigentlich wissen, dass ihnen verziehen wird, wenn sie mal versagt haben. Diese Unfähigkeit zu verzeihen und dann noch im Kontakt, Beziehung und/oder Kommunikation zu bleiben machen mir Gläubige wie Ungläubige enorm schwer. Wo ist dann da der Unterschied?
    Mich interessiert eigentlich nicht so sehr, ob die Bibel recht hat. Sondern die Geschichten in ihr, die mich aufatmen und verstehen lassen mein Gott hier hat es ja immer schon Menschen gegeben, die unter Ungerechtigkeit gelitten haben und sich gewehrt haben und dann selber Ungerechtigkeiten begingen. Oft wurde diesen verziehen.

    „Und wenn ich die Geschichte eines Menschen kenne, kann ich meistens nachvollziehen, warum jemand zu dem Menschen geworden ist, der er ist. Kann Gott das etwa nicht?“

    Selbstverständlich kann Gott das und er will es durch wieder in das Bewusstsein der Menschen rufen.

    Ich war gestern mit Evangelikalen unterwegs „Geboren um frei zu sein“ eine ganz gute Veranstaltung für alle Beteiligten. Mit den beiden Frauen bekam ich auf dem Rückweg, wie könnte es anders sein, Krach. Ab dem Moment wo ich mich zu mehr Toleranz hin bewege stoßen sich automatisch unsichere und frisch bekehrte Personen an mir und ich habe noch nicht das Geschick entwickelt, dann einfach meine Klappe zu halten und mich mit solchen sinnlosen Diskussionen nicht erneut verletzen zu lassen. Es ist trotzdem geschehen ce la vie.


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