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	<title>Auf den Meeren des Lebens: Alle im gleichen Boot &#187; Glaube</title>
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		<title>Free at Last</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 12:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 
Meine erste Weihnachten als Nichtchristin. Nach einem langen Leidensweg durch das Fegefeuer des Christentums fühle ich mich heute endlich frei. Ich hätte nie geglaubt, dass ich ohne Jesus angstfrei leben könnte. Ich durfte jedoch in den vergangenen Jahren erfahren, dass der Glaube an Jesus die Ursache meiner Ängste war und nicht der sichere Zufluchtsort, als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=44&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span lang="DE-CH"><span style="font-size:small;font-family:Times New Roman;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Meine erste Weihnachten als Nichtchristin. Nach einem langen Leidensweg durch das Fegefeuer des Christentums fühle ich mich heute endlich frei. Ich hätte nie geglaubt, dass ich ohne Jesus angstfrei leben könnte. Ich durfte jedoch in den vergangenen Jahren erfahren, dass der Glaube an Jesus die Ursache meiner Ängste war und nicht der sichere Zufluchtsort, als den ihn die Christen beschreiben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Ich bin zur Erkenntnis gekommen, dass das Christentum aus verschiedenen Elementen von Jahrhunderte alten mystischen Kulten und Brauchtümern, aus religiösen Strömungen, aus heidnischen und jüdischen Volkssagen und Philosophien zusammengeschustert wurde und dass zur Untermauerung des neuen Glaubens alte Schriften von jüdischen Machthabern, Gelehrten und Propheten so uminterpretiert wurden, dass sie für den neuen Glauben, der zunächst symbolisch-gnostisch war und erst später historische Gültigkeit für sich beanspruchte, passten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Dass Jesus, so wie er im neuen Testament beschrieben wird, jemals existierte, glaube ich nicht mehr. Die Figur Jesus wurde kreiert und man legte Jesus Florilegien, Sprüche und Weisheiten aus alten Zeiten in den Mund: An einer Stelle zitiert Jesus Platon, an einer anderen Stelle eine griechische Fehlübersetzung von Jesaja (Mark 7:6-8). Viele Zitate des neuen Testaments sind aus dem Zusammenhang gezerrte und völlig falsch verstandene Schriften des alten Testaments. Die Midrasch-Tradition, anhand derer alte, heilige Texte abgeändert wurden, um neue Gedanken auszudrücken, hat ebenfalls einen Beitrag zu den Missverständnissen des Christentums geleistet. Im alttestamentlichen Kontext werden viele Männer „Gottes Sohn“ genannt, aber keine der Beschreibungen, die heute auf Jesus umgemünzt werden, war so gemeint, wie die Christen sie verstehen. Im Buch Samuel ist mit „Gottes Sohn“ ganz eindeutig Salomon gemeint und niemand anderer.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Liebe Christen, wenn Ihr in Euren Gebeten Jesus HERRN nennt, stellt Ihr Euch dann nicht manchmal die Frage, was das Wort HERR genau bedeutet? &#8222;Zu der Zeit fing man an, zu predigen von des HERRN Namen (1 Mose 4:26)&#8220;.</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> „Herr“ ist jedoch kein Eigenname. Was war der Name des HERRN? Wie riefen die Menschen zur Zeit Sets ihren Gott an, und war der Name, den Set kannte, der gleiche, den auch Abraham, Moses oder Jesus verwendeten? Mein damaliger Pastor wollte mir diese Fragen nicht beantworten. Das sei zu kompliziert, meinte er. Ich musste also wohl oder übel selbst auf die Suche gehen und sämtliche in der Bibel verwendete Gottesnamen recherchieren… Auf der Suche nach dem Namen des Herrn wurde ich zum ersten Mal auf die heidnischen und polytheistischen Ursprünge der jüdischen und christlichen Religion aufmerksam: Es war nämlich keineswegs so, dass die Menschen zu Zeiten Sets, Abrahams, Moses oder Jesu alle den gleichen Gottesnamen verwendeten. Manche Autoren des alten Testaments nannten Gott El, andere Elohim und wieder andere nannten ihn Jahwe, manche gesellten Jahwe ausserdem eine Partnerin, Aschera, bei, die aber in späteren Schriften als Götze bezeichnet wird. In den Evangelien schliesslich nannte Jesus Gott Abba, Vater. Durch die Suche nach Gottes Namen bin ich auch auf die Urkundentheorie gestossen, die mir half, Klarheit in mein Verständnis des alten Testaments zu bringen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Ich kann allen Christen, die Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle mit den hartherzigen Lehren der Bibel in Einklang zu bringen, empfehlen, sich die Zeit zu nehmen, die Bibel zu lesen. Die Bibel hat mich frei gemacht, aber nicht in dem Sinne, wie ich es mir als Christin erhoffte, sondern in dem Sinne, dass ich hinter die Fassaden blicken konnte und dass ich die Menschenhände erkennen durfte, die sich an der Schaffung der Bibel beteiligten, die Machenschaften unter den Verfassern mit ihren unterschiedlichen Interessen, den Interessen des Königshauses Davids, den Interessen des Stammes Efraim, den Interessen des Südreiches gegenüber den Interessen des Nordreiches, den Interessen der Priester in der Zeit während und nach dem Exil, den Interessen der Exiljuden gegenüber denen, die nicht im Exil lebten&#8230; Mir fiel es wie Schuppen von den Augen, dass ich in all den Jahren dem grössten Dokumentenschwindel aller Zeiten auf den Leim gekrochen bin.</span></p>
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		<title>Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 00:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Christen glauben, dass wir in der Endzeit leben, dass Gott diese Welt bald richten und zerstören wird und dass die Menschen sich angesichts dieser unermesslichen und für alle Ewigkeit bedeutenden Ereignisse entscheiden müssen, ob sie im kommenden Endkampf Gott oder dem Teufel nachfolgen wollen. Ihr Endzeitglaube lässt die Christen in die gleiche Trompete blasen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=39&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Die Christen glauben, dass wir in der Endzeit leben, dass Gott diese Welt bald richten und zerstören wird und dass die Menschen sich angesichts dieser unermesslichen und für alle Ewigkeit bedeutenden Ereignisse entscheiden müssen, ob sie im kommenden Endkampf Gott oder dem Teufel nachfolgen wollen. Ihr Endzeitglaube lässt die Christen in die gleiche Trompete blasen wie alle anderen Weltpessimisten: Die heutige Welt ist schlecht und wird immer schlechter, und die Menschen, die darin leben, sind böse. Als Beweis für die Schlechtigkeit der Welt führen sie folgende Argumente ins Feld: „Schaut euch die Welt doch an. Überall herrscht Krieg. Die Menschen denken nur noch an sich selbst und rennen dem Geld nach.“  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">In all den Jahren, in denen ich Christin oder anderweitig religiös involviert war, litt ich entsetzlich unter diesem düsteren Gedankengut, denn tief in meinem Innern liebe ich die Welt und die Menschen, und ich glaube von ganzem Herzen, dass die Menschen im Grunde gute und liebesfähige Wesen sind, die im Laufe der Menschheitsgeschichte aus vergangenen Fehlern gelernt und sich positiv verändert haben. Das negative christliche Weltbild, verbunden mit dem Glauben an die Endzeit und an das jüngste Gericht, trägt viel zur inneren Unsicherheit der Menschen bei, hindert Menschen daran, das Leben in vollen Zügen zu geniessen, erfüllt Menschen mit Urängsten und treibt einige in den Wahnsinn und sogar in den Selbstmord. Die Angst ums Überleben ist etwas Natürliches, aber die Angst vor einem moralisch-spirituellen Gericht mit einer Gesetzgebung, von der die Menschen, wie Paulus sagt, nur Stückwerk erfassen können, dessen Urteil aber darüber entscheidet, ob eine Seele in alle Ewigkeit leiden muss oder nicht, ist für ein Menschenherz unerträglich und richtet die Menschen zugrunde.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Es stimmt, dass Kriege in der Welt herrschen, dass manche Menschen sich selbst am nächsten sind, versuchen, reich zu werden, nicht mit anderen teilen wollen und dass viele Menschen grossem Leid ausgesetzt sind. Es wäre jedoch falsch, deshalb davon auszugehen, dass das Leiden oder die Freveltaten unserer Generation schwerwiegender wären als das Leiden und die Freveltaten irgendeiner anderen, vergangenen Generation. Ich bin der Ansicht, dass die Menschheit im Laufe der Geschichte unendlich viel gelernt hat und dass die Menschen des 21. Jahrhunderts im Grossen und Ganzen bessere und gerechtere Menschen sind als die Menschen zu biblischen Zeiten. Auch das Gottesbild der Menschen scheint sich im Laufe der Jahrtausende gewandelt zu haben von einem stammeseigenen Kriegsgott, Jahwe, der sich zu Zeiten Moses, Josuas und Salomons gegen Konkurrenzgötter wie Baal oder Aschera, die zeitweise als Jahwes Frau dargestellt wurde, als einziger Stammesgott durchsetzen musste, über einen Vorsteher des grossen himmlischen Rates bei Hiob oder einen Vatergott für das jüdische Volk bei Jesus bis hin zu einem unter griechischem Einfluss entstandenen abstrakten und universellen Weltrichter-Gott, der das Gute in der Welt und im Universum verkörpert. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Die Gottesbilder der Menschen in der Bibel erscheinen mir stets wie die Projektionen dieser Menschen selbst: Der Gott des stolzen Sklavenhalters Abraham ist ein Gott, der Abrahams Streben nach Reichtum (heute würde man es Materialismus nennen) befürwortet und nichts gegen Sklavenhaltung einzuwenden hat. Der Gott des blutrünstigen und auf Ehren bedachten jüdischen Volkes zu Zeiten der Richter ist ein blutrünstiger Gott, dem ein ehrenhaftes Versprechen wichtiger ist als ein Menschenleben und der es zulässt, dass ein Vater seine eigene Tochter zu seinen Ehren als Brandopfer darbietet (Richter 11). Der Gott der imperialistischen Anführer Moses und Josua ist ein imperialistischer Gott, der kriegstreiberisch von seinem Volk verlangt, andere Völker anzugreifen, zu berauben und aus ihrem Land zu vertreiben. Man könnte fast denken, dieser Gott sei im Unterbewusstsein dieses kriegerischen Volkes entstanden, um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen, um sagen zu können: Nicht wir sind schuld an all dem Blut, das an unseren Händen klebt, Gott, der Herr, hat uns beauftragt. Der Gott des selbstgefälligen Königs David ist ein selbstgefälliger Gott, der Nabal dafür, dass er David sein Hab und Gut nicht einfach ohne Wenn und Aber überlässt, mit einem tödlichen Herzanfall bestraft (1. Samuel 25) und der Davids vernachlässigte Frau Michal für ihre nicht grundlos geäusserten Worte der Bitterkeit mit Kinderlosigkeit bestraft (2 Samuel 6:16-23). Der Gott des machthungrigen Königs Salomon ist ein machthungriger Gott, der Salomon dabei unterstützt, seinen Bruder umzubringen, um an die Macht zu kommen (1 Könige 1-2) und dem es nichts ausmacht, dass Salomon Zwangsarbeiter einsetzt, um Gott einen Tempel und sich selbst einen prunkvollen Palast zu bauen (1. Könige 5). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Das alte Testament der Bibel vermittelt einen äusserst negativen Eindruck von den damaligen Menschen und ihren Gottesvorstellungen. Das Adjektiv „primitiv“ setzt sich unweigerlich in meinem Kopf fest, wenn ich in der Bibel lese. Wenn der Gott der damaligen Menschen mehr gewesen wäre als eine Projektion der Mächtigen, wenn dieser Gott wirklich mit den Menschen gesprochen oder auf sonstige Art mit ihnen interagiert hätte, dann hätte er die Menschen doch auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen müssen, anstatt dieses zu befürworten. Mir erscheint es aus heutiger Sicht jedoch plausibler, dass Gott auch damals nicht mit den Menschen kommunizierte und dass die Menschen im Laufe der Jahrtausende selbst ein besseres Gespür dafür entwickelt haben, was richtig und was falsch ist. Nicht, dass wir heute perfekt wären, aber im Vergleich zu damals konnten wir doch einige Aspekte des Erdendaseins verbessern:</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Zu Zeiten Abrahams war Sklavenhaltung an der Tagesordnung. Es galt für Abraham anscheinend als Statussymbol, neben Nachkommen wie Sand am Meer auch Reichtümer und Sklaven zu besitzen, und es schien sein Wunsch gewesen zu sein, von Gott all die von anderen Völkern bewohnten Gebiete von Ägypten bis hin zum Euphrat für seine Nachkommen zu erhalten (Genesis 15). Abraham und Sarah konnten über ihre Sklaven verfügen, wie es ihnen gefiel. Die Sklaven waren willenlos, wurden sexuell ausgebeutet und anschliessend, wenn es zu Eifersüchteleien kam, verstossen (Genesis 16). Abraham legt zahlreiche, dem Menschen ureigene Züge an den Tag: das Streben nach Reichtum und die Angst vor der eigenen Vergänglichkeit, den Wunsch, sich Dinge anzueignen, die einem nicht gehören (heute nennt man das Diebstahl) sowie den Glauben daran, dass er mit Recht Macht über andere Menschen ausübte und zulasten anderer Menschen für sich selbst und die eigenen Angehörigen Glück und Segen erhoffte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Von Abraham über Moses, David und Solomon bis hin zu Paulus betrachten die biblischen Helden Frauen als Untermenschen, über die nach Belieben verfügt werden kann. Der Aufruf Moses zu Massenvergewaltigungen im Krieg gegen die Midianiter wird von der altmodischen Sprache Luthers fast bis zur Unkenntlichkeit verhüllt, doch in seiner nackten Brutalität ist er unmissverständlich: „</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">So erwürget nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Weiber, die Männer erkannt und beigelegen haben; aber alle Kinder, die weiblich sind und nicht Männer erkannt haben, die lasst für euch leben.“ (4. Mose 31:17-18) Was mit „die lasst für euch leben“ gemeint ist, wird aus anderen Bibelübersetzungen klar: Die sind für euch, das ist eure Kriegsbeute, mit denen dürft ihr machen, was ihr wollt, die dürft ihr schänden, vergewaltigen und zwangsehelichen. Es fragt sich überdies, wie die Krieger in der Hitze des Gefechts herausfinden konnten, welche der jungen Mädchen noch Jungfrauen waren und welche nicht. Frauen wurden damals nicht beschützt, weder vom in den Augen Gottes rechtschaffenen Lot in Sodom, der den Männern der Stadt anbot, dass sie seine jungfräulichen Töchter schänden dürfen, wenn sie dafür die beiden Engel, die bei ihm zu Gast waren, in Ruhe liessen (Genesis 19:8) noch von Abraham und Isaak, die ihre Frauen bei fremden Königen als ihre Schwestern ausgaben und nichts unternahmen, wenn die Könige ihre Frauen zu sich nahmen, um sich an ihnen zu vergreifen (Genesis 12:10-20 Abraham in Ägypten, 20:1-8 Abraham in Gerar bei König Abimelech, Genesis 26:1-10, Isaak in Gerar bei König Abimelech – man beachte dabei die Ähnlichkeit der drei Geschichten: Abraham war beim zweiten Mal nicht klüger, obwohl der ägyptische König fürchterlich für Abrahams Feigheit büssen musste, und auch sein Sohn Isaak lernte nichts aus den Fehlern des Vaters. Erstaunlich ist auch, dass Sara im hohen Alter von 90 Jahren noch immer so verführerisch aussah, dass König Abimelech sie zu sich holen liess.) oder von den Männern zur Zeit der Richter, als ein Levit – und das ist der Gipfel der Feigheit – seine junge Konkubine von Betrunkenen und Perversen eine ganze Nacht lang schänden und vergewaltigen liess (zu Tode ficken, wie man heute sagen würde) ohne, dass er eingriff, und alles nur, damit er im Nachhinein einen Vorwand hatte, gegen die Bewohner von Gibea einen Krieg zu beginnen (Richter 19). Auch die Gesetze, die Jahwe Moses auf dem Berg Sinai übermittelt haben soll, sehen keinen Schutz für Frauen vor: Wenn ein Mann eine junge Frau, die noch nicht verlobt ist, vergewaltigt, dann soll er ihrem Vater den Brautpreis zahlen, sie ehelichen und darf sich nie mehr von ihr scheiden lassen (5 Mose 28-29). Falls ein Mann in einer Stadt eine verlobte Frau vergewaltigt, dann müssen beide gesteinigt werden. Der Mann, weil er mit einer verlobten Frau geschlafen hat und die Frau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl man sie in der Stadt hätte hören können (5 Mose 23-24). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Auf Jahwes Geheiss waren die Israeliten in alttestamentlichen Zeiten äusserst kriegerisch, brutal und rassistisch. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gott Sebaot ein Heerführer, ein Kriegsgott, war. Um ihren Gott freundlich zu stimmen, mussten die Israeliten ihrem Gott sinnlos Tiere opfern: Am Geruch dieser Brandopfer fand der Herr Wohlgefallen (4 Mose 1:13). Und in Kriegszeiten befahl Jahwe, dass unschuldige Pferde, die keine Wahl hatten, ob sie in den Krieg ziehen wollten oder nicht, verstümmelt würden (Josua 11:9). Rassismus und Ausgrenzung grassieren im Alten Testament: kastrierte Männer, Männer, deren Penis abgeschnitten worden war, sowie unehelich geborene Kinder und deren Nachfahren bis zur 10. Generation durften nach Jahwes Anweisungen nicht ins Volk der Israeliten aufgenommen werden (5 Mose 23:1-2). Ausserdem galten Männer mit körperlichen Gebrechen, Blinde, Lahme, Entstellte oder anderweitig körperlich Behinderte, Menschen mit verkrüppelten Händen oder Füssen, mit einem Buckel, Kleinwüchsige, Menschen mit Augen- oder Hauterkrankungen sowie Eunuchen als unrein und durften nicht als Priester dienen und Opfer darbringen (3 Mose 21:18-20). Ethikgesetze schienen nur gegenüber Israeliten zu gelten: Die Israeliten durften andere Israeliten nicht als permanente Sklaven halten. Die Kinder von Ausländern hingegen durften versklavt werden und mussten ihren israelitischen Besitzern ihr ganzes Leben lang dienen (3 Mose 25:44-46). Ganze Völker, auch friedliche, wurden dahingerafft, unter dem Vorwand, dass sie ihr Land verunreinigt hätten und es nicht verdienten, weiterhin dort zu leben. Wenn immer soziale Probleme auftauchten, gab es für den Kriegsgott Jahwe nur eine Lösung: Tötung. Als sich die Israeliten bei Jahwe wegen ihren Nöten beklagten, wurde er wütend und schickte ihnen Feuer, das ihr Lager versengte (4 Mose 11:1), als ein Mann an einem Sabbat Holz zum Anfeuern sammelte, rief Jahwe die Israeliten dazu auf, den Mann zu steinigen (4 Mose 15:32-36), als die Israeliten sich erneut beklagten, sandte Jahwe giftige Schlangen, die viele Menschen bissen und töteten (4 Mose 21:6), als die Israeliten die Hethiter, Girgasiter, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter überfallen sollten, befahl Jahwe, dass all diese Völker umgebracht werden müssten: Bündnisse zu schliessen, Gnade walten zu lassen oder Frauen dieser Völker zu heiraten war den Israeliten verboten (5 Mose 7:1-4), Traumdeuter und Propheten, die den Israeliten rieten, sich gegen Jahwe aufzulehnen, liess er umbringen (5 Mose 13:5) und auch Menschen, die die Israeliten dazu ermutigten, andere örtlich ansässige Götter zu verehren, waren gnadenlos zu ermorden (5 Mose 7:7-9), Menschen, die andere Götter, die Sonne oder die Sterne anbeteten, mussten gesteinigt werden (5 Mose 17:7), jedermann, der sich gegen einen Richter oder Priester auflehnte, war ebenfalls zu töten (5 Mose 17:12), wenn ein Sohn starrsinnig und rebellisch war und Geld für Alkohol verschwendete, musste er durch Steinigung hingerichtet werden (5 Mose 21:20-21), wenn ein Mann, eine Frau und ihre Mutter gleichzeitig heiratete, mussten alle drei verbrannt werden (3 Mose 20:14) und wenn Männer oder Frauen sexuelle Kontakte mit Tieren hatten, so musste auch das arme, unschuldige Tier das Zeitliche segnen (3 Mose 20:15-16). Angesichts all dieser Aufrufe Jahwes zur Ermordung und zum grausamen Abschlachten von Menschen und Tieren ist es mir schleierhaft, warum eines der zehn Gebot „Du sollst nicht töten“ heisst.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Im Vergleich zu den Angehörigen des Volkes Gottes zu biblischen Zeiten machen sich heutzutage viele Menschen Gedanken über den Sinn und Unsinn des Strebens nach Geld und Macht, viele Menschen verspüren den Wunsch, armen Menschen zu helfen und Geld zu spenden, andere setzen sich in Wohltätigkeitsorganisationen ein und überlegen sich, wie die Reichtümer dieser Welt gerechter verteilt werden könnten. Sklaverei wurde im Westen vor über 100 Jahren abgeschafft, und wenn immer neue oder bisher wenig bekannte Formen der Sklaverei – Frauenhandel oder Kinderarbeit – ans Licht kommen, setzen sich die Menschen zusammen und suchen nach Lösungen, um ein erneutes Umsichgreifen dieser Arten der Sklaverei zu unterbinden. Das Bewusstsein der Menschen, dass wir alle gleich sind und einander respektieren müssen, ist im Laufe der Jahrhunderte gewachsen. Heutzutage geht ein Aufschrei des Entsetzens durch die Reihen, wenn aufgedeckt wird, dass in einem Krieg Frauen massenweise vergewaltigt wurden. Es wird versucht, Täter vor internationalen Gerichtshöfen zur Rechenschaft zu ziehen, und selbst wenn dies nicht immer gelingt, ist es heute dank der Genfer Konventionen unvorstellbar, dass ein Politiker ungestraft und in aller Öffentlichkeit wie Moses dazu aufruft, Kinder und Frauen massenweise umzubringen oder zu vergewaltigen. In Europa diskutieren Rechtsexperten über die genaue Definition von Vergewaltigung und häuslicher Gewalt, um der Ausbeutung von Frauen endgültig einen Riegel zu schieben. Tiere werden im Westen heute mehr geachtet als unter den Israeliten zu Zeiten Moses: Das Schächten von Tieren ist in manchen Ländern verboten und verpönt, viele Menschen verzichten auf den Konsum von Tierprodukten und demonstrieren gegen Tierquälerei. Die Menschen versuchen heutzutage, miteinander über die Kulturen und Religionen hinweg einen Dialog zu führen. Das Bewusstsein, dass wir Menschen alle zusammengehören, wächst immer mehr in unseren Gesellschaften und es wird versucht, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem alle friedlich zusammenleben können: Menschen demonstrieren gegen Rassismus, solidarisieren sich mit den Unterdrückten und lernen die Sprachen anderer Völker, Männer und Frauen aus unterschiedlichen Kulturen kommen sich näher, heiraten und lernen voneinander. Die Kulturen vermischen sich.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Und genau diese globale Entwicklung erachten die modernen Christen als eine Gefahr, denn wenn Kulturen aufeinander zugehen, bedeutet dies oft auch ein Loslassen des Alten und im religiösen Bereich ein Loslassen der eigenen Intoleranz. Die Christen glauben, dass die kulturelle Öffnung der Gesellschaften, die Toleranz anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber und der Weltfriede Versuchungen des Teufels und Anzeichen der Endzeit sind. Alle positiven Entwicklungen in der Welt erachten sie als Täuschungen des Teufels. Die Menschen bewegen sich ihrer Ansicht nach unwissend und naiv ihrem eigenen Untergang entgegen und erkennen die fiesen Tricks des Teufels nicht. Warum aber der liebe Vatergott Jahwe diesem Elend untätig zuschaut und die unwissenden Menschen nicht aus den Fängen des Teufels befreit, können die Christen nicht erklären. Schnöde werfen sie den Ausdruck „freier Wille“ in die Runde, sie spucken ihn dem verängstigten Suchenden fast ins Gesicht und machen den Menschen in seiner spirituellen Verzweiflung verantwortlich dafür, die Machenschaften des spirituellen Gegenspielers Jahwes, des Teufels, nicht zu durchschauen. Wie sollte aber ein Mensch in der Lage sein, die Spiele der Götter aufzudecken? Das hat doch nichts mit freiem Willen zu tun. Die Christen berauben die Menschen ihrer natürlichen Urteilsfähigkeit, indem sie behaupten, dass die Bibel das Wort Gottes ist, dass Jahwe das Gute verkörpert und der Teufel das Böse, ohne dafür Beweise vorzulegen. Wenn wir ehrlich sind, überzeugt keine der beiden Gottheiten wirklich durch Liebe: Ich könnte Tausende von durch Jahwe verübte oder verordnete Schreckenstaten aufzählen, ohne viel nachdenken zu müssen, aber mir kommt keine einzige Situation in den Sinn, in der Jahwe den Menschen, ohne im Gegenzug etwas von ihnen zu erwarten, Gutes getan hätte. Der Teufel wird viel seltener erwähnt in der Bibel, aber schlimmer als die Taten Jahwes sind auch seine Taten nicht, wie mir scheint. Die Grenze zwischen dem biblischen Gott Jahwe und dem Teufel ist fliessend, und an manchen Stellen wussten nicht einmal die Verfasser des heiligen Buches selbst, ob es nun Jahwe oder der Teufel war, der zur Rechenschaft zu ziehen sei: Während es in 2 Samuel 24 Jahwe ist, der David dazu veranlasst, das jüdische Volk mit einer Volkszählung zu ärgern, so ist es gemäss 1 Chronik 21 der Teufel, der David zu besagter Handlung veranlasst. Die beiden Bibelstellen zeigen sonnenklar, dass Jahwe in seiner Willkür zu genau den gleichen bösen Taten fähig war wie der Teufel. Wenn Jahwe wirklich der Weltrichter-Gott ist, unter dessen Herrschaft oder Tyrannei die Erretteten in Ewigkeit leben werden, dann muss ich mich ernsthaft fragen, ob ich wirklich ewiges Leben will. Wenn es ewiges Leben gibt, dann sollte dieses von einem wirklich gerechten Gott geschenkt werden, der niemanden wegen seines Unverständnisses in spirituellen Dingen für alle Ewigkeiten verdammt, der nicht ausgrenzt und die Menschen in Spreu und Weizen sortiert, der kein Menschenopfer fordert, um vergeben zu können, sondern der in Liebe alle Menschen eins werden lässt, der den Weltfrieden und kulturelle Vermischung liebt, der auch verwirrte Menschen annimmt, tröstet und aufrichtet und den die Menschen an seinen guten Früchten erkennen können. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Times New Roman;"> </span></p>
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			<media:title type="html">Alle im gleichen Boot</media:title>
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		<title>,Was mich zum Stutzen brachte</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 11:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Christen gehen stets davon aus, dass ich dem Christentum den Rücken gekehrt hätte, weil ich von anderen Christen verletzt worden wäre. Sie fragen nicht einmal nach, ob dem wirklich so sei. Vielmehr gehen sie dazu über, mir zu erklären, dass Christen auch nur Menschen seien und Fehler machen würden. Manche gehen sogar soweit, dass [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=31&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Christen gehen stets davon aus, dass ich dem Christentum den Rücken gekehrt hätte, weil ich von anderen Christen verletzt worden wäre. Sie fragen nicht einmal nach, ob dem wirklich so sei. Vielmehr gehen sie dazu über, mir zu erklären, dass Christen auch nur Menschen seien und Fehler machen würden. Manche gehen sogar soweit, dass sie sagen, der einzige Unterschied zwischen Christen und Nichtchristen sei, dass die Christen eines Tages erlöst würden, weil sie für ihre Schlechtigkeit Vergebung in Anspruch nehmen, und die Nichtchristen – weil sie im Gegensatz zu den Christen ihre eigene Schlechtigkeit nicht erkennen – die Ewigkeit in der Hölle zubringen. Abgesehen davon, dass dies nicht mit Jesu Weisung<span>  </span>„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ im Einklang steht und ein vom Heiligen Geist beseelter Christ gemäss unzähligen Hinweisen in den Evangelien und den Paulusbriefen tatsächlich ein besserer Mensch sein sollte, hat meine Abkehr vom Christentum nur sehr wenig mit dem Verhalten der Christen zu tun. Wie jeder andere Mensch wurde ich natürlich von Menschen – Christen wie auch Nichtchristen – verletzt und wie die meisten anderen Menschen bin ich darüber hinweggekommen, habe ich vergeben und mit meinem Leben weitergemacht. Was mich wirklich vom christlichen Glauben wegbrachte, ist die Bibel.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Bald zwei Jahre ist es nun her, seit ich beschlossen habe, die Bibel chronologisch, von A-Z zu lesen, damit ich mich auf meiner Suche nach Gottes Willen nicht mehr auf Priester und Seelsorger verlassen müsste, die sich alle gegenseitig widersprachen, sondern in der Lage wäre, Gottes Wort, wie ich es damals nannte, selbst zu verstehen und Antworten für mein Leben zu finden. <span> </span>Als ich mit dem Lesen von Genesis begann, war ich noch felsenfest davon überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist und dass man für alle Ungereimtheiten eine Erklärung finden würde. Ich glaubte auch, dass sämtliche christlichen Grundsätze – Erbsünde, <span> </span>freier Wille und Erlösungsbedürftigkeit – klar mit der Bibel zu begründen seien. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Natürlich staunte ich nicht schlecht, als ich erkannte, dass diese für das moderne Christentum grundlegenden Konzepte gar nicht im Alten Testament vorhanden waren und dass die Erzählung über Adam und Eva erst im Nachhinein von Paulus so uminterpretiert wurde, dass die Verbannung aus dem Garten Eden als Symbol für den geistigen Tod der Menschheit zu betrachten wäre. Man stelle sich das einmal vor: Über mehrere tausend Jahre hinweg hätte das Volk Gottes im Lichte von Paulus’ Auslegung nicht die geringste Ahnung davon gehabt, dass jeder Mensch in Sünde geboren war, nicht vor dem HERRN bestehen konnte und nach dem Tod für alle Ewigkeiten verloren wäre. Und Gott schien sein Volk laut Bibel in diesem fatalen Glauben auch noch zu bestärken, indem er ihm weismachte, dass es tatsächlich Menschen gibt, an denen er Gefallen findet: „Noah war ein GERECHTER Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen; Noah lebte mit Gott“ (Genesis 6:9), „Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich GERECHT vor mir erfunden in dieser Generation.“ (Genesis 7:1). Auch das Gespräch zwischen Abraham und dem HERRN in Genesis 18 deutet klar darauf hin, dass sogar im Sündenpflaster Sodom unschuldige Menschen lebten. Und siehe da, der HERR beschliesst tatsächlich, Lot und seine Töchter zu retten, weil sie unschuldig sind. Die Begriffe, „gerecht“, „untadelig“ und „unschuldig“, haben nichts, aber auch gar nichts, gemeinsam mit den Worten „sündhaft“, „schuldig“ und „böse“, mit denen gewöhnlich das moderne Christentum die Menschen beschreibt. Wenn Paulus’ Auslegungen stimmen und die Menschen tatsächlich alle – ausnahmslos – vor Gott schuldig sind, warum hat Gott dann seinem Volk mehrere tausend Jahre lang nicht die Wahrheit gesagt? Warum hat Gott manche Menschen im falschen Glauben, dass sie sich nichts vorzuwerfen hätten, gelassen? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Das Konzept der Schuldhaftigkeit der Menschen kommt auch in späteren Epochen nicht zum Ausdruck. Gott unterlässt es im ganzen Alten Testament, seinem Volk klar zu erklären, dass alle Menschen Sünder sind und eines Erlösers bedürfen. Von vielen Königen, einschliesslich König David, sagt die Bibel, dass der HERR an ihnen Gefallen fand: „[…] mein Knecht David, DER MEINE GEBOTE BEWAHRT HAT und mir nachgefolgt ist mit seinem ganzen Herzen, dass er NUR TAT, WAS RECHT IST IN MEINEN AUGEN […] (1 Könige 14:8). Aus diesem Satz lernen wir erstens, dass Gott – anders als uns die Christen weismachen wollen – der Ansicht ist, dass die Menschen in der Lage sind, seine Gebote zu bewahren und zweitens, dass der Mensch das Rechte tun kann und nicht, wie die Christen behaupten, nur zu Bösem in der Lage ist. Die Einschränkung, die die Bibel im nächsten Abschnitt (Könige 15:5) macht: „[…]weil David getan hatte, was recht war in den Augen des HERRN, und […] nicht abgewichen war alle Tage seines Lebens, ausser in der Sache mit Uria, dem Hetiter“ sowie die in einem früheren Abschnitt abgegebene Erklärung des HERRN, dass David dem HERRN keinen Tempel bauen dürfe, weil zuviel Blut an seinen Händen klebe, bringen einerseits zum Ausdruck, dass der Gott des Alten Testaments nicht annähernd so hohe Ansprüche an die Menschen stellte, wie die Christen glauben, wenn sie von den bewussten und den unbewussten, den versteckten Sünden und den Sünden des Herzens sprechen, und andererseits, dass die Bibel in ihren Aussagen nicht konsistent ist.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die nicht miteinander zu vereinbarenden Widersprüche in der Bibel waren ein weiterer Faktor, warum ich aufgehört habe, an die Bibel zu glauben. Die Tatsache, dass auf einer Seite ein Konzept ausgedrückt werden konnte, das durch eine Aussagen auf der nächsten Seite völlig in Abrede gestellt wurde, weckte Erinnerungen an meinen muslimischen Ex-Mann, der nach jedem gescheiterten Versuch, an der Bibel Gefallen zu finden, meinte, dieses Buch lese sich so wie ein von einem Kleinkind verfasster Aufsatz. Und ich musste zugeben, dass auch mir manchmal ein Aufsatz in den Sinn kam, den ich einst korrigierte und der mit „…und dann war ich tot“ endete. Die Bibel steckt voller unlogischer Aussagen, die mich daran zweifeln liessen, dass sie wirklich Gottes Wort ist. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Für mich verliert das Alte Testament als Wort Gottes in Genesis 4:20-21 erstmals ernsthaft an Glaubwürdigkeit. Hier versucht der Autor, einen historischen Bezug zu seiner Gegenwart herzustellen: „Und Ada gebar Jabal; dieser wurde der Vater derer, die in Zelten und unter Herden WOHNEN (Präsens). Und der Name seines Bruders war Jubal; dieser wurde der Vater all derer, die mit der Zither und der Flöte UMGEHEN (Präsens).“ Die Präsensform in Genesis 4:20-21 ist meines Erachtens äusserst verwirrend: Bibeltreue Christen glauben, dass Moses der Verfasser von Genesis ist, während manche Bibelwissenschaftler davon ausgehen, dass mehrere Autoren des 8. Jahrhunderts vor Chr. an Genesis gearbeitet haben. Ganz unabhängig davon wurde der Text mit Sicherheit erst nach der Sintflut, falls eine solche jemals stattgefunden hatte, verfasst, und die nachsintflutlichen Beduinen und Musiker, von denen hier die Rede ist, können kaum von Jabal und Jubal aus der Zeit vor der Sintflut abstammen, da keiner dieser Vorväter seine Gene an Noah, den einzigen Überlebenden der Sintflut, weitergeben konnte, da Noah von Seth abstammte, während Jabal und Jubal die Nachfahren von Kain waren. </span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Anfangs versuchte ich, diese kleinen Ungereimtheiten als literarische Ausrutscher zu betrachten, aber je länger ich Genesis las, umso mehr logische Mängel fielen mir auf: Wie konnte es beispielsweise möglich sein, dass Abrahams Konkubine Hagar, nachdem sie von Abraham verstossen wurde, ihren 14 Jahre alten Sohn Ismael durch die Wüste TRUG, und als sie vor Durst und Erschöpfung nicht mehr konnte, den TEENAGER unter einen Busch WARF? Ist ein 14-Jähriger nicht stark genug, um selbst durch die Wüste zu gehen?</span></p>
<p><em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Und Abraham machte sich früh am Morgen auf, und er nahm Brot und einen Schlauch Wasser und gab es der Hagar, legte es auf ihre Schulter und [gab ihr] das Kind und schickte sie fort. Da ging sie hin und irrte in der Wüste von Beerscheba umher.“</span></em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> (Genesis 21:14)</span></p>
<p><em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Als aber das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen der Sträucher“</span></em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> (Genesis 21:15)</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Als ich noch glaubte, suchte ich lange nach einer plausiblen Erklärung für dieses seltsame Verhalten. Vielleicht dauerte die Entwicklung der Menschen damals länger, was auch erklären würde, warum die Menschen in der Bibel so viele hundert Jahre alt wurden? Doch diese Antwort verwarf ich bald wieder, weil dann bestimmt auch die Schwangerschaft der Gattung Mensch etwas länger gedauert hätte, was jedoch gemäss Prophezeiung in Genesis 18:14 nicht – oder höchstens beschränkt – zutrifft:</span></p>
<p><em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen über ein Jahr, so soll Sara einen Sohn haben.“</span></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Heute, nach all den kritischen Gedanken, die ich mir zur Bibel gemacht habe, ist die Antwort auf die Frage nach dieser Ungereimtheit in meinen Augen klar: Der Verfasser des Textes hat schlichtweg vergessen, dass Ismael aufgrund der Altersangaben ein paar Seiten weiter vorne kein Kleinkind mehr sein konnte und nicht mehr auf Mamas Rücken getragen werden konnte. Ein sehr menschlicher Fehler, aber ein Fehler, der mich zum ersten Mal im Leben daran zweifeln liess, dass die Bibel wirklich Gottes unfehlbares Wort ist.</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Eine ähnliche Ungereimtheit findet man in der Geschichte von Josef, der von seinen Brüdern an Handelsleute verkauft wurde, nach Ägypten kam und dort dank seinen prophetischen Traumdeutungen zum höchsten Ratgeber des Pharaos wurde. Als in seinem Heimatland eine Hungersnot ausbrach, holte er seinen ganzen Clan nach Ägypten. Sein Vater Jakob und alle seine Brüder kamen. Angesichts der sprichwörtlichen Familienzusammengehörigkeit in nahöstlichen Ländern dürfte man davon ausgehen, dass Jakob einen engen Kontakt mit seinem lange Jahre tot geglaubten Sohn Josef gepflegt hätte. Seltsamerweise war dem aber nicht so: Nachdem Jakob schon 17 Jahre in Ägypten gelebt hatte (Genesis 47:28), brachte Josef seine Söhne Efraim und Manasse, die bereits um die 20 waren, zu Jakob, auf dass dieser seinen Söhnen den Segen erteilen konnte. Als die beiden jungen Männer vor Jakob standen, fragte Jakob „Wer sind diese?“ (Genesis 48:8). Man führe sich das einmal<span>  </span>vor Augen: Ein Grossvater, dem es fast das Herz gebrochen hätte, als man ihm mitteilte, sein liebster Sohn sei von wilden Tieren zerfleischt worden, findet nach Jahren heraus, dass der geliebte Sohn noch lebt, reist zu ihm nach Ägypten und verbringt seinen Lebensabend in seiner Nähe und lernt dabei nicht einmal seine eigenen Grosskinder kennen? Das ist nicht glaubwürdig: Entweder ist das ständige Gerede von Liebe zwischen Vater und Sohn und Familienzusammenhalt nichts als heisse Luft oder aber der Verfasser des Textes hat einmal mehr vergessen, was er auf den vorherigen Seiten zu Papier gebracht hatte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Mit der Zeit begann ich, all diese kleinen Ungereimtheiten herauszusuchen. Mir wurde bewusst, dass das Alte Testament in einem Stil verfasst ist, der den intellektuellen Fähigkeiten und dem Kenntnisstand der damaligen Menschen entsprach und mehr nicht. Nicht in dem Sinne, wie die Christen die Ungereimtheiten wegzuerklären versuchen, dass Gott so mit den Menschen gesprochen hätte, wie sie es damals verstehen konnten, denn Gott hätte den damaligen Menschen Dinge auch mit einfachen Worten erklären können, ohne Ungereimtheiten einzubringen, sondern im Sinne, dass die Menschen damals einfach so schrieben, wie sie es gemäss ihren Fähigkeiten und ihrem Wissenstand vermochten: mit vielen Ungereimtheiten, einem Haufen falscher Vorstellungen, mit viel Aberglauben und oftmals mit einer naiv betrügerischen Autorenhaltung, aber nicht durch göttliche Inspiration. Mir fällt dazu ein Vergleich zur Malerei ein: Bevor in der Malerei die Perspektive entdeckt wurde, konnten die Maler die Dinge, die sie malten, räumlich nicht richtig darstellen. Sie malten Dinge übereinander und nebeneinander, die eigentlich hintereinander gewesen wären. Ähnlich, denke ich, verhält es sich mit den Texten des Alten Testaments: die Wirklichkeit, wie die Menschen sie damals sahen, wurde in naiv dilettantischer Weise zu Papier gebracht, und die Bibel sollte heute als das betrachtet werden, was sie ist: ein spannendes Zeugnis von der geistigen und literarischen Entwicklung eines semitischen Volkes.</span></p>
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		<title>Verkehrtes Bibellesen (oder wenn Fundamentalisten lügen)</title>
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		<comments>http://suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/2008/09/11/verkehrtes-bibellesen-oder-wenn-fundamentalisten-lugen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 15:42:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich sah in ihren Augen eine Mischung aus Leidenschaft, Furcht und Kreuzzugsfeuer. Ich wusste, dass sie log. Oder vielleicht flunkerte. Der Zweck heiligt die Mittel, musste sie sich gesagt haben, als sie mir nach einer kurzen Sekunde der Sprachlosigkeit, wie es mir erschien, in die Augen blickte und sagte: &#8222;Ja, ich habe die Bibel gelesen, vorwärts [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=25&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ich sah in ihren Augen eine Mischung aus Leidenschaft, Furcht und Kreuzzugsfeuer. Ich wusste, dass sie log. Oder vielleicht flunkerte. Der Zweck heiligt die Mittel, musste sie sich gesagt haben, als sie mir nach einer kurzen Sekunde der Sprachlosigkeit, wie es mir erschien, in die Augen blickte und sagte: &#8222;Ja, ich habe die Bibel gelesen, vorwärts und rückwärts habe ich sie gelesen&#8220;.  Das &#8222;vorwärts und rückwärts&#8220; hätte sie sich sparen können. Ja oder Nein soll Euer Wort sein, alles weitere ist vom Teufel. Und hier war die Ergänzung ein Hinweis darauf, dass sie sich nicht wohl fühlte in ihrer Haut, dass sie mir nicht die ganze Wahrheit sagte. Aber natürlich entwaffnete sie mich mit dieser Aussage, denn ich kann ja nicht einfach weiter behaupten, dass sie die Bibel nicht gelesen hat, wenn sie mir als Christin ihr Wort gibt. Ich kann mir auch vorstellen, wie sie ihre Lüge rechtfertigt: Durch Bibelzapping, wie es unter Christen in Hauskreisen praktiziert wird, hat sie vermutlich tatsächlich irgendwann einmal etwas aus jedem Buch der Bibel gelesen, einen Spruch, einen Absatz, eine Prophezeihung, und vielleicht war ihr Bibelstudium sogar so intensiv, dass sie im Laufe der Jahre zufälligerweise wirklich alle Teile der Bibel irgendwann schon einmal gelesen hat. Aber sich durch ein Buch zu zappen bedeutet nicht, ein Buch richtig gelesen, geschweige denn verstanden zu haben. Wer würde schon einen Krimi auf den letzten Seiten aufschlagen, da, wo sich alle Fäden zusammenziehen und das Verbrechen aufgeklärt wird,  und dann mit den dort gewonnenen Informationen an den Anfang des Buches gehen und alles im Lichte der Erkenntnisse der letzten Seiten lesen? Wer würde irgend ein anderes Buch zuerst im hinteren Drittel lesen, bevor er mit dem Anfang beginnt? Genau das aber machen die Christen mit der Bibel. Sie schlagen die Bibel bei Johannes auf und lesen danach das ganze alte Testament im Lichte des Vatergottes, der die Welt so sehr liebte, dass er seinen eingeborenen Sohn an ein Kreuz nageln liess, auf dass dieser die Sünden der Menschheit auf sich nehme, damit jeder, der an ihn glaubt nicht verloren geht sondern ewiges Leben bekommt&#8230; Mit diesem den alten Juden äusserst fremden Gedanken im Herzen lesen sie sich dann durch das alte Testament hindurch und suchen fieberhaft nach Hinweisen und Prophezeihungen, die auf Jesus hindeuten. Auf diese Weise lesen sie Dinge in die alten Texte hinein, die von den damaligen Autoren weder explizit gesagt noch implizit beabsichtigt wurden. Dass derselbe Gott, der alle Menschen liebt und ihnen ein Vater sein will, im alten Testament verordnete, dass unschuldige Völker ermordet und dahingerafft wurden, dass Tiere für religiöse Rituale geschlachtet und geopfert wurden, dass Kriege geführt und Städte erobert wurden, erklären sie mit einem schnöden &#8220;Jesus ist gekommen, um all diese Gesetze ausser Kraft zu setzen!&#8220;. Auge um Auge, Zahn um Zahn gelten nicht mehr. Sie wurden durch Vergebung und Nächstenliebe ersetzt. Wenn man jedoch genau erfahren möchte, welche jüdischen Gesetze denn heute noch gelten und welche nicht, gibt es kaum Einigkeit unter den Christen. Nur Menschen, die die Bibel nicht chronologisch in ihrem historischen Kontext gelesen haben, können behaupten, dass Gott all die Gesetze, die er Moses auf dem Berg Sinai übergeben hatte, auf einmal für nichtig erklärte. Die Christen haben meist sehr ungenaue Vorstellungen der jüdischen Gesetze: Der Gedanke, dass kein Mensch diese Gesetze einhalten könnte und vor Gott gerecht dastehen könnte, war den alten Juden unbekannt. Dass die Menschen das Gesetz perfekt einzuhalten hätten, wurde gar nicht  erwartet. Erst der christliche Gedanke von ewigem Leben brachte diesen Absolutheitsanspruch mit sich. Wenn man das alte Testament liest, wird einem schnell klar, dass es sich um ein durchaus einhaltbares, wenn auch manchmal sehr unmenschliches und brutales Gesetz handelte. Genau diese grausamen Aspekte des jüdischen Gesetzes können viele moderne Menschen nicht mehr mit ihren eigenen Werten vereinbaren und deshalb suchen sie Zuflucht im friedvollen und ach so menschlichen Christentum. Dabei verdrängen sie, dass derselbe Gott, den sie als ihren himmlischen Vater verehren, im alten Testament Tieropfer forderte und zu Krieg aufrief. Wieso sollte Gott anordnen, dass täglich unschuldige Schafe und Rinder zu seinen Ehren geopfert werden, nur um ein paar Tausend Jahre später die Menschen erkennen zu lassen, wie grausam das war und das Gesetz für nichtig zu erklären? Warum sollte ein Gott der Vergebung hartherzig die Todesstrafe für Nichtigkeiten (vor- und ausserehelicher Geschlechtsverkehr bei Frauen, Nichteinhalten des Sabbats) verordnen und von den Menschen erwarten, dass sie sich alles vergeben? Ist es überhaupt möglich, den Gott Jahwe des Alten Testaments mit dem Abba-Gott des neuen Testaments zu vereinbaren? Ist dieser Gott wirklich derselbe oder handelt es sich bei den christlichen Erklärungen nur um einen hilflosen Versuch, eine grausame Gottheit aus alten hebräischen Schriften und Sagen mit Erklärungen aus einer ganz anderen, der christlich hellenistischen Gedankenwelt, zu rechtfertigen?</p>
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		<title>Kriegsverweigerung</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 12:48:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich werde nicht in den Krieg ziehen für eine Gottheit &#8211; nicht für den Fürsten dieser Welt und auch nicht für Jahwe. Ich werde mir keine Waffenrüstung umziehen &#8211; nicht für Belial und auch nicht für Jesus. Ich will nichts zu tun haben mit den Kriegen der Götter. Geistige Kampfführung übersteigt meine menschlichen Fähigkeiten, ich kann [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=18&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ich werde nicht in den Krieg ziehen für eine Gottheit &#8211; nicht für den Fürsten dieser Welt und auch nicht für Jahwe. Ich werde mir keine Waffenrüstung umziehen &#8211; nicht für Belial und auch nicht für Jesus. Ich will nichts zu tun haben mit den Kriegen der Götter. Geistige Kampfführung übersteigt meine menschlichen Fähigkeiten, ich kann keine Verantwortung übernehmen für spirituelle Gefahren, in die mich die Götter bringen.</p>
<p>Woher will ich wissen, dass Jahwe das Gute verkörpert und Baal das Böse? Was ist besser an einem Kriegsgott, dem Gott Sabaoth, als an einem Fruchtbarkeitsgott? Ist Jahwe nur deshalb gut, weil er der Gott der Juden ist? Wie kann sich der Mensch für das Gute und gegen das Böse entscheiden, wenn ihm als einzige Entscheidungsgrundlage ein voreingenommenes Buch gegeben wird? Wer ist der &#8222;Gott der Bibel&#8220;? Heisst er El? Heisst er Jahwe? Heisst er Jesus? Ist er der Vorsitzende oder nur einer aus dem Kreise der Elohim? Antworten werde ich keine finden, denn um spirituelle Wahrheiten zu verstehen, muss man spirituelle Wege beschreiten, und das verbietet einem die Christenheit. Sein Inneres auf anderen Wegen als durch den Glauben an die Bibel zu erkunden, erachten die Christen als okkult.</p>
<p>Nur glauben darf man. Glauben an Jahwe, obwohl seine Gefolgsleute lügen und Unrecht tun, obwohl sein Buch vor Ungereimtheiten strotzt. Glauben an ein Buch, das aus einer subjektiven Haltung heraus verfasst wurde und dem Leser niemals ein objektives Bild verschaffen kann. Glauben an Wunder, auch wenn man nie eines erlebt hat. Glauben an Übersinnliches, aber nur an das, was die Verfasser der Bibel glaubten. Niemals selbst auf die Suche gehen, obwohl die Bibel mit ihren Traumdeutungen, Prophezeihungen und Beschreibungen von übernatürlichen Begebenheiten die Menschen richtiggehend dazu verleitet, den Weg ins Spiritistische zu beschreiten. Blind Glauben.</p>
<p>Ich kann das nicht. Ich kann nicht Partei ergreifen, wenn mir die Mittel zur Wahrheitsfindung fehlen. Ich kann mich nicht für Jahwe und Jesus entscheiden, wenn ich mir kein Urteil bilden kann, wenn ich haltlos bin, weil mein menschlicher Gerechtigkeitssinn in der spirituellen Welt des Christentums nichts zählt. Ich will nichts mit spirituellen Kriegen mehr zu schaffen haben, will nur in Frieden auf dieser Erde leben und darauf vertrauen, dass Gott, wenn es ihn gibt, Verantwortung übernimmt für all die Dinge, die meine Wahrnehmung übersteigen. Er darf uns Menschen keine Verantwortung für die Kämpfe der Gottheiten aufbürden. Das wäre nicht gerecht&#8230;</p>
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		<title>Angst vor den Warnungen der Christen</title>
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		<pubDate>Thu, 29 May 2008 15:42:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal frage ich mich, ob ich mit meinen Gefühlen ganz alleine bin, oder ob andere Menschen ebenso unter dem Christentum und den Schatten, die das christliche Denken über ihr Leben bringt, leiden. Als ich selbst noch glaubte, fühlte ich mich jedes Mal elend, wenn ich an einem sonnigen Samstag Nachmittag durch die Stadt spazierte und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=17&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;color:black;font-family:Arial;">Manchmal frage ich mich, ob ich mit meinen Gefühlen ganz alleine bin, oder ob andere Menschen ebenso unter dem Christentum und den Schatten, die das christliche Denken über ihr Leben bringt, leiden. Als ich selbst noch glaubte, fühlte ich mich jedes Mal elend, wenn ich an einem sonnigen Samstag Nachmittag durch die Stadt spazierte und an einem Stand missionierender Christen vorbeikam. Ihre Warnungen und das düstere Bild, das sie von der Welt malen – wir sind alle, ohne es zu wissen, unter der Herrschaft des Teufels, und diese Erde schreit danach, dass Christus bald wiederkommt und die Menschheit richtet – liessen mich vor Angst erstarren. Ich übertreibe nicht: Mir schnürte sich jedes Mal der Magen zusammen, ein Schwindel überkam mich, und ich fühlte mich unendlich schwach, wollte nur noch schlafen. Das Gleiche geschah, wenn ich ihre Plakate las: „Kehret um, bevor es zu spät ist. Der Herr richtet jetzt seine Herrschaft auf.“ Der Endzeitglaube der Christen verlieh meiner ganzen Jugend und meinem Dasein als junge Erwachsene eine depressive Grundnote. Ich fühlte mich stets gedrängt, die letzten Fragen des Lebens zu lösen, bevor mein Leben so richtig begann. Diese subtilen Drohungen von der Herrschaft des Teufels und vom Ende der Welt - ich fühlte mich so hilflos, wenn ich sie hörte. Daheim, in meinem stillen Kämmerlein, weinte ich oft darüber: Ich will doch nichts mit dem Teufel zu tun haben. Sieht denn Gott nicht, dass ich ein liebenswerter  Mensch bin, der gerne leben möchte, ohne an ein Ende zu denken? Habe ich es wirklich verdient, von den Christen derart verängstigt zu werden? Wovon soll ich genau umkehren? Und wenn ich von allem umkehren würde, wie könnte ich dann noch weiterleben? Es liegt doch in der Natur des Menschen, dass er Fehler macht, &#8222;sündigt&#8220;, wie es die Christen ausdrücken.  Inwiefern soll ein Leben nach einer Umkehr anders sein? Wir sind ja nicht alles Betrüger und Diebe. Die meisten Menschen leben doch ihr Leben auch ohne Jesus nach bestem Wissen und Gewissen. Und ich frage mich: Kann sich überhaupt jemand ernsthaft freuen, wenn er die Botschaft hört, dass der Herr seine Herrschaft aufrichtet? Ich selbst zitterte beim Gedanken an Jesu baldige Wiederkunft, denn ich hatte nie das Gefühl, dass ich zu den Erretteten gehören würde. Wie soll ich mich da freuen? Wenn das Christentum wahr ist, dann haben viele Menschen, Menschen wie ich, nicht mehr viel zu lachen. Wie kann man sich Jesu Wiederkunft herbeisehnen? Selbst wenn man sich nichts vorzuwerfen hat und im Augenblick gerade rein vor Gott dasteht: Wie kann man sich einen Tag herbeiwünschen, an dem Millionen von Mitmenschen dafür verurteilt werden, dass sie auf dieser Erde gelebt haben, ohne nach Gott zu fragen? Wenn ich Feinde hätte, dann würde ich nicht einmal meinem ärgsten Feind den Schrecken und die ewigen Konsequenzen wünschen, die dieser Augenblick mit sich bringen würde. Ist Gott ein unberechenbarer Vater, der seine Kinder in Angst und Schrecken versetzt? Warum bestraft er uns für Dinge, denen wir machtlos gegenüberstehen? Wie kann Gott von uns Menschen erwarten, dass wir uns in der Welt des Spirituellen, deren Regeln wir nicht kennen, richtig verhalten? Der Mensch wurde doch nicht dafür geschaffen, gegen spirituelle Mächte anzukämpfen. Gott darf uns doch nicht dafür zur Rechenschaft ziehen, dass wir uns – in Unkenntnis über das Reich des Spirituellen – von den falschen Mächten, die uns Menschen spirituell dermassen überlegen sind, irreleiten lassen, zumal er selbst nie mit unmissverständlichen Worten zu uns Menschen spricht. Wir Menschen sind doch so vielen Gemütslagen, Eindrücken, Gefühlen, inneren und äusseren Stimmen ausgesetzt, und wir können kaum je erkennen, welchen Ursprung diese Stimmen haben. Wenn wir Gottes Stimme hören und als diese identifizieren könnten, dann würden wir ja keine Fehler mehr machen. Kein Mensch lässt sich doch absichtlich fehlleiten. Vielmehr schwimmen wir hilflos in einem Meer der Eindrücke, und uns fehlt oft die Fähigkeit unsere Eindrücke richtig einzuordnen. Die Christen bürden mir mit ihren Warnungen eine Verantwortung auf, die kein Mensch tragen kann. Ich bin überfordert mit den Forderungen, die Gott ihrem Weltbild zufolge an uns Menschen stellt. Ich kann nicht ermessen, was mein irdisches Denken und Handeln in der Ewigkeit für Konsequenzen hat&#8230;</span></p>
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		<title>Nächstenliebe und Höllenstrafe: Ein Gebet</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 15:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, den Blinden sage ich, dass sie sehen werden, und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen.“ (Lukas 4:18-19)
 
Als ich noch glaubte, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=15&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal" style="margin:0;"><em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, den Blinden sage ich, dass sie sehen werden, und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen.“ </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">(Lukas 4:18-19)</span></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Als ich noch glaubte, sprach ich in meiner Verzweiflung das folgende Gebet zu Gott: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Herr, Du forderst Deine Nachfolger auf, den Armen die frohe Botschaft zu bringen, Freiheit für die Gefangenen auszurufen, den Blinden zu sagen, dass sie sehen werden und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen. Du forderst Deine Nachfolger auf, sich in Nächsten- und Feindesliebe zu üben und hier auf dieser Erde Gutes zu tun…</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Angesichts einer ewigen Höllenstrafe nach diesem kurzen Leben sehe ich jedoch keinen Sinn in der christlichen Nächsten- und Feindesliebe. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Warum soll ich als Christin das weltliche Leid meiner ungläubigen Mitmenschen lindern, wenn die Menschen nach dem Tod ewigliche Qualen erleiden werden</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">?</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Was nützt einem Ungläubigen meine Nächstenliebe, wenn Du, Gott, ihn am jüngsten Tag verstösst? </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Was bedeutet schon das Leiden auf dieser Erde, wenn das Elend, das die Menschen nach dem Tod erwartet, tausendmal entsetzlicher ist? Was nützt es, wenn ich ungläubigen Menschen Gutes tue, ihnen das Leben im Diesseits verschönere, wenn es doch nur eine Frage der Zeit ist, dass sie ewiges, unsägliches Leid erleben? Was hat Nächstenliebe für eine Bedeutung, wenn sie nichts am tragischen Schicksal der Menschen in Ewigkeit ändert? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Warum soll ich als Christin den ungläubigen Menschen vergeben, wenn Du, Gott, ihnen nach dem Tod nicht vergibst? Was hilft einem ungläubigen Menschen meine Vergebung, wenn er noch immer Dein Feind ist? Diese Erdenzeit ist doch so kurz. Und wenn Du, Gott, alle verstösst, die als Deine Feinde gestorben sind, was hat es denn gebracht, dass ich diesen Menschen während unseres kurzen Daseins auf dieser Erde etwas Liebe und Vergebung gezeigt habe? Erwartest Du denn von uns Menschen etwas, was Du selbst nicht zu geben bereit bist? Bedingungslose Liebe und Bereitschaft zur Vergebung, selbst wenn unser Gegenüber uns nicht liebt und keine Reue zeigt? Du aber liebst nur bis wir sterben und vergibst nur, wenn wir bereuen?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Weshalb, Gott, soll ich mich um hungernde Kinder in Afrika kümmern, wenn doch Armut zu Sünde führt und diese Kinder kaum je von Dir hören werden? Wirst Du sie nach dem Tod für ihre Sünden, für die sie keine Schuld tragen, in einem immerwährenden Feuersee bestrafen? Wäre es dann nicht besser, man würde sie als Babies verhungern lassen, damit sie gar nie erst das Alter erreichen, in dem sie vor Dir strafmündig werden? Weshalb sollten die Menschen überhaupt Kinder gross ziehen, wenn doch alle Menschen in Sünde geboren werden und sich kaum einer aus dem Sündenpfuhl befreien kann? Warum machen die Christen so ein Theater, wenn es um Abtreibung geht? Wäre Abtreibung nicht ein effizienter Weg, um kleine Seelen vor den Versuchungen dieser Welt und damit auch vor der Gefahr der ewigen Höllenstrafe zu schützen? <span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Und was ist mit all den guten Werken, der Nächstenliebe, von Ungläubigen? Werden diese einfach vergessen sein nach dem Tod? Werden sie </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">sich </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">in Luft auflö</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">sen, so als wären sie nie erbracht worden</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">? Wurden denn nicht auch christliche Herzen von den guten Taten Ungläubiger bewegt? Ein schönes Konzert, ein gutes Essen, tröstende Worte, eine liebevolle Umarmung… „Wo ist der<span>  </span>Geiger, der mir auf Erden so manchen Moment der Freude bescherte, während ich im Gebet zu Dir versank?“ wird ein Gläubiger im Himmelreich fragen. „Wo ist die nette Nachbarin, die für mich gekocht hat, als ich alt und gebrechlich war?“ ein anderer. „Und wo ist mein bester Freund, der mich durch Freud und Elend begleitet hat, der mich tröstete und verstand?“. Und dann, Gott, wirst Du sagen: „Diese Menschen haben nicht an meinen Sohn geglaubt. </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Sie lebten in Sünde, und deshalb </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">werde ich sie für immer im Feuersee quälen.“? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Und Menschen, die Nächstenliebe üben und Deine Schöpfung lieben aber nicht über Dich nachdenken, sollen <span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">sie </span>alle verloren gehen? </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">E</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">s kann doch nicht sein, dass Du jene verstösst, die sich in der Welt um andere Menschen, Tiere und Pflanzen kümmern anstatt sich mit der Bibel und Deinem Sohn zu befassen. Und all die Christen, denen jeglicher Sinn für die Schönheit des Lebens abgeht, die es kaum erwarten können, dass Du diese Welt bald vernichtest, die nichts mit Tieren anfangen können und keine Liebe zur Natur aufbringen&#8230; sie dürfen die Ewigkeit in einem herrlichen Garten zubringen, im Einklang mit den Tieren, die sie zuvor ohne Bedenken verzehrt haben? Ist es nicht „Perlen vor die Schweine geworfen“, wenn diese Menschen eines Tages im Garten Eden all die schönen Tiere und Pflanzen um sich geniessen, die andere für sie gehegt und gepflegt haben, während die Gärtner und Tierfreunde in der Hölle verbrennen? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Herr, ich kann diese Gedanken nicht ertragen.  Sie zerreissen mir das Herz. Sie sind dermassen entsetzlich. Aber sie entspringen der christlichen Lehre.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Amen.</span></p>
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		<title>gemässigte Christen</title>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2008 13:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die gemässigten Christenmenschen verstehen mich nicht mehr. In der Vergangenheit betrachteten sie meine christliche Haltung als übertrieben, und nun, da ich dem Christentum gänzlich den Rücken gekehrt habe, versuchen sie mir einzureden, dass der Glaube der Seele gut täte und dass ich mich doch nicht einfach vom Glauben abwenden dürfe. Ich könnte doch immer noch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=14&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die gemässigten Christenmenschen verstehen mich nicht mehr. In der Vergangenheit betrachteten sie meine christliche Haltung als übertrieben, und nun, da ich dem Christentum gänzlich den Rücken gekehrt habe, versuchen sie mir einzureden, dass der Glaube der Seele gut täte und dass ich mich doch nicht einfach vom Glauben abwenden dürfe. Ich könnte doch immer noch eine gemässigte Christin bleiben…</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">In meinen Augen gibt es jedoch kein glaubhaftes gemässigtes Christentum. Menschen, die ein gemässigtes Christentum leben, haben sich ihren Glauben aus einem bunt zusammen gewürfelten Sammelsurium aus Bibelzitaten, Kirchenliedern, Traditionen, eigenen Werten und Weltanschauungen, aus Lebenserfahrung und gesundem Menschenverstand zusammengestiefelt und können damit glücklich leben, solange sie ihr Weg nicht an die Abgründe des Glaubens führt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Wenn man aber glaubt, dass Jesus Gott ist und dass die Bibel vom Heiligen Geist inspiriert ist, dann bleibt nur noch sehr wenig Spielraum für eigenes Denken, für aus der eigenen Lebenserfahrung gewonnene Erkenntnis und selbstständiges Handeln&#8230; Wenn man glaubt, dass Jesus Gott ist, dann muss man im Grunde genommen alles annehmen, was Jesus gemäss der Bibel gesagt hat, denn Jesus ist dann ja Gott, und was er als Wahrheit verkündet, ist demnach die Wahrheit Gottes, eine allgemeingültige, für alle Menschen über alle Kulturen und Völker hinweg geltende Wahrheit. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Viele der Aussagen Jesu sind aber sehr extremistisch, und den gemässigten Christen, deren Bibelfestigkeit oft zu Bedenken Anlass gibt, würde davor grauen, sie in die Tat umzusetzen. Die meisten Menschen wehren sich nämlich tief im Inneren, wenn sie extremistische Haltungen vertreten sollen. Auch mir geht es so. Wer möchte schon einen andersgläubigen Menschen mit einem Müllstein am Hals im Meer ertränken? Als Christin traute ich mich aber nicht, die extremen Aussagen der Bergpredigt und der Gleichnisse zu kritisieren, denn damit hätte ich ja Gott höchstpersönlich kritisiert. Erst als mich mein eigener Lebensweg durch meine Scheidung in eine Lage führte, in der mein eigenes Erdenleben nicht mehr mit Jesu Worten zu vereinbaren war, in der mir Jesu Worte keinen Ausweg mehr liessen und mich in die absolute Verzweiflung trieben, begann ich, seine Worte etwas kritischer zu betrachten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Christen werden mir nun vorwerfen, dass ich versuche, mir meine eigene Religion zu basteln, weil ich Gottes Gesetze nicht einhalten will. Ich verstehe ihre Argumente, und es ist wahr, ich kann Jesu Gebote zum Thema Scheidung nicht befolgen, wenn ich weiterhin einen Sinn im Leben sehen will. Jesus sagte, dass jeder Geschiedene, der wieder heiratet, zum Ehebrecher wird, und ich glaubte das lange Jahre und litt erbärmlich unter diesem Glauben: Ich verlor jegliche Lebensfreude und alle Hoffnung, jemals wieder Liebe suchen zu dürfen und mich eines Tages sorglos und ohne Angst, mit einem reinen, unbefangenen Gewissen, in die Arme eines liebenden Mannes fallen zu lassen. Liebe – nicht Agape, Nächstenliebe – richtige Liebe zwischen Mann und Frau ist es, wonach ich mich in meinem Leben sehne, Kinder, die aus dieser Liebe hervorgehen, unbeschwerte Freude darüber. Das ist für mich der Sinn des Lebens. Durch den Glauben, dass ich diese Liebe nicht mehr suchen dürfte, wurde mein Leben völlig sinnentleert. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Christen versuchen mich zu trösten, indem sie mir anstelle der menschlichen Liebe eine vertiefte Beziehung zu Gott, eine unendlich erfüllende Nähe zum Herrn versprechen. Ich will aber keine vertiefte Beziehung zu Gott, ich sehne mich nach der Nähe von Menschen. Ist es nicht Weltflucht, sich eine enge Beziehung mit Jesus einzureden? Der Mensch braucht doch ein richtiges Gegenüber. Es ist nicht befriedigend, immer nur zu beten und dabei<span>  </span>Zeichen und Gebetserhörungen zu entschlüsseln. Wir Menschen sind nicht dazu geschaffen, mit Gott eine Beziehung zu haben. Wir können nicht unser ganzes Leben auf Gott und seine vermeintlichen Gebote ausrichten, wenn wir nicht einmal wissen, ob es ihn wirklich gibt. Wir Menschen sind doch vielmehr für diese Erde, deren Gesetze wir kennen und verstehen, und füreinander geschaffen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Jesus sagt gemäss Bibel, dass er nicht gekommen sei, um Friede unter den Menschen zu schaffen, sondern Entzweiung (Lukas 12:51). Warum nur? Das Christentum grenzt die Menschen voneinander ab mit seinen extremen Forderungen, Gott mehr zu lieben als die Menschen und das Leben. Die biblische Abgrenzungstheologie, die Schwarz-Weiss-Einstufung von Menschen in Gut und Böse, in Weizen und Spreu, in Kinder des Lichts und Kinder der Finsternis, erscheint mir als eine weitere extremistische neutestamentliche Haltung, die ich ernsthaft in Frage stellen muss, auch wenn sie auf Jesus zurückgeht. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Ich kenne viele Menschen: Menschen, die an Gott glauben, und Menschen ohne religiöse Überzeugungen, glückliche und verzweifelte Menschen, Menschen, die nach der Bibel leben und andere, die sich vor dem Koran beugen, gutmütige und eifersüchtige, ehrliche und unehrliche Menschen. Und wenn ich die Geschichte eines Menschen kenne, kann ich meistens nachvollziehen, warum jemand zu dem Menschen geworden ist, der er ist. Kann Gott das etwa nicht?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Menschen – zerbrechliche, in ihrem menschlichen Dasein, in ihrer Freude und ihrem Elend, tief miteinander verbundene Geschöpfe. Ihre Geschichten sind untrennbar ineinander verwoben: Ich kann mir kaum vorstellen, dass Gott Unterschiede zwischen ihnen macht, die einen recht leitet und die anderen irreführt, die einen liebt und die anderen für immer verdammt…</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die gemässigten Christen können sich das genauso wenig vorstellen. Sie können sich auch nicht vorstellen, dass ich nie wieder heiraten darf und dass Andersdenkende mit einem Müllstein am Hals im Meer ertränkt werden sollen. Sie sagen, man müsse die Bibel in ihrem Kontext betrachten. Das Einzige, was diese Christen dann aber meistens über den Kontext wissen, ist, dass Jesus vor vielen hundert Jahren wirkte und die Menschen damals viel konservativer waren als heute. Abgesehen von der Tatsache, dass das nicht wahr ist, dass es auch damals schon sehr liberale Denkschulen gab, die sich grosser Beliebtheit erfreuten, kann ich die Worte Gottes nicht in einen zeitlichen Rahmen setzen und an den Werten einer einzigen Kultur messen. Diesen Denkfehler machen auch zahlreiche muslimische Apologeten, wenn sie Mohammeds soziale Reformen – etwa bezüglich Frauenrechte und Sklaverei – <span> </span>einzig im Kontext der damals auf diesem Flecken der Erde vorherrschenden Kultur betrachten. Natürlich ist es als eine Verbesserung zu werten, dass die neu bekehrten Muslime nur noch vier Frauen ehelichen durften, während sie in der Vergangenheit ganze Harems hatten und die Frauen zusammen mit dem Erbgut vom Vater auf den Sohn, den Bruder oder den Sippenältesten vererbt wurden. Im Vergleich zu anderen Kulturen war diese Reform jedoch nichts Besonderes, weil Frauen in anderen Kulturen immer schon mehr Rechte hatten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Mit den Aussagen Jesu verhält es sich gleich: Auch sie müssen dem Test der Zeit standhalten können. Wenn man glaubt, dass Jesus Gott ist, dann kann man Jesu Aussagen nicht mehr mit der damaligen Kultur rechtfertigen und in einen zeitlichen Kontext setzen, denn Gottes Wahrheit muss absolut sein und für alle Menschen über die Jahrtausende hinweg gleichermassen gelten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Seit ich Jesus nicht mehr als Gott betrachte, kann ich eher nachvollziehen, warum er manchmal so extreme Aussagen machte. Ich habe bei mir selbst beobachtet, dass mein Denken und Handeln extremer wird, wenn ich mich unverstanden fühle und wenn ich andere von etwas überzeugen möchte, bei dem ich selbst unsicher bin. Vielleicht ging es Jesus ja ähnlich wie mir. Vielleicht war er in vielerlei Hinsicht unsicher. Vielleicht war Jesus nicht allwissend. Vielleicht war auch er nicht vor jedem in seiner Gesellschaft vorherrschenden Irrglauben gefeit. Seit ich Jesus als Menschen betrachte, als Denker mit guten Ansätzen, aber auch mit einigen sehr extremistischen Denkweisen, seit ich mir erlaubt habe, seine Aussagen in Frage zu stellen, wenn sie mir extrem oder nicht praktikabel erscheinen, empfinde ich viel mehr Liebe für ihn als in der Vergangenheit.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Als Christin glaubte ich zwar, ich würde Jesus lieben, in Wirklichkeit hatte ich aber nur Angst vor ihm, denn die Christen glauben, dass er eines Tages zurückkommen und die Menschen richten wird. Vor diesem Gericht zitterte ich, und die Angst davor warf einen dunklen Schatten über mein Dasein. Ich möchte nicht vor das Jüngste Gericht treten, denn das, was mir in der Bibel als göttliche Gerechtigkeit erklärt wird, ewige Verdammnis, erscheint mir als die grösste Ungerechtigkeit auf Erden.</span></p>
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		<title>Mein Weg in den Fundamentalismus</title>
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		<pubDate>Wed, 14 May 2008 02:53:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich wuchs in einem christlichen Land auf: Seit meiner Kindheit las ich die Bibel, und ich war beeindruckt von Jesu Worten und Wundertaten. Im katholischen Unterricht wurden ewiges Leben für die Erretteten und ewige Verdammnis für die Verfluchten gelehrt – als Faktum, wie das Einmaleins und das ABC. Ich stellte dieses Konzept nie in Frage, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&blog=3714989&post=4&subd=suchenachgottalleimgleichenboot&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Ich wuchs in einem christlichen Land auf: Seit meiner Kindheit las ich die Bibel, und ich war beeindruckt von Jesu Worten und Wundertaten. Im katholischen Unterricht wurden ewiges Leben für die Erretteten und ewige Verdammnis für die Verfluchten gelehrt – als Faktum, wie das Einmaleins und das ABC. Ich stellte dieses Konzept nie in Frage, genauso wenig wie ich in Frage stellte, dass die Erde rund ist, dass Pflanzen Photosynthese machen und dass Jerusalem in Israel liegt. Für mich war es immer klar, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass die Lebensqualität im Jenseits von meinem Verhalten im Diesseits abhängt. Was genau die Auswahlkriterien für den Himmel waren, verstand ich nicht, aber ich wusste Eines: Ich würde alles daran setzen, um nicht in den Feuersee geworfen zu werden, denn der Gedanke an eine Ewigkeit, in der die Qualen, die ich erleiden müsste, niemals aufhören würden, auch nicht nach Milliarden von Jahren, war zu entsetzlich, als dass ich auch nur das kleinste Risiko eingehen könnte, dort zu enden.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Im Matthäus-Evangelium las ich, was Gott von uns Menschen erwartete: Ehrlichkeit, Barmherzigkeit und Mitgefühl. Ich hatte, das Gefühl, dass ich Jesu Forderungen sehr gut verstanden hatte, und ich bemühte mich in meinem kindlichen Eifer, nach seinen Geboten zu leben. Mit der Angst vor der Hölle in den Knochen war dies aber nicht immer ganz einfach: Ich erinnere mich an manch eine Nacht, in der ich verzweifelt in meinem Kinderbett lag und weinte, weil meine Familie (verständlicherweise) nicht ihren ganzen Besitz – unser Haus, meine Spielsachen und<span>  </span>Kleider – verkaufte, um das Geld den Armen zu geben, während ich in der Schule von Hungersnöten in Äthiopien hörte und keinen Weg sah, das Leid dieser Menschen zu lindern. Ich war machtlos, und wusste, dass Gott mich dafür bestrafen würde. </span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Meine Teenager-Jahre waren von einer fürchterlichen Angst überschattet, sexuell zu sündigen und dafür in die Hölle zu kommen. Ich weiss nicht genau, warum religiöse Menschen ein solches Theater machen, wenn es um Sex geht: Die alten Juden waren in dieser Hinsicht viel weniger verklemmt. Prostitution war an der Tagesordnung und erfreute sich auch unter respektablen Männern der Gesellschaft grosser Beliebtheit (siehe Genesis 38), Könige wie David und Solomon schliefen mit unzähligen Frauen, mit denen sie nicht einmal verheiratet waren (oder was ist denn mit Solomons „sechzig Königinnen“, „achtzig Nebenfrauen“ und „Mädchen ohne Zahl“?), und Vergewaltigungen wurden als derart normal erachtet, dass Moses sogar ein Gesetz erliess, das es dem Vergewaltiger einer nicht verlobten Jungfrau ermöglichte, diese anschliessend zu ehelichen (Deuteronomium 22:28). Aus mir heute nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen kam ich in meiner Jugend zum Schluss, dass der Baum der Erkenntnis, von dem Adam &amp; Eva im Paradies gegessen hatten, symbolisch für Geschlechtsverkehr steht. Ich war überzeugt, dass Gott mich bestrafen würde, wenn ich Sex vor der Ehe hätte. Da aber meine Familie in der katholischen Kirche nicht wirklich integriert war und die Protestanten uns Katholiken als Christen nicht ernst nahmen, suchte ich mir meine Freunde immer ausserhalb der Kirche, und somit konnte ich meine Keuschheitsprinzipien nicht lange aufrecht erhalten…</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Mit 18, mitten in einer tiefen persönlichen Krise, begegnete ich den Evangelikalen. Eine ganz neue, erschreckende Sichtweise eröffnete sich mir: Alle Menschen – ob sie es wissen oder nicht – leben <span> </span>seit ihrer Geburt in Sünde und verdienen es, von Gott in einer immerwährenden Hölle ewiglich gequält zu werden. Doch zum Glück ist Jesus Christus für alle unsere Sünden am Kreuz gestorben, so dass jeder, der aufrichtig bereut und Jesus in sein Herz einlädt, errettet wird und nicht auf ewig verloren geht. Getrieben von meiner Angst sprach ich das erforderliche Gebet und übergab dem Herrn mein Leben. Wenn ich heute an diese Zeit zurück denke, frage ich mich, was ich denn im zarten Alter von 18 Jahren so tief zu bereuen hatte: eine sexuelle Beziehung mit einem jungen Mann, den ich von Herzen lieb hatte, ein paar Gewaltausbrüche meinen Eltern gegenüber und eine psychische Erkrankung, für die ich selbst herzlich wenig konnte. Hätte ich den armen jungen Liebsten damals nicht mit der neu gewonnenen christlichen Geziertheit in die Flucht getrieben und hätte ich meine psychische Krankheit wie jede andere Krankheit als solche annehmen und behandeln können anstatt sie als Folge meiner unsäglichen Sünde zu betrachten, wäre mein Leben vielleicht ganz anders – und in vielerlei Hinsicht bestimmt sündefreier – verlaufen…</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Mit den christlichen Männern meiner neuen Familie konnte ich nie etwas anfangen. Diese Männer wirkten oft so unecht und gestellt auf mich. Und wahrscheinlich interessierte sich auch nie einer von denen für mich, denn ich gehörte nie zum harten Kern der Gemeinde. Eine Katholikin im Herzen, blieb ich immer eine Aussenstehende unter diesen bibeltreuen Enthusiasten für den Herrn Jesus. Ich war jetzt wohl eine „echte Christin“, die das „Wort Gottes“ ernst nahm, aber im Herzen und intellektuell war ich sehr einsam. Die Predigten in der Gemeinde berührten mich kaum, und nach einer Weile bekam ich den Eindruck, dass sich alles wiederholte, dass dieselben Dinge hundert Mal gesagt wurden, während keine einzige meiner Lebensfragen wirklich beantwortet wurde und meine psychischen Probleme sich nur verschlimmerten. Das Bibellesen war für mich eine Tortur, denn ich wurde dabei immer wieder neu mit Angst erfüllt. Wenn andere Christen von erfüllenden Momenten vor Gott und einer Liebesbeziehung mit Jesus schwärmten, konnte ich nur daneben sitzen und mir Gedanken darüber machen, warum ich nichts fühlte. Wenn ich ehrlich bin, habe ich nie eine persönliche Beziehung zu Gott im modernen christlichen Sinne angestrebt. Für mich war immer klar, dass Gott Gott ist und dass die Menschen Menschen sind. Ich wollte Beziehungen zu Menschen. Ich wollte ein gutes Leben. Ich wünschte mir menschliche Nähe und menschliche Liebe. Und dafür wollte ich Gott gehorchen. Gott war für mich ein Aufseher, der das grosse Spiel des Lebens überwachte.</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Obwohl ich nach ein, zwei Jahren ein wenig vom Weg abkam, blieb der Samen des christlichen Fundamentalismus tief in meinem Herzen haften. Erst viele Jahre später, während einer weiteren persönlichen Krise, entfaltete er seine volle Kraft und trieb mich in die tiefste Verzweiflung. Ich war mitten in einer Trennungsphase und seelisch am Boden zerstört, als ich eines Tages hilflos eine Bibel aufschlug, um zu erfahren, was Jesus zum Thema Ehescheidung zu sagen hat. Und was ich las, erschreckte mich in Mark und Knochen: Wer sich von seiner Ehefrau scheiden lässt und eine andere heiratet wird zum Ehebrecher. Und wer eine Geschiedene heiratet, bricht ebenfalls die Ehe. Dies liess mir wenig Hoffnung. Ich musste also um meine Ehe kämpfen, obwohl mein damaliger Mann mich nicht mehr liebte, ich musste ausharren, und wenn er mich verlassen würde, dann müsste ich für immer alleine bleiben. Auf einen Schlag verlor ich jegliche Lebensfreude und Hoffnung. Nie wieder dürfte ich Liebe erleben. Ich dürfte nicht einmal mehr aktiv eine neue Ehe anstreben, denn eine neue Ehe wäre Ehebruch, und wer im Ehebruch lebt und nicht bereut, wird das Königreich Gottes niemals sehen. Ehrlich gesagt, interessierte ich mich nie wirklich für das „Königreich Gottes“. Das ist mir viel zu abstrakt und spirituell. Ich kann mir mit meinem menschlichen Gehirn nichts darunter vorstellen. Ich wollte doch einfach nur ein gottgefälliges Erdenleben führen… und ich wollte nicht in der Hölle enden.</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">In den kommenden Jahren las ich Hunderte von theologischen Abhandlungen zum Thema Ehescheidung im Christentum, aber am Ende kam ich immer zum gleichen unerträglichen Schluss: Ich würde nie wieder ein unbesorgtes Christenleben führen können, wenn ich eine neue Beziehung anstreben würde. Erlösung wurde für mich ein Hohn, und die Angst vor der Hölle erreichte einen noch nie da gewesenen Höhepunkt. Ich liess mich von fundamentalistischen Internetseiten wie bibelkreis.ch und jesus.de in den Wahnsinn treiben; ich verzweifelte an meiner unerträglichen Situation, war in einer Sackgasse des Lebens angelangt. Ich fand mich mit dem Gedanken ab, dass ich vermutlich trotz meines festen Glaubens von Gott verdammt würde. Ich wurde schwer depressiv, abgestumpft, und mein Leben erschien mir völlig sinnlos. Während mehrerer Jahre empfand ich nicht mehr den geringsten Anflug von Freude in meinem Herzen. Ich konnte mich nicht mehr erinnern, wann ich zum letzten Mal gelächelt hatte. In dieser Zeit begann ich mir Gedanken zur Sinnlosigkeit des Daseins, zur Nutzlosigkeit der christlichen Nächstenliebe angesichts einer ewigen Höllenstrafe zu machen. Liebe auf Erden erscheint mir derart sinnlos, wenn Gott die Menschen nach diesem kurzen Leben für immer in der Hölle zu quälen gedenkt. Die Gedanken, die ich mir in dieser Zeit <span> </span>machte, führten mich langsam weg vom bedrückenden Glauben an die ewige Verdammnis hin zu christlichem Allaussöhnungsglauben und später weg vom Glauben an die Bibel als Gottes Wort, weg vom christlichen Fundamentalismus, und schliesslich vielleicht sogar weg vom Christentum. Über diesen Weg, den ich noch nicht zu Ende gegangen bin, möchte ich in diesem Blog berichten.</span></p>
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		<title>Alle im gleichen Boot</title>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 10:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach Gott oder nach den Wahrheiten des Daseins sitzen wir alle im gleichen Boot. Manche Menschen glauben, die Wahrheit in einem Buch gefunden zu haben. Ich war einer von ihnen, bis ich erkannt habe, dass die Letzten Fragen des Lebens für immer ungeklärt bleiben&#8230;
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><span style="font-size:11pt;color:black;font-family:Arial;">Auf der Suche nach Gott oder nach den Wahrheiten des Daseins sitzen wir alle im gleichen Boot. Manche Menschen glauben, die Wahrheit in einem Buch gefunden zu haben. Ich war einer von ihnen, bis ich erkannt habe, dass die Letzten Fragen des Lebens für immer ungeklärt bleiben&#8230;</span></p>
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