Über mich

Mein Name ist Mirjam. Dieser Name ist hebräisch und geht zurück auf die biblische Prophetin Mirjam, die zusammen mit Moses und Aaron das jüdische Volk aus Ägypten heraus führte. Ich habe meinen Namen immer geliebt. Eine Studie kam neulich zur Erkenntnis, dass Namen mit dem Vokal „i“ als sexy gelten und auf das andere Geschlecht anziehend wirken. Somit habe ich mit meinem Namen gute Chancen, Männer in Scharen anzulocken. Auch die biblischen Erzählungen von Mirjam gaben mir nie einen Anlass, den Namen nicht zu mögen, obwohl ich in vielerlei Hinsicht ganz anders bin als Mirjam, wie sie in der Bibel dargestellt wird: Mirjam spielte Tamburin und hatte bestimmt ein ausgeprägtes Gefühl für Rhythmen. Ich selbst durfte als Kind nicht einmal im Geigenorchester mitspielen, weil ich – im wahrsten Sinne des Wortes, aber auch im übertragenen Sinne – nicht das geringste Taktgefühl hatte. Später entschuldigte ich mein mangelndes Gespür für Rhythmen mit Henry David Thoreaus Zitat „Wenn jemand mit seinen Gefährten nicht Schritt hält, so tut er es vielleicht deshalb nicht, weil er einen anderen Trommler hört.“ Ich singe auch keine oberflächlichen Lieder wie die biblische Mirjam: „Singt dem Herrn, denn gross und erhaben ist er. Ross und seinen Wagen warf er ins Meer!“ (Exodus 15:21), denn ich finde keinen Gefallen daran, wenn Tiere und Menschen sterben, auch dann nicht, wenn diese Tiere und Menschen einem feindlichen Lager angehören. Eine Gemeinsamkeit habe ich aber mit der biblischen Mirjam: Wie Aarons Schwester, die sich auflehnte, als Moses eine kuschitische Frau heiratete, bin auch ich sehr direkt und ehrlich, und ich fürchte mich nicht, auszusprechen, was in meinen Augen die Wahrheit ist. Mein Name vermittelte mir immer eine positive Einstellung der hebräischen Kultur und der Bibel gegenüber. Hätte ich einen anderen biblischen Namen bekommen, etwa Deborah oder Yael, wäre ich vielleicht schon früher auf die alttestamentarischen Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten aufmerksam geworden und hätte ich der Bibel und ihrem Wahrheitsgehalt gegenüber vielleicht schon längst eine etwas skeptischere Haltung eingenommen. Wer weiss: Vielleicht hätte ich meinen langen Weg in die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit des christlichen Fundamentalismus gar nie erst angetreten…

Antworten

  1. Liebe Mirjam,

    durch „Zufall“ bin ich auf Deine HP gekommen. Auf der Suche nach der Wahrheit und nach Gott und nach der Liebe und nach der Frage „gibt es diese ewige Verdamnis“. Ich habe sogar dafür gebetet, dass ich Antwort erhalte oder eine Bestätigung für meinen „Weg“ und meine Gedanken und einen Menschen finde. Alles was ich bisher von Dir gelesen habe, liebe Mirjam, kann ich so nachvollziehen und bejahen. Du sprichst mir aus der Seele und aus dem Herzen. Einen ähnlichen Prozess mache ich durch und habe ihn durchgemacht und ich weiß weder aus noch ein. Gehöre nirgends mehr dazu. Weder zu den gemäßigten Christen, noch zu den Fundamentalisten aber auch nicht zu den „Gott-losen“. Doch glaube ich an Gott, aber lehne das Christentum und die „Christen“ mit ihren zerstörerischen Lehren ab. Komme selbst aus dem evangelikalen Bereich aber hab allem den Rücken gekehrt und merke immer mehr die Lüge und das was Du auch erlebt hast.

    Ich bin 38 Jahre alt und ganz orientierungslos. Weiß eigentlich nichts mehr. Und kann nur noch auf mein Herz hören und das sehnt sich nach Liebe. Ich suche Gott, wie er wirklich ist, und nicht wie Menschen ihn machen oder gerne hätten. So viele Fragen habe ich.

    Über Antwort von Dir würde ich mich freuen!

    Alles Liebe!

    Sarah

  2. Durch den dunklen Tunnel muss jeder ernsthafte Mensch durch.
    Dann wenn die Widersprüche zusammenfallen ist es geschafft.
    Bis dahin solange dranbleiben und nicht locker lassen.
    Aussen wie innen jede Ungerechtigkeit ganz ruhig und sicher ins Auge fassen. Unbeirrbar weiter an die Liebe und ein glückliches Ende glauben.
    In Beziehungen bleiben, die immer ein Ausdruck einer komplexen Abgrenzungs- und Versöhnungsarbeit sind


Einen Kommentar hinterlassen

Ihre Antwort: