Verfasst von: Mirjam | September 11, 2008

Verkehrtes Bibellesen (oder wenn Fundamentalisten lügen)

Ich sah in ihren Augen eine Mischung aus Leidenschaft, Furcht und Kreuzzugsfeuer. Ich wusste, dass sie log. Oder vielleicht flunkerte. Der Zweck heiligt die Mittel, musste sie sich gesagt haben, als sie mir nach einer kurzen Sekunde der Sprachlosigkeit, wie es mir erschien, in die Augen blickte und sagte: „Ja, ich habe die Bibel gelesen, vorwärts und rückwärts habe ich sie gelesen“.  Das „vorwärts und rückwärts“ hätte sie sich sparen können. Ja oder Nein soll Euer Wort sein, alles weitere ist vom Teufel. Und hier war die Ergänzung ein Hinweis darauf, dass sie sich nicht wohl fühlte in ihrer Haut, dass sie mir nicht die ganze Wahrheit sagte. Aber natürlich entwaffnete sie mich mit dieser Aussage, denn ich kann ja nicht einfach weiter behaupten, dass sie die Bibel nicht gelesen hat, wenn sie mir als Christin ihr Wort gibt. Ich kann mir auch vorstellen, wie sie ihre Lüge rechtfertigt: Durch Bibelzapping, wie es unter Christen in Hauskreisen praktiziert wird, hat sie vermutlich tatsächlich irgendwann einmal etwas aus jedem Buch der Bibel gelesen, einen Spruch, einen Absatz, eine Prophezeihung, und vielleicht war ihr Bibelstudium sogar so intensiv, dass sie im Laufe der Jahre zufälligerweise wirklich alle Teile der Bibel irgendwann schon einmal gelesen hat. Aber sich durch ein Buch zu zappen bedeutet nicht, ein Buch richtig gelesen, geschweige denn verstanden zu haben. Wer würde schon einen Krimi auf den letzten Seiten aufschlagen, da, wo sich alle Fäden zusammenziehen und das Verbrechen aufgeklärt wird,  und dann mit den dort gewonnenen Informationen an den Anfang des Buches gehen und alles im Lichte der Erkenntnisse der letzten Seiten lesen? Wer würde irgend ein anderes Buch zuerst im hinteren Drittel lesen, bevor er mit dem Anfang beginnt? Genau das aber machen die Christen mit der Bibel. Sie schlagen die Bibel bei Johannes auf und lesen danach das ganze alte Testament im Lichte des Vatergottes, der die Welt so sehr liebte, dass er seinen eingeborenen Sohn an ein Kreuz nageln liess, auf dass dieser die Sünden der Menschheit auf sich nehme, damit jeder, der an ihn glaubt nicht verloren geht sondern ewiges Leben bekommt… Mit diesem den alten Juden äusserst fremden Gedanken im Herzen lesen sie sich dann durch das alte Testament hindurch und suchen fieberhaft nach Hinweisen und Prophezeihungen, die auf Jesus hindeuten. Auf diese Weise lesen sie Dinge in die alten Texte hinein, die von den damaligen Autoren weder explizit gesagt noch implizit beabsichtigt wurden. Dass derselbe Gott, der alle Menschen liebt und ihnen ein Vater sein will, im alten Testament verordnete, dass unschuldige Völker ermordet und dahingerafft wurden, dass Tiere für religiöse Rituale geschlachtet und geopfert wurden, dass Kriege geführt und Städte erobert wurden, erklären sie mit einem schnöden “Jesus ist gekommen, um all diese Gesetze ausser Kraft zu setzen!“. Auge um Auge, Zahn um Zahn gelten nicht mehr. Sie wurden durch Vergebung und Nächstenliebe ersetzt. Wenn man jedoch genau erfahren möchte, welche jüdischen Gesetze denn heute noch gelten und welche nicht, gibt es kaum Einigkeit unter den Christen. Nur Menschen, die die Bibel nicht chronologisch in ihrem historischen Kontext gelesen haben, können behaupten, dass Gott all die Gesetze, die er Moses auf dem Berg Sinai übergeben hatte, auf einmal für nichtig erklärte. Die Christen haben meist sehr ungenaue Vorstellungen der jüdischen Gesetze: Der Gedanke, dass kein Mensch diese Gesetze einhalten könnte und vor Gott gerecht dastehen könnte, war den alten Juden unbekannt. Dass die Menschen das Gesetz perfekt einzuhalten hätten, wurde gar nicht  erwartet. Erst der christliche Gedanke von ewigem Leben brachte diesen Absolutheitsanspruch mit sich. Wenn man das alte Testament liest, wird einem schnell klar, dass es sich um ein durchaus einhaltbares, wenn auch manchmal sehr unmenschliches und brutales Gesetz handelte. Genau diese grausamen Aspekte des jüdischen Gesetzes können viele moderne Menschen nicht mehr mit ihren eigenen Werten vereinbaren und deshalb suchen sie Zuflucht im friedvollen und ach so menschlichen Christentum. Dabei verdrängen sie, dass derselbe Gott, den sie als ihren himmlischen Vater verehren, im alten Testament Tieropfer forderte und zu Krieg aufrief. Wieso sollte Gott anordnen, dass täglich unschuldige Schafe und Rinder zu seinen Ehren geopfert werden, nur um ein paar Tausend Jahre später die Menschen erkennen zu lassen, wie grausam das war und das Gesetz für nichtig zu erklären? Warum sollte ein Gott der Vergebung hartherzig die Todesstrafe für Nichtigkeiten (vor- und ausserehelicher Geschlechtsverkehr bei Frauen, Nichteinhalten des Sabbats) verordnen und von den Menschen erwarten, dass sie sich alles vergeben? Ist es überhaupt möglich, den Gott Jahwe des Alten Testaments mit dem Abba-Gott des neuen Testaments zu vereinbaren? Ist dieser Gott wirklich derselbe oder handelt es sich bei den christlichen Erklärungen nur um einen hilflosen Versuch, eine grausame Gottheit aus alten hebräischen Schriften und Sagen mit Erklärungen aus einer ganz anderen, der christlich hellenistischen Gedankenwelt, zu rechtfertigen?


Antworten

  1. Hallo Mirjam,
    Alle Menschen lügen.
    Deswegen wurden wir durch Jesus erlöst. Er ist als nichteheliches Kind geboren, ein Flüchtlingskind, aus königlichen Geschlecht, ein Fresser und Säufer, von Sinnen, ein Rebell, und starb als Verbrecher am Kreuz.
    Aber die größte Lüge ist, dass es Gottes Wille sei so zu sterben. Es war allein Jesus konsequentes Handeln, was seine Mitmenschen nicht aushalten konnten.
    Di frohe Botschaft lautet aber er ist auferstanden von den Toten.

  2. rotegraefin,
    merkst Du nichts an Dir, nach all deinen Kommentaren zu urteilen, die Du im Intenet abgeliefert hast,
    Das Du nicht allein bist?
    Das da in Dir noch einer hockt?
    Der Geist der Welt und der Finsternis?

    Den Christus durch sein Leben und Wandel
    und im Geist des Vaters besiegt hat,
    auch ohne am Kreuz zu sterben?

    Höre auf mit Deiner Gotteslästerung und widerstreben dem Heiligen Geist,
    Denn Gott lässt sich auch nicht von Dir spotten!!!
    Nur zur Warnung schreibe ich Dir das.

  3. Mirjam,
    Warum kommst Du immer wieder auf das Alte Testament?
    1.Wo hat Christus noch seine von IHM berufene und zubereitete Jünger, von dem Alten Testament gesprochen und geschrieben?
    2.Willst Du nach dem Alten und nach dem Neuen Testament erben mit Jesus Christus?
    3.Willst Du nach dem Alten Testament erlöst, gereinigt und geheiligt, ins Reich Gottes kommen-oder nach dem Neuen Testament??
    Dann ist die Pforte für Dich, wie für alle anderen Menschen, Träumer und auch Juden geschlossen, und zwei wehrhafte Engel Gottes stehen davor und bewahren die Tür, dass nichts unreinen hinein geht.
    Du brauchst keine Bibel noch ein anderes Buch,
    SONDERN allein Christus!
    UND Christus ist von Anfang der Menschheit, das innere Licht Gottes in allen Menschen und in ihrem Gewissen und Herz, das die Menschen erleuchtet und sie erlöst, befreit und geheiligt in das Reich Gottes führt, ob Du lesen und schreiben kannst oder nicht.
    Gott hat sein Heil, das Er den Menschen anbietet, nicht vom Lesen der Bibel, noch von einem anderen Buch abhängig gemacht, SONDERN,
    Von seinem inneren Licht, Geist und Wort Gottes!

    Wie das Blut in Dir, Dich mit deinem Vater und Erzeuger verbindet, und Dein „Gen“ olffenbart,

    Gleich so, ist der Geist Gottes und sein Wort, das Dich lebendig macht vor Gott und für Gott,
    Dein ewiges „Gen“ Gottes und berechtig Dich zu erben im Reich Gottes mit Jesus Christus, so Du
    Christus anerkennst in Dir, auf IHN hörst und IHM folgst in allem, was ER Dir sagt in der stillen Andacht vor Gottes Angesicht!
    Das wünsche ich Dir vom ganzen Herzen, aber auch den Verirrten im Geist. Peter sem.

  4. Lieber Peter,
    Wo hat Rotegräfin Gott gelästert? Es ist nicht richtig, anderen Menschen zu unterstellen, dass „der Geist der Welt & der Finsternis“ in ihnen lebe. Du hast kein Recht, einem Menschen so etwas zu unterstellen.

    Ich möchte Dich auch bitten, aufzuhören, Menschen mit Deinen ungerechtfertigten Warnungen zu verängstigen und mit verschlossenen Türen für alle, die Deine Ansichten nicht teilen, zu drohen. Damit machst Du sensible Menschen kapputt.

    Warum ich immer wieder mit dem Alten Testament komme? Weil sich das Christentum aus dem Judentum entwickelt hat und weil das Christentum für sich in Anspruch nimmt, das neue Volk des jüdischen Gottes Yahwe zu sein. Wenn ihr Christen euch auch nur ein kleines bisschen für euren Gott interessieren würdet, wenn ihr fragen würdet: „wer ist dieser Gott?“, dann kämt ihr nicht darum herum, das alte Testament zu lesen. Ihr behauptet ja, Gott sei der, der ist und der war und der sein wird, Gott sei also unveränderlich. Wenn ich erfahren will, wie der christliche Gott ist, dann kann ich mich nicht einfach nur auf die paar Seiten des neuen Testaments verlassen, vorallem deshalb nicht, weil diese paar Seiten unzählige Bezüge zum alten Testament und zu anderen jüdischen Schriften und Sprichwörtern machen. Wer den biblischen Gott ergründen will, muss die ganze Bibel lesen.

  5. Lese alle ihre Kommentare Mirjam

  6. Allein Gottes Geist ist der Geist der Offenbarung
    Gottes und seinem Christus, aber nur dann sagt Gott, wenn Du den ganzen Heilsplan Gottes erfüllt hast, und wenn Du zum wahren Geist und Leben Gottes hindurchgedrungen bist durch Deine Wiedergeburt für Gott.
    Geistig Tote, wissen nichts von Gott, denn unser eine und wahre Gott, ist ein Gott der Lebendigen und nicht der Toten.

    Als Christus für seine von Ihm, berufene und zubereitet Jünger betete vor Gott seinem Vater in dem Hohepriesterlichen Gebet, sprach Er zu Gott in der Gegenwart seiner Jünger:
    „DAS ist aber das ewige Leben,
    dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist,
    und den du gesandt hast, Jesus Christus, erlennen“. Joh. 17,3
    Diese „Gottes und Christus- Erkennntis“ wünsche ich Dir Mirjam und „rotegräefin“,
    Denn das ist dann Eure Granatie,
    dass IHR das ewige Leben habt, sagt Christus.

    „Wer den Geist Christi aber nicht hat, der ist nicht sein“!
    Wer aber den Geist Christi hat, der ist verpflichtet nach dem Geist, Gesinnung und Charakter Christi zu leben und zu wandeln, sonst ist er ein Etiketten- Schwindler und falscher Prophet.
    Und Jakobus schreibt:
    „Habt ihr aber bitteren Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lüget nicht wider die Wahrheit Gottes.
    Das ist nicht die Weisheit, die von oben herab -kommt, sondern irdisch, menschlich und teuflisch.


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