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		<title>Christen und Atheisten im Gespräch</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 12:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich nehme manchmal an Debatten teil, an denen Christen und Atheisten versuchen, einander von ihren jeweiligen Glaubensansichten zu überzeugen. Leider werden bei diesen Gesprächen stets Kriege auf Nebenschauplätzen geführt: Oft geht es um wissenschaftliche Themen, darum, ob die Schöpfungsgeschichte wahr ist oder nicht oder ob die Erde nur 6000 Jahre alt sein kann, wie die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=79&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich nehme manchmal an Debatten teil, an denen Christen und Atheisten versuchen, einander von ihren jeweiligen Glaubensansichten zu überzeugen. Leider werden bei diesen Gesprächen stets Kriege auf Nebenschauplätzen geführt: Oft geht es um wissenschaftliche Themen, darum, ob die Schöpfungsgeschichte wahr ist oder nicht oder ob die Erde nur 6000 Jahre alt sein kann, wie die Kreationisten behaupten. Die Debattierenden, oft Forscher, die sich nebenbei als Hobbyatheisten betätigen, und kreationistische Christen, die vor einem halben Jahrhundert einen Doktortitel in einer wissenschaftlichen Disziplin erlangt haben, werfen sich dann Begriffe um die Köpfe, von denen die Laien herzlich wenig verstehen. Das Einzige, was unentschiedene Laien nach so einer wissenschaftlichen Debatte mit nachhause nehmen, ist der Eindruck, dass es auch unter den Kreationisten intelligente Menschen gibt, und dass das Christentum, wenn es von intelligenten Menschen geglaubt wird, vielleicht tatsächlich glaubwürdig ist.  Eine andere Art christlich-atheistischer Auseinandersetzung spielt sich auf einer exzessiv philosophischen Ebene ab: Wie kann es sein, dass aus dem Nichts etwas entsteht, beispielsweise Energie oder Substanz? Braucht es für die Entstehung von Materie einen Willen? Wenn Gott die Welt geschaffen hat, wie ist Gott entstanden? Fragen, die niemand überzeugend beantworten kann. Viel einfacher wäre es meiner Ansicht nach, Debatten über die Bibel selbst zu führen. Viele Menschen, die Opfer von christlichem Fundamentalismus werden, sind mit der Vorstellung gross geworden, dass der Bibel etwas Magisches anhaftet und dass sie voller guter, vielleicht von einer göttlichen Macht inspirierter Weisheiten steckt. Diese Vorstellung ist ein fruchtbarer Nährboden für christlichen Fundamentalismus, denn wenn bei einem Menschen erst einmal eine positive Grundhaltung gegenüber der Bibel da ist, ist es einfacher,  diese Person auch von den absurderen Inhalten dieses Buches zu überzeugen. Manche Bücher der Bibel ergeben als einzelne Bücher auch noch einen gewissen Sinn, wenn sie jedoch mit den anderen Büchern der Bibel als Einheit dargestellt werden, sind sie völlig unglaubwürdig. Wenn man erst einmal erkennt, wie die Bibel entstanden ist, welche Strömungen hinter den einzelnen Büchern stecken, verliert die Bibel als Ganzes ihren magischen Anstrich. Debattten zwischen Christen und Atheisten über die Bibel fände ich sehr viel hilfreicher als christlich-atheistische Auseinandersetzung über philosophische Weltanschauungen und die Wahrscheinlichkeit, dass die Schöpfungsgeschichte, so wie sie geschrieben steht, wahr ist, denn nicht einmal unter den Christen glauben viele Menschen an Intelligent Design oder &#8211; noch schlimmer &#8211; an die Entstehung der Welt in sage und schreibe 6 Tagen. Für die meisten Menschen stellen die Ungereimtheiten in der Schöpfungsgeschichte keine Hürde für den Glauben dar, da diese leicht als poetische Freiheiten aufgefasst werden können. Was vielen Atheisten und Suchenden weniger bewusst ist, ist die Tatsache, dass die Bibel, der biblische Gott Jahwe sowie Jesus auf moralischer Ebene angreifbar sind.</p>
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		<title>Ein Sinn für das Leben</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 00:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Je mehr ich mich früher ins Christentum vertiefte, umso sinnentleerter erschien mir mein Leben. Zwar heisst es im Christentum stets, dass Jesus der Sinn schlechthin unseres per definitionem sündhaften Lebens sei, doch mir erschien es manchmal so, als entginge mir der wirkliche Sinn des Lebens gerade wegen Jesus. Es war so ähnlich wie in dem kecken Schülerspruch „Lehrer helfen einem Probleme lösen, die man ohne sie gar nicht hätte“, denn den Sinn des Christentums würde es gar nicht geben, wenn der christliche Gott nicht wahllos gewisse völlig menschliche Dinge – vor dem Staat nicht deklarierten Sex, Auflehnung gegen Herrscherklassen, Homosexualität und Ehescheidung – als Sünden erklärt hätte. Sünden, die nur durch Jesus vergeben werden können.  Jeder gläubige Christ, der versucht, ein sündenfreies Leben zu führen, trägt zur Wegrationalisierung Jesu bei: Mit jedem Schritt, den die Menschheit auf Gott zu macht, verliert Jesus an Bedeutung, da Menschen, die Gottes Willen tun, keinen Sündenbock mehr benötigen. Das Christentum jedoch benötigt die Sünde. Und da die Menschheit zumindest im Westen heutzutage etwas weniger primitiv und blutrünstig ist als zu biblischen Zeiten, und um auch unbescholtene Bürger, die nicht morden, ehebrechen und stehlen, zu gehorsamen Schäfchen zu machen, erfinden die Christen stets neue und immer absurdere Sünden, wie etwa die gedankliche Sünde, den gedanklichen Mord, den gedanklichen Ehebruch, die eigenständige Suche nach der Wahrheit und das freie Denken, was als Auflehnung und Abwendung von Gott gewertet wird. Auf diese Weise wird Jesu Bedeutung künstlich am Leben erhalten. Für die meisten Christen wird ausserdem das Nachdenken über biblische Ungereimtheiten und das Lesen bibelkritischer Bücher als Sünde eingestuft. Und tatsächlich sind Bücher und das daraus resultierende Wissen eine ernsthafte Bedrohung für diesen Glauben, der, wenn er rational untersucht wird, auf tönernen Füssen steht. Nicht einmal das richtige Lesen der Bibel wird unter Christen gefördert: Ich bin überzeugt, dass wenn jeder Christ in nüchternem Zustand die Bibel einmal von vorne bis hinten lesen würde, es bald keine Christen mehr gäbe oder nur noch solche mit einem IQ unter 75.  Ein Mensch, der nicht frei entscheiden kann, was er lesen will, kann auch nicht frei entscheiden, was er glauben soll. Jedem Christen, der spürt, dass sein Glaube voller Widersprüche ist, der aber Angst hat, bibelkritische Bücher zu lesen,  kann ich wärmstens empfehlen, mit dem Lesen der Bibel zu beginnen. Die Bibel hilft einem, die Machenschaften von Jahwes Grauensherrschaft aufzudecken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun aber zurück zum Sinn des Lebens. Wenn die Christen sagen, allein Jesus gebe ihrem Leben Sinn, dann meinen sie eigentlich, dass das Leben auf dieser Erde sinnlos ist und dass erst der Tod den Sinn ihres Lebens enthüllt: Ernst genommenes, absolut gelebtes Christentum bedeutet ein Leben voller Entbehrung, dessen einziges Ziel ein Himmelsreich ist, für dessen Existenz es nicht den geringsten Hinweis gibt. Wie die Juden, die in Dachau ins „Brausebad“ geführt wurden und sich freuten, dass bald ein angenehmer Wasserstrahl ihre gebeutelten Körper erquicken würde, so blicken die Christen voller Hoffnung auf ein imaginäres Königreich des Herrn, das wahrscheinlich nie sein wird. Und dabei entgeht ihnen die einmalige Schönheit dieser Erde. Natürlich haben die meisten moderaten Christen Zweifel daran, dass sie dereinst wirklich für ihren Gehorsam gegenüber einem vor Jahrtausenden verfassten Buch belohnt werden, und so versuchen sie, sich den Genüssen dieser Erde in eingeschränktem Rahmen dennoch hinzugeben, aber ohne dabei ihr ewiges Leben aufs Spiel zu setzen. Fundamentalistische und evangelikale Christen hingegen können, wenn sie ehrlich sind, Lebensfreude nur mit einem „trotzdem“ und nicht mit einem „weil“ ans Christentum knüpfen. Selbst Dinge, die nicht offensichtlich sündhaft sind – schöne Musik hören, ein feines Essen geniessen, einen Ausflug mit der Familie machen, sich in einem Sportclub betätigen, tanzen, Alkohol trinken, ein Lied singen oder ein Instrument spielen – sollte jeder evangelikale Christ – angesichts der Tatsache, dass fast jeder von ihnen in der Familie oder im Freundeskreis Menschen hat, die nach seiner Auffassung vor der ewigen Verdammnis gerettet werden müssen – als eine absolute Zeitverschwendung ansehen. Wie kann er unter diesen Umständen den Augenblick geniessen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als Christin konnte ich keinen Sinn darin sehen, bei einem Mannschaftsspiel gewinnen zu wollen oder mich an einem sportlichen Wettkampf zu beteiligen. Der Siegesdrang ist ein urmenschlicher Instinkt, und zu gewinnen macht glücklich, doch für einen Christen kann der Sinn eines Sieges lediglich darin bestehen, dass er Zeugnis ist für das Wirken Jesu in seinem Leben. Alles andere wäre sinnlos, da ein Wettkampfsieg nur ein weltlicher, vergänglicher Sieg ist. Das Einzige, was zählt, ist der Sieg im Himmelreich. So sollte es zumindest sein, wenn ein Christ seinen Glauben kennt und lebt. Und ich weiss von vielen Christen, die versuchen, ihre Mitmenschen mit ihrem eigenen Erfolg zu überzeugen: So nach dem Motto „Schau her, wie erfolgreich Gott mich gemacht hat. Du kannst auch so werden, wenn Du Jesus in Dein Leben aufnimmst“. Der Erfolg dieser Christen ist ein weltlicher Erfolg: Wohlstand, ein guter Beruf, Einfluss in der Gesellschaft. Und man muss sich ernsthaft fragen, warum Gott solche Dinge unterstützen würde, wenn er diese Erde und die Menschheit mit all ihren weltlichen Errungenschaften sowieso bald vernichten will. Wieso sollte es Gottes Wille sein, dass jene, die zu ihm gehören, ein schönes Erdenleben haben und eventuell an diesem Leben noch Gefallen finden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Menschen, deren einziger Lebenssinn es ist, Seelen in ein imaginäres Paradies zu retten, entgeht die wahre Schönheit dieses Erdenlebens. Unsere Existenz ist ein wertvoller Schatz, aber es ist die Endlichkeit und der Schmerz, den wir beim Gedanken an die Zerbrechlichkeit unseres Lebens empfinden, der ihre Schönheit ausmacht. Ich gebe zu, dass auch ich mich hilflos fühlte, als ich zum ersten Mal der Tatsache ins Auge blickte, dass ich wahrscheinlich nur dieses eine Leben habe und dass ich danach nicht mehr sein werde. Nichts mehr wird von mir übrig sein, denn das, was wir Seele nennen, ist nichts Anderes als mein Bewusstsein, das, was entsteht, wenn das menschliche Gehirn tätig ist. Wenn mein Gehirn nicht mehr ist, dann habe ich auch kein Bewusstsein mehr und die Kontinuität, die sich „ich“ nennt, verschwindet, wie das Bild am Bildschirm, wenn man das Fernsehgerät ausschaltet&#8230; Die Demut, die ich angesichts der Vergänglichkeit empfinde, taucht mein Leben in einen feierlichen Glanz. Als Christin sammelte ich Punkte fürs Himmelreich, doch das Leben hatte wenig Geschmack. Als Atheistin versuche ich, schöne Augenblicke festzuhalten, im Wissen, dass sie nicht wiederkehren, intensiv jeden Moment zu geniessen. Mein Leben ist sinnlicher geworden, ich lege mehr Wert auf schöne Sinneseindrücke, angenehmes Licht, wohlriechende Düfte, liebevoll zubereitetes Essen. Ich habe angefangen, Musik zu machen, und Momente mit Freunden geniesse ich jetzt, ohne dass ich stets unter Druck stehe, sie von Jesus zu überzeugen. Mein Trost angesichts der Vergänglichkeit ist, dass ich mich jetzt wenigstens ohne Angst vor Jahwes Strafe dem Vergnügen der Fortpflanzung hingeben kann und dass wenigstens etwas von mir noch ein wenig länger bestehen kann als ich selbst&#8230;</p>
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		<title>Auf den Meeren des Lebens</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 22:35:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ich seit längerer Zeit nicht mehr glaube, habe ich beschlossen, meinem Blog einen neuen Namen zu geben. Die Stürme meiner Kindheit und Jugend trieben mich in die bedrohlichen Meere der Religion. Zu sehr von Angst getrieben, hatte ich nicht die Kraft, mich gegen die mächtigen Wellen zu wehren und wurde von ihnen verschluckt. Zum [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=71&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich seit längerer Zeit nicht mehr glaube, habe ich beschlossen, meinem Blog einen neuen Namen zu geben. Die Stürme meiner Kindheit und Jugend trieben mich in die bedrohlichen Meere der Religion. Zu sehr von Angst getrieben, hatte ich nicht die Kraft, mich gegen die mächtigen Wellen zu wehren und wurde von ihnen verschluckt.  Zum Glück hat sich der Sturm des Lebens in den letzten Jahren etwas gelegt, so dass ich fähig war, wieder klar zu denken &amp; das Steuer meines Bootes selbst in die Hand zu nehmen: Ich habe nachgedacht, gelernt und gelesen, ich befreite mich aus den Strudeln des fundamentalistischen Christentums, steuerte durch die unsicheren Gewässer des Agnostizismus und bin vor einiger Zeit im sicheren Hafen des Atheismus eingelaufen&#8230; Hier werde ich bleiben, denn es gefällt mir hier. Ich kann jeden Augenblick meines Lebens in vollen Zügen ausschöpfen, und mein Leben, so kurz es auch sein mag, ist mein grösster Schatz, das Einzige, was ich nach meinem Schiffbruch retten konnte, und das Einzige, was ich habe. Ich bereue all die Jahre, die ich hergegeben habe von meinem Leben, meinem wertvollen Schatz, da ich als Christin seinen Wert nicht verstand. Das Leben erschien mir unwichtig, denn der Horizont in der Ferne, auf den ich, seekrank und in geistiger Umnachtung, zusteuerte, war ein Leben nach dem Tod, an das ich glaubte, das aber nichts als eine Fata Morgana ist&#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/71/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=71&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Abschied</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 16:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Freunde, Als ich mit diesem Blog begann, wusste ich noch nicht, wohin mich meine Suche führen würde. Heute, zwei Jahre nach meinem Aufbruch, stehe ich an einem ganz neuen Punkt im Leben. Ich glaube nicht mehr an Gott, und zwar nicht aus Verzweiflung und Elend, sondern weil ich in diesen letzten zwei Jahren die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=66&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freunde,</p>
<p>Als ich mit diesem Blog begann, wusste ich noch nicht, wohin mich meine Suche führen würde. Heute, zwei Jahre nach meinem Aufbruch, stehe ich an einem ganz neuen Punkt im Leben. Ich glaube nicht mehr an Gott, und zwar nicht aus Verzweiflung und Elend, sondern weil ich in diesen letzten zwei Jahren die schönste Befreiung erleben durfte, die ich je erlebt hatte. Nicht eine Scheinbefreiung wie die sogenannte &#8222;Befreiung aus der Sünde&#8220; durch Jesus Christus, die mich sogleich wieder unter die &#8222;Herrschaft des ewigen Vaters&#8220; brachte und mich in einer neuen Knechtschaft gefangen hielt. Nicht eine intellektuelle Befreiung vom rationalen Denken, wie sie das institutionalisierte Christentum &#8222;bietet&#8220; oder gar vorschreibt, sondern eine wahrlich glücklich machende Befreiung von jeglichem Aberglauben, eine Befreiung von jeglicher Angst vor sichtbaren und unsichtbaren Obrigkeiten, eine Befreiung von einem von machthungrigen Menschen erfundenen und von denkensunwilligen Massen vorangetriebenen Gott, der von mir forderte, mich in die Maschinerie einzugliedern, mich regieren &amp; für dumm verkaufen zu lassen, nicht selbst zu denken und unfrei zu handeln.  Seit ich Atheistin bin, hat sich in meinem Leben so Vieles zum Positiven gewendet: Ich kann heute endlich frei denken, ohne die Antwort immer bereits kennen zu müssen. Dieser Wandel hat unendlich viel Energie freigesetzt: Ich verspüre einen starken Drang danach,  einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Ich will mich dafür einsetzen, dass die Menschen glücklich sind und ihr Leben nicht mit religiösem Unsinn verschwenden, auf ein Jenseits hoffend, das niemals sein wird, denn alles, was wir haben, ist dieses eine kurze Leben. Ich bin erfüllt von Mitleid für meine Mitmenschen, die in sinnlosem religiösem Denken gefangen sind, und ich habe endlich den inneren Frieden gefunden, der es mir erlaubt, wirklich etwas zu verändern in der Welt&#8230;</p>
<p>Mein Blog bleibt bestehen, aber der Titel wird umbenannt, denn es ist sinnlos, nach einem Gott zu suchen, wenn in der Welt so viele Dinge danach schreien, verändert zu werden.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/66/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=66&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Alle im gleichen Boot</media:title>
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		<title>Christentum und Krieg</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 19:09:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
				<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[above us only sky]]></category>
		<category><![CDATA[Christen und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum verantwortlich für Kriege]]></category>
		<category><![CDATA[das Leben hergeben]]></category>
		<category><![CDATA[das Leben verschwenden]]></category>
		<category><![CDATA[glaube an ein ewiges Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Imagine]]></category>
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		<category><![CDATA[John Lennon]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsbereitschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben nach dem Tod]]></category>
		<category><![CDATA[no hell below us]]></category>
		<category><![CDATA[Religion als Ursache von Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Religion macht unglücklich]]></category>
		<category><![CDATA[Religion und Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[ Längst ist die Erkenntnis, das Christentum sei zusammen mit dem Judentum und in neuerer Zeit auch mit dem Islam für die meisten Kriege in der Welt verantwortlich, durch die Reihen sämtlicher Freizeitphilosophen und Weltverschwörungstheoretiker, durch alle Wirtshäuser und Kneipen gegangen und zur Platitüde geworden.   Ich möchte das Thema hier dennoch einmal aufgreifen, denn während [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=63&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Längst ist die Erkenntnis, das Christentum sei zusammen mit dem Judentum und in neuerer Zeit auch mit dem Islam für die meisten Kriege in der Welt verantwortlich, durch die Reihen sämtlicher Freizeitphilosophen und Weltverschwörungstheoretiker, durch alle Wirtshäuser und Kneipen gegangen und zur Platitüde geworden.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Ich möchte das Thema hier dennoch einmal aufgreifen, denn während die Freizeitdenker und Verschwörungstheoretiker meist dazu übergehen, sich irgendeine eigene Religiosität zusammenzubasteln und Toleranz den Religionen gegenüber walten zu lassen und die Schwätzer in den Gasthäusern ihre Ansichten bei der nächsten Runde wieder ändern, bin ich zu der Ansicht gelangt, dass es in der Welt erst Friede geben kann, wenn religiöses Denken von Grund auf ausgemerzt wird.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Ich erinnere mich an die Zeit, als ich noch Christin war und jeden Tag Angst hatte zu sterben und vor das Jüngste Gericht zu kommen, wie ich eines Morgens im Bett lag und im Radio „Imagine“ von John Lennon hörte: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="EN-GB">Imagine there&#8217;s no heaven<br />
It&#8217;s easy if you try<br />
No hell below us<br />
Above us only sky</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="EN-GB">Imagine all the people<br />
Living for today&#8230;</p>
<p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Worte trafen mich direkt ins Herz. Ich lag da und heulte wie ein Kleinkind. Später im Text singt John Lennon auch von einer Welt, in der es keine Religion mehr gibt und dann, gleich im nächsten Satz, von einer Welt des Friedens. John Lennon sandte mir mit diesem Lied an jenem Morgen einen schwachen Lichtstrahl in meine christliche Hölle, und obwohl ich mich damals noch nicht traute, mir solche Dinge vorzustellen, fand ich Trost in seinen Worten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Heute kann ich mit John Lennon mitträumen. Und damit es nicht nur beim träumen bleibt, möchte ich an dieser Stelle darlegen, warum Religion meiner Meinung nach eine treibende Kraft für Krieg in der Welt ist. Ich möchte dabei auf die Wirtshausargumente, nämlich, dass die Kirche hinter allem Bösen in der Welt steckt und mit geheimen Machenschaften als Drahtzieherin auf der politischen Bühne agiert oder dass politische Machthaber Menschen mit religiöser Demagogie in den Fanatismus treiben und dazu veranlassen, für ihren Glauben in den Krieg zu ziehen, nicht weiter eingehen, denn diese Argumente entspringen einer passiven Haltung, die die Geschehnisse in der Welt hinnimmt, ohne etwas daran ändern zu wollen. Ich möchte statt dessen zwei neue Argumente in die Runde werfen, die mehr Selbstverantwortung erfordern, weil jeder Mensch sich selbst Gedanken machen und danach handeln kann.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Mein erstes Argument ist, dass Religion zutiefst unglücklich macht, da sie tiefgreifende, diffuse Ängste schürt, und somit die Freude am Leben verringert. Bei religiösen Ängsten handelt es sich um scheinbar unüberwindbare Ängste, die auf der Grundlage des Unbegreiflichen gedeihen. Unglückliche Menschen sind eher bereit, andere Menschen in ihr Unglück hineinzuziehen, ihr Leben herzugeben und im Extremfall zu töten und zu sterben. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">An der Oberfläche verspricht das Christentum Hoffnung für Menschen, die sich in einer scheinbar auswegslosen Situation befinden, doch wenn sich ein Mensch erst einmal in den Fängen des christlichen Glaubens verfangen hat, erscheint ihm seine Ausweglosigkeit noch viel schlimmer, weil sie eine neue Ebene erreicht: die Ebene der Ewigkeit und des Unfassbaren. Solange ein Christ an seine Erlösung glauben kann, kann er damit leben. Sobald er aber eines Tages an seiner eigenen Erlösung oder an der Erlösung eines nahestehenden Menschen zweifeln muss und sich bewusst macht, was ewiges Verlorensein nach dem christlichen Glauben bedeutet, wird er von einer krankmachenden Bedrückung eingeholt, die sein ganzes Dasein überschattet. Viele Christen sind aufgrund ihres Glaubens zutiefst unglücklich und haben keine grosse Freude an ihrem Dasein. Daher sind sie wenig dankbar für ihr Leben. Sie messen dem eigenen Leben und dem der anderen einen gering Wert bei und sind eher bereit, ihr Leben aufzugeben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Schwierigkeit besteht auch darin, dass viele Menschen in einer ausweglosen Situation von Christen abgefangen und mit religiösem Gedankengut indoktriniert werden und dass dieses religiöse Gedankengut über die Jahre hinweg Wurzeln schlägt und Früchte treibt: Früchte der Angst und der Hoffnungslosigkeit, die den betroffenen Menschen in eine neue Ausweglosigkeit treiben. Die Christen monopolisieren einen beachtlichen Teil des Sozialwesens in vielen westlichen Ländern, überall hocken sie, wo es verwundbare Seelen gibt, die sie mit ihren angsteinflössenden Lehren schänden können: Hilflose Kinder werden an den Schulen und im Religionsunterricht mit christlichen Lehren beeinflusst, zahlreiche Drogen- und Alkoholrehabilitationseinrichtungen sind christlich geführt, Hilfswerke für Arme und Obdachlose laufen meist unter christlicher Flagge, in den Gefängnissen treiben sich Pfarrer aller Konfessionen herum, unzählige Notrufnummern und Sorgentelefone verbreiten auf subtile Art und Weise, ohne es offen zu bekennen, christliches Gedankengut, und selbst wenn sich ein Mensch an Weihnachten in Ruhe von einem Turm stürzen möchte, wird er von christlichen Seelenfängern aufgehalten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Dass jedoch der Glaube, der diesen verzweifelten Menschen eingeflösst wird in einem Moment, in dem sie, von Angst getrieben, dafür empfänglich sind, zu einem konfusen Weltbild führt und nichts mit den Werten zu tun hat, die vernünftige Menschen für gut halten, wird dabei vergessen. Die Werte der Nächstenliebe sind nämlich keine christlichen Werte, sondern urmenschliche Werte. Nichtchristen sollten ihre Verantwortung, Nächstenliebe zu üben und sich sozial zu engagieren nicht abgeben und den Christen überlassen. Wenn Nichtchristen sich mehr um ihre Mitmenschen in den Drogenkliniken, auf der Strasse oder im Gefängnis kümmern würden und ihnen Werte der Menschlichkeit ohne das damit assoziierte judeochristliche Weltbild eines strafenden Gottes, der Blutopfer fordert um zu vergeben, einzuflössen, wären bestimmt viele Menschen glücklicher und befreiter. Glückliche und befreite Menschen wiederum erkennen den Wert des Lebens und geben ihr Leben nicht freiwillig hin. Solche Menschen wollen sich ihre Lebensfreude auch nicht nehmen lassen, indem sie andere unglücklich machen oder um ihr Leben bringen. Glückliche Menschen haben nichts, wofür es sich lohnen würde, in den Krieg zu ziehen und ihr Leben herzugeben. Und das bringt mich zum zweiten Argument. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Der Glauben an ein ewiges Leben führt dazu, dass die Menschen den Wert dieses Erdenlebens – dieses einen kurzen Lebens, das wir mit Sicherheit haben – aus den Augen verlieren und bereit sind, dieses Leben ungelebt verstreichen zu lassen, zu töten und zu sterben. Christen, die Angst vor dem Jüngsten Gericht haben, verschwenden manchmal ihr ganzes Leben, indem sie aus Angst vor Gott ihre eigenen Lebenspläne nicht umsetzen und ihre weltlichen Wünsche hinter den Dingen, die in ihren Augen Gottes Wille sind, zurückstecken. Aber auch weniger ängstliche Christen können die Einmaligkeit des Lebens nicht erfassen und sehen deshalb nicht ein, was für eine ungeheure Tragödie es ist, wenn ein Menschenleben unwiederbringlich und für alle Zeiten zerstört wird. Sie lenken sich ab mit der Vorstellung, dass verstorbene Menschen im Himmel weilen und in gewisser Weise immer noch existieren. Wenn ein Angehöriger stirbt, kann diese Vorstellung ein Trost sein, wenn jedoch aufgrund dieser Vorstellung in Konfliktsituationen der eigene Tod oder der Tod anderer in Kauf genommen wird, ist sie gefährlich. Ich glaube fest daran, dass kein gesunder Mensch sich das Leben nehmen würde oder als Soldat im Krieg freiwillig sein Leben riskieren würde, wenn er nicht tief in seinem Inneren irgendwo einen Hauch von Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod hätte. Ausserdem würde ich behaupten, dass kein Mensch, der die Einmaligkeit und Unwiederbringlichkeit des Lebens erkannt hat, zu einer Waffe greifen und einem anderen Menschen das Leben nehmen würde. Werte, für die Menschen Waffen herstellen, Terroranschläge verüben und in den Krieg ziehen – Geld, Land, Rechte, sogar Gerechtigkeit – verlieren angesichts der Einzigartigkeit des Lebens ihren Sinn. </span></p>
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			<media:title type="html">Alle im gleichen Boot</media:title>
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		<title>Free at Last</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 12:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
				<category><![CDATA[1]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>

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		<description><![CDATA[  Meine erste Weihnachten als Nichtchristin. Nach einem langen Leidensweg durch das Fegefeuer des Christentums fühle ich mich heute endlich frei. Ich hätte nie geglaubt, dass ich ohne Jesus angstfrei leben könnte. Ich durfte jedoch in den vergangenen Jahren erfahren, dass der Glaube an Jesus die Ursache meiner Ängste war und nicht der sichere Zufluchtsort, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=44&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span lang="DE-CH"><span style="font-size:small;font-family:Times New Roman;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Meine erste Weihnachten als Nichtchristin. Nach einem langen Leidensweg durch das Fegefeuer des Christentums fühle ich mich heute endlich frei. Ich hätte nie geglaubt, dass ich ohne Jesus angstfrei leben könnte. Ich durfte jedoch in den vergangenen Jahren erfahren, dass der Glaube an Jesus die Ursache meiner Ängste war und nicht der sichere Zufluchtsort, als den ihn die Christen beschreiben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Ich bin zur Erkenntnis gekommen, dass das Christentum aus verschiedenen Elementen von Jahrhunderte alten mystischen Kulten und Brauchtümern, aus religiösen Strömungen, aus heidnischen und jüdischen Volkssagen und Philosophien zusammengeschustert wurde und dass zur Untermauerung des neuen Glaubens alte Schriften von jüdischen Machthabern, Gelehrten und Propheten so uminterpretiert wurden, dass sie für den neuen Glauben, der zunächst symbolisch-gnostisch war und erst später historische Gültigkeit für sich beanspruchte, passten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Dass Jesus, so wie er im neuen Testament beschrieben wird, jemals existierte, glaube ich nicht mehr. Die Figur Jesus wurde kreiert und man legte Jesus Florilegien, Sprüche und Weisheiten aus alten Zeiten in den Mund: An einer Stelle zitiert Jesus Platon, an einer anderen Stelle eine griechische Fehlübersetzung von Jesaja (Mark 7:6-8). Viele Zitate des neuen Testaments sind aus dem Zusammenhang gezerrte und völlig falsch verstandene Schriften des alten Testaments. Die Midrasch-Tradition, anhand derer alte, heilige Texte abgeändert wurden, um neue Gedanken auszudrücken, hat ebenfalls einen Beitrag zu den Missverständnissen des Christentums geleistet. Im alttestamentlichen Kontext werden viele Männer „Gottes Sohn“ genannt, aber keine der Beschreibungen, die heute auf Jesus umgemünzt werden, war so gemeint, wie die Christen sie verstehen. Im Buch Samuel ist mit „Gottes Sohn“ ganz eindeutig Salomon gemeint und niemand anderer.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Liebe Christen, wenn Ihr in Euren Gebeten Jesus HERRN nennt, stellt Ihr Euch dann nicht manchmal die Frage, was das Wort HERR genau bedeutet? &#8222;Zu der Zeit fing man an, zu predigen von des HERRN Namen (1 Mose 4:26)&#8220;.</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> „Herr“ ist jedoch kein Eigenname. Was war der Name des HERRN? Wie riefen die Menschen zur Zeit Sets ihren Gott an, und war der Name, den Set kannte, der gleiche, den auch Abraham, Moses oder Jesus verwendeten? Mein damaliger Pastor wollte mir diese Fragen nicht beantworten. Das sei zu kompliziert, meinte er. Ich musste also wohl oder übel selbst auf die Suche gehen und sämtliche in der Bibel verwendete Gottesnamen recherchieren… Auf der Suche nach dem Namen des Herrn wurde ich zum ersten Mal auf die heidnischen und polytheistischen Ursprünge der jüdischen und christlichen Religion aufmerksam: Es war nämlich keineswegs so, dass die Menschen zu Zeiten Sets, Abrahams, Moses oder Jesu alle den gleichen Gottesnamen verwendeten. Manche Autoren des alten Testaments nannten Gott El, andere Elohim und wieder andere nannten ihn Jahwe, manche gesellten Jahwe ausserdem eine Partnerin, Aschera, bei, die aber in späteren Schriften als Götze bezeichnet wird. In den Evangelien schliesslich nannte Jesus Gott Abba, Vater. Durch die Suche nach Gottes Namen bin ich auch auf die Urkundentheorie gestossen, die mir half, Klarheit in mein Verständnis des alten Testaments zu bringen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Ich kann allen Christen, die Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle mit den hartherzigen Lehren der Bibel in Einklang zu bringen, empfehlen, sich die Zeit zu nehmen, die Bibel zu lesen. Die Bibel hat mich frei gemacht, aber nicht in dem Sinne, wie ich es mir als Christin erhoffte, sondern in dem Sinne, dass ich hinter die Fassaden blicken konnte und dass ich die Menschenhände erkennen durfte, die sich an der Schaffung der Bibel beteiligten, die Machenschaften unter den Verfassern mit ihren unterschiedlichen Interessen, den Interessen des Königshauses Davids, den Interessen des Stammes Efraim, den Interessen des Südreiches gegenüber den Interessen des Nordreiches, den Interessen der Priester in der Zeit während und nach dem Exil, den Interessen der Exiljuden gegenüber denen, die nicht im Exil lebten&#8230; Mir fiel es wie Schuppen von den Augen, dass ich in all den Jahren dem grössten Dokumentenschwindel aller Zeiten auf den Leim gekrochen bin.</span></p>
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		<title>Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 00:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Christen glauben, dass wir in der Endzeit leben, dass Gott diese Welt bald richten und zerstören wird und dass die Menschen sich angesichts dieser unermesslichen und für alle Ewigkeit bedeutenden Ereignisse entscheiden müssen, ob sie im kommenden Endkampf Gott oder dem Teufel nachfolgen wollen. Ihr Endzeitglaube lässt die Christen in die gleiche Trompete blasen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=39&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Die Christen glauben, dass wir in der Endzeit leben, dass Gott diese Welt bald richten und zerstören wird und dass die Menschen sich angesichts dieser unermesslichen und für alle Ewigkeit bedeutenden Ereignisse entscheiden müssen, ob sie im kommenden Endkampf Gott oder dem Teufel nachfolgen wollen. Ihr Endzeitglaube lässt die Christen in die gleiche Trompete blasen wie alle anderen Weltpessimisten: Die heutige Welt ist schlecht und wird immer schlechter, und die Menschen, die darin leben, sind böse. Als Beweis für die Schlechtigkeit der Welt führen sie folgende Argumente ins Feld: „Schaut euch die Welt doch an. Überall herrscht Krieg. Die Menschen denken nur noch an sich selbst und rennen dem Geld nach.“  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">In all den Jahren, in denen ich Christin oder anderweitig religiös involviert war, litt ich entsetzlich unter diesem düsteren Gedankengut, denn tief in meinem Innern liebe ich die Welt und die Menschen, und ich glaube von ganzem Herzen, dass die Menschen im Grunde gute und liebesfähige Wesen sind, die im Laufe der Menschheitsgeschichte aus vergangenen Fehlern gelernt und sich positiv verändert haben. Das negative christliche Weltbild, verbunden mit dem Glauben an die Endzeit und an das jüngste Gericht, trägt viel zur inneren Unsicherheit der Menschen bei, hindert Menschen daran, das Leben in vollen Zügen zu geniessen, erfüllt Menschen mit Urängsten und treibt einige in den Wahnsinn und sogar in den Selbstmord. Die Angst ums Überleben ist etwas Natürliches, aber die Angst vor einem moralisch-spirituellen Gericht mit einer Gesetzgebung, von der die Menschen, wie Paulus sagt, nur Stückwerk erfassen können, dessen Urteil aber darüber entscheidet, ob eine Seele in alle Ewigkeit leiden muss oder nicht, ist für ein Menschenherz unerträglich und richtet die Menschen zugrunde.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Es stimmt, dass Kriege in der Welt herrschen, dass manche Menschen sich selbst am nächsten sind, versuchen, reich zu werden, nicht mit anderen teilen wollen und dass viele Menschen grossem Leid ausgesetzt sind. Es wäre jedoch falsch, deshalb davon auszugehen, dass das Leiden oder die Freveltaten unserer Generation schwerwiegender wären als das Leiden und die Freveltaten irgendeiner anderen, vergangenen Generation. Ich bin der Ansicht, dass die Menschheit im Laufe der Geschichte unendlich viel gelernt hat und dass die Menschen des 21. Jahrhunderts im Grossen und Ganzen bessere und gerechtere Menschen sind als die Menschen zu biblischen Zeiten. Auch das Gottesbild der Menschen scheint sich im Laufe der Jahrtausende gewandelt zu haben von einem stammeseigenen Kriegsgott, Jahwe, der sich zu Zeiten Moses, Josuas und Salomons gegen Konkurrenzgötter wie Baal oder Aschera, die zeitweise als Jahwes Frau dargestellt wurde, als einziger Stammesgott durchsetzen musste, über einen Vorsteher des grossen himmlischen Rates bei Hiob oder einen Vatergott für das jüdische Volk bei Jesus bis hin zu einem unter griechischem Einfluss entstandenen abstrakten und universellen Weltrichter-Gott, der das Gute in der Welt und im Universum verkörpert. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Die Gottesbilder der Menschen in der Bibel erscheinen mir stets wie die Projektionen dieser Menschen selbst: Der Gott des stolzen Sklavenhalters Abraham ist ein Gott, der Abrahams Streben nach Reichtum (heute würde man es Materialismus nennen) befürwortet und nichts gegen Sklavenhaltung einzuwenden hat. Der Gott des blutrünstigen und auf Ehren bedachten jüdischen Volkes zu Zeiten der Richter ist ein blutrünstiger Gott, dem ein ehrenhaftes Versprechen wichtiger ist als ein Menschenleben und der es zulässt, dass ein Vater seine eigene Tochter zu seinen Ehren als Brandopfer darbietet (Richter 11). Der Gott der imperialistischen Anführer Moses und Josua ist ein imperialistischer Gott, der kriegstreiberisch von seinem Volk verlangt, andere Völker anzugreifen, zu berauben und aus ihrem Land zu vertreiben. Man könnte fast denken, dieser Gott sei im Unterbewusstsein dieses kriegerischen Volkes entstanden, um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen, um sagen zu können: Nicht wir sind schuld an all dem Blut, das an unseren Händen klebt, Gott, der Herr, hat uns beauftragt. Der Gott des selbstgefälligen Königs David ist ein selbstgefälliger Gott, der Nabal dafür, dass er David sein Hab und Gut nicht einfach ohne Wenn und Aber überlässt, mit einem tödlichen Herzanfall bestraft (1. Samuel 25) und der Davids vernachlässigte Frau Michal für ihre nicht grundlos geäusserten Worte der Bitterkeit mit Kinderlosigkeit bestraft (2 Samuel 6:16-23). Der Gott des machthungrigen Königs Salomon ist ein machthungriger Gott, der Salomon dabei unterstützt, seinen Bruder umzubringen, um an die Macht zu kommen (1 Könige 1-2) und dem es nichts ausmacht, dass Salomon Zwangsarbeiter einsetzt, um Gott einen Tempel und sich selbst einen prunkvollen Palast zu bauen (1. Könige 5). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Das alte Testament der Bibel vermittelt einen äusserst negativen Eindruck von den damaligen Menschen und ihren Gottesvorstellungen. Das Adjektiv „primitiv“ setzt sich unweigerlich in meinem Kopf fest, wenn ich in der Bibel lese. Wenn der Gott der damaligen Menschen mehr gewesen wäre als eine Projektion der Mächtigen, wenn dieser Gott wirklich mit den Menschen gesprochen oder auf sonstige Art mit ihnen interagiert hätte, dann hätte er die Menschen doch auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen müssen, anstatt dieses zu befürworten. Mir erscheint es aus heutiger Sicht jedoch plausibler, dass Gott auch damals nicht mit den Menschen kommunizierte und dass die Menschen im Laufe der Jahrtausende selbst ein besseres Gespür dafür entwickelt haben, was richtig und was falsch ist. Nicht, dass wir heute perfekt wären, aber im Vergleich zu damals konnten wir doch einige Aspekte des Erdendaseins verbessern:</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Zu Zeiten Abrahams war Sklavenhaltung an der Tagesordnung. Es galt für Abraham anscheinend als Statussymbol, neben Nachkommen wie Sand am Meer auch Reichtümer und Sklaven zu besitzen, und es schien sein Wunsch gewesen zu sein, von Gott all die von anderen Völkern bewohnten Gebiete von Ägypten bis hin zum Euphrat für seine Nachkommen zu erhalten (Genesis 15). Abraham und Sarah konnten über ihre Sklaven verfügen, wie es ihnen gefiel. Die Sklaven waren willenlos, wurden sexuell ausgebeutet und anschliessend, wenn es zu Eifersüchteleien kam, verstossen (Genesis 16). Abraham legt zahlreiche, dem Menschen ureigene Züge an den Tag: das Streben nach Reichtum und die Angst vor der eigenen Vergänglichkeit, den Wunsch, sich Dinge anzueignen, die einem nicht gehören (heute nennt man das Diebstahl) sowie den Glauben daran, dass er mit Recht Macht über andere Menschen ausübte und zulasten anderer Menschen für sich selbst und die eigenen Angehörigen Glück und Segen erhoffte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Von Abraham über Moses, David und Solomon bis hin zu Paulus betrachten die biblischen Helden Frauen als Untermenschen, über die nach Belieben verfügt werden kann. Der Aufruf Moses zu Massenvergewaltigungen im Krieg gegen die Midianiter wird von der altmodischen Sprache Luthers fast bis zur Unkenntlichkeit verhüllt, doch in seiner nackten Brutalität ist er unmissverständlich: „</span><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">So erwürget nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Weiber, die Männer erkannt und beigelegen haben; aber alle Kinder, die weiblich sind und nicht Männer erkannt haben, die lasst für euch leben.“ (4. Mose 31:17-18) Was mit „die lasst für euch leben“ gemeint ist, wird aus anderen Bibelübersetzungen klar: Die sind für euch, das ist eure Kriegsbeute, mit denen dürft ihr machen, was ihr wollt, die dürft ihr schänden, vergewaltigen und zwangsehelichen. Es fragt sich überdies, wie die Krieger in der Hitze des Gefechts herausfinden konnten, welche der jungen Mädchen noch Jungfrauen waren und welche nicht. Frauen wurden damals nicht beschützt, weder vom in den Augen Gottes rechtschaffenen Lot in Sodom, der den Männern der Stadt anbot, dass sie seine jungfräulichen Töchter schänden dürfen, wenn sie dafür die beiden Engel, die bei ihm zu Gast waren, in Ruhe liessen (Genesis 19:8) noch von Abraham und Isaak, die ihre Frauen bei fremden Königen als ihre Schwestern ausgaben und nichts unternahmen, wenn die Könige ihre Frauen zu sich nahmen, um sich an ihnen zu vergreifen (Genesis 12:10-20 Abraham in Ägypten, 20:1-8 Abraham in Gerar bei König Abimelech, Genesis 26:1-10, Isaak in Gerar bei König Abimelech – man beachte dabei die Ähnlichkeit der drei Geschichten: Abraham war beim zweiten Mal nicht klüger, obwohl der ägyptische König fürchterlich für Abrahams Feigheit büssen musste, und auch sein Sohn Isaak lernte nichts aus den Fehlern des Vaters. Erstaunlich ist auch, dass Sara im hohen Alter von 90 Jahren noch immer so verführerisch aussah, dass König Abimelech sie zu sich holen liess.) oder von den Männern zur Zeit der Richter, als ein Levit – und das ist der Gipfel der Feigheit – seine junge Konkubine von Betrunkenen und Perversen eine ganze Nacht lang schänden und vergewaltigen liess (zu Tode ficken, wie man heute sagen würde) ohne, dass er eingriff, und alles nur, damit er im Nachhinein einen Vorwand hatte, gegen die Bewohner von Gibea einen Krieg zu beginnen (Richter 19). Auch die Gesetze, die Jahwe Moses auf dem Berg Sinai übermittelt haben soll, sehen keinen Schutz für Frauen vor: Wenn ein Mann eine junge Frau, die noch nicht verlobt ist, vergewaltigt, dann soll er ihrem Vater den Brautpreis zahlen, sie ehelichen und darf sich nie mehr von ihr scheiden lassen (5 Mose 28-29). Falls ein Mann in einer Stadt eine verlobte Frau vergewaltigt, dann müssen beide gesteinigt werden. Der Mann, weil er mit einer verlobten Frau geschlafen hat und die Frau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl man sie in der Stadt hätte hören können (5 Mose 23-24). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Auf Jahwes Geheiss waren die Israeliten in alttestamentlichen Zeiten äusserst kriegerisch, brutal und rassistisch. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gott Sebaot ein Heerführer, ein Kriegsgott, war. Um ihren Gott freundlich zu stimmen, mussten die Israeliten ihrem Gott sinnlos Tiere opfern: Am Geruch dieser Brandopfer fand der Herr Wohlgefallen (4 Mose 1:13). Und in Kriegszeiten befahl Jahwe, dass unschuldige Pferde, die keine Wahl hatten, ob sie in den Krieg ziehen wollten oder nicht, verstümmelt würden (Josua 11:9). Rassismus und Ausgrenzung grassieren im Alten Testament: kastrierte Männer, Männer, deren Penis abgeschnitten worden war, sowie unehelich geborene Kinder und deren Nachfahren bis zur 10. Generation durften nach Jahwes Anweisungen nicht ins Volk der Israeliten aufgenommen werden (5 Mose 23:1-2). Ausserdem galten Männer mit körperlichen Gebrechen, Blinde, Lahme, Entstellte oder anderweitig körperlich Behinderte, Menschen mit verkrüppelten Händen oder Füssen, mit einem Buckel, Kleinwüchsige, Menschen mit Augen- oder Hauterkrankungen sowie Eunuchen als unrein und durften nicht als Priester dienen und Opfer darbringen (3 Mose 21:18-20). Ethikgesetze schienen nur gegenüber Israeliten zu gelten: Die Israeliten durften andere Israeliten nicht als permanente Sklaven halten. Die Kinder von Ausländern hingegen durften versklavt werden und mussten ihren israelitischen Besitzern ihr ganzes Leben lang dienen (3 Mose 25:44-46). Ganze Völker, auch friedliche, wurden dahingerafft, unter dem Vorwand, dass sie ihr Land verunreinigt hätten und es nicht verdienten, weiterhin dort zu leben. Wenn immer soziale Probleme auftauchten, gab es für den Kriegsgott Jahwe nur eine Lösung: Tötung. Als sich die Israeliten bei Jahwe wegen ihren Nöten beklagten, wurde er wütend und schickte ihnen Feuer, das ihr Lager versengte (4 Mose 11:1), als ein Mann an einem Sabbat Holz zum Anfeuern sammelte, rief Jahwe die Israeliten dazu auf, den Mann zu steinigen (4 Mose 15:32-36), als die Israeliten sich erneut beklagten, sandte Jahwe giftige Schlangen, die viele Menschen bissen und töteten (4 Mose 21:6), als die Israeliten die Hethiter, Girgasiter, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter überfallen sollten, befahl Jahwe, dass all diese Völker umgebracht werden müssten: Bündnisse zu schliessen, Gnade walten zu lassen oder Frauen dieser Völker zu heiraten war den Israeliten verboten (5 Mose 7:1-4), Traumdeuter und Propheten, die den Israeliten rieten, sich gegen Jahwe aufzulehnen, liess er umbringen (5 Mose 13:5) und auch Menschen, die die Israeliten dazu ermutigten, andere örtlich ansässige Götter zu verehren, waren gnadenlos zu ermorden (5 Mose 7:7-9), Menschen, die andere Götter, die Sonne oder die Sterne anbeteten, mussten gesteinigt werden (5 Mose 17:7), jedermann, der sich gegen einen Richter oder Priester auflehnte, war ebenfalls zu töten (5 Mose 17:12), wenn ein Sohn starrsinnig und rebellisch war und Geld für Alkohol verschwendete, musste er durch Steinigung hingerichtet werden (5 Mose 21:20-21), wenn ein Mann, eine Frau und ihre Mutter gleichzeitig heiratete, mussten alle drei verbrannt werden (3 Mose 20:14) und wenn Männer oder Frauen sexuelle Kontakte mit Tieren hatten, so musste auch das arme, unschuldige Tier das Zeitliche segnen (3 Mose 20:15-16). Angesichts all dieser Aufrufe Jahwes zur Ermordung und zum grausamen Abschlachten von Menschen und Tieren ist es mir schleierhaft, warum eines der zehn Gebot „Du sollst nicht töten“ heisst.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Im Vergleich zu den Angehörigen des Volkes Gottes zu biblischen Zeiten machen sich heutzutage viele Menschen Gedanken über den Sinn und Unsinn des Strebens nach Geld und Macht, viele Menschen verspüren den Wunsch, armen Menschen zu helfen und Geld zu spenden, andere setzen sich in Wohltätigkeitsorganisationen ein und überlegen sich, wie die Reichtümer dieser Welt gerechter verteilt werden könnten. Sklaverei wurde im Westen vor über 100 Jahren abgeschafft, und wenn immer neue oder bisher wenig bekannte Formen der Sklaverei – Frauenhandel oder Kinderarbeit – ans Licht kommen, setzen sich die Menschen zusammen und suchen nach Lösungen, um ein erneutes Umsichgreifen dieser Arten der Sklaverei zu unterbinden. Das Bewusstsein der Menschen, dass wir alle gleich sind und einander respektieren müssen, ist im Laufe der Jahrhunderte gewachsen. Heutzutage geht ein Aufschrei des Entsetzens durch die Reihen, wenn aufgedeckt wird, dass in einem Krieg Frauen massenweise vergewaltigt wurden. Es wird versucht, Täter vor internationalen Gerichtshöfen zur Rechenschaft zu ziehen, und selbst wenn dies nicht immer gelingt, ist es heute dank der Genfer Konventionen unvorstellbar, dass ein Politiker ungestraft und in aller Öffentlichkeit wie Moses dazu aufruft, Kinder und Frauen massenweise umzubringen oder zu vergewaltigen. In Europa diskutieren Rechtsexperten über die genaue Definition von Vergewaltigung und häuslicher Gewalt, um der Ausbeutung von Frauen endgültig einen Riegel zu schieben. Tiere werden im Westen heute mehr geachtet als unter den Israeliten zu Zeiten Moses: Das Schächten von Tieren ist in manchen Ländern verboten und verpönt, viele Menschen verzichten auf den Konsum von Tierprodukten und demonstrieren gegen Tierquälerei. Die Menschen versuchen heutzutage, miteinander über die Kulturen und Religionen hinweg einen Dialog zu führen. Das Bewusstsein, dass wir Menschen alle zusammengehören, wächst immer mehr in unseren Gesellschaften und es wird versucht, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem alle friedlich zusammenleben können: Menschen demonstrieren gegen Rassismus, solidarisieren sich mit den Unterdrückten und lernen die Sprachen anderer Völker, Männer und Frauen aus unterschiedlichen Kulturen kommen sich näher, heiraten und lernen voneinander. Die Kulturen vermischen sich.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH">Und genau diese globale Entwicklung erachten die modernen Christen als eine Gefahr, denn wenn Kulturen aufeinander zugehen, bedeutet dies oft auch ein Loslassen des Alten und im religiösen Bereich ein Loslassen der eigenen Intoleranz. Die Christen glauben, dass die kulturelle Öffnung der Gesellschaften, die Toleranz anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber und der Weltfriede Versuchungen des Teufels und Anzeichen der Endzeit sind. Alle positiven Entwicklungen in der Welt erachten sie als Täuschungen des Teufels. Die Menschen bewegen sich ihrer Ansicht nach unwissend und naiv ihrem eigenen Untergang entgegen und erkennen die fiesen Tricks des Teufels nicht. Warum aber der liebe Vatergott Jahwe diesem Elend untätig zuschaut und die unwissenden Menschen nicht aus den Fängen des Teufels befreit, können die Christen nicht erklären. Schnöde werfen sie den Ausdruck „freier Wille“ in die Runde, sie spucken ihn dem verängstigten Suchenden fast ins Gesicht und machen den Menschen in seiner spirituellen Verzweiflung verantwortlich dafür, die Machenschaften des spirituellen Gegenspielers Jahwes, des Teufels, nicht zu durchschauen. Wie sollte aber ein Mensch in der Lage sein, die Spiele der Götter aufzudecken? Das hat doch nichts mit freiem Willen zu tun. Die Christen berauben die Menschen ihrer natürlichen Urteilsfähigkeit, indem sie behaupten, dass die Bibel das Wort Gottes ist, dass Jahwe das Gute verkörpert und der Teufel das Böse, ohne dafür Beweise vorzulegen. Wenn wir ehrlich sind, überzeugt keine der beiden Gottheiten wirklich durch Liebe: Ich könnte Tausende von durch Jahwe verübte oder verordnete Schreckenstaten aufzählen, ohne viel nachdenken zu müssen, aber mir kommt keine einzige Situation in den Sinn, in der Jahwe den Menschen, ohne im Gegenzug etwas von ihnen zu erwarten, Gutes getan hätte. Der Teufel wird viel seltener erwähnt in der Bibel, aber schlimmer als die Taten Jahwes sind auch seine Taten nicht, wie mir scheint. Die Grenze zwischen dem biblischen Gott Jahwe und dem Teufel ist fliessend, und an manchen Stellen wussten nicht einmal die Verfasser des heiligen Buches selbst, ob es nun Jahwe oder der Teufel war, der zur Rechenschaft zu ziehen sei: Während es in 2 Samuel 24 Jahwe ist, der David dazu veranlasst, das jüdische Volk mit einer Volkszählung zu ärgern, so ist es gemäss 1 Chronik 21 der Teufel, der David zu besagter Handlung veranlasst. Die beiden Bibelstellen zeigen sonnenklar, dass Jahwe in seiner Willkür zu genau den gleichen bösen Taten fähig war wie der Teufel. Wenn Jahwe wirklich der Weltrichter-Gott ist, unter dessen Herrschaft oder Tyrannei die Erretteten in Ewigkeit leben werden, dann muss ich mich ernsthaft fragen, ob ich wirklich ewiges Leben will. Wenn es ewiges Leben gibt, dann sollte dieses von einem wirklich gerechten Gott geschenkt werden, der niemanden wegen seines Unverständnisses in spirituellen Dingen für alle Ewigkeiten verdammt, der nicht ausgrenzt und die Menschen in Spreu und Weizen sortiert, der kein Menschenopfer fordert, um vergeben zu können, sondern der in Liebe alle Menschen eins werden lässt, der den Weltfrieden und kulturelle Vermischung liebt, der auch verwirrte Menschen annimmt, tröstet und aufrichtet und den die Menschen an seinen guten Früchten erkennen können. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;" lang="DE-CH"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:small;font-family:Times New Roman;"> </span></p>
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		<title>,Was mich zum Stutzen brachte</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 11:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Christen gehen stets davon aus, dass ich dem Christentum den Rücken gekehrt hätte, weil ich von anderen Christen verletzt worden wäre. Sie fragen nicht einmal nach, ob dem wirklich so sei. Vielmehr gehen sie dazu über, mir zu erklären, dass Christen auch nur Menschen seien und Fehler machen würden. Manche gehen sogar soweit, dass [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=31&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die Christen gehen stets davon aus, dass ich dem Christentum den Rücken gekehrt hätte, weil ich von anderen Christen verletzt worden wäre. Sie fragen nicht einmal nach, ob dem wirklich so sei. Vielmehr gehen sie dazu über, mir zu erklären, dass Christen auch nur Menschen seien und Fehler machen würden. Manche gehen sogar soweit, dass sie sagen, der einzige Unterschied zwischen Christen und Nichtchristen sei, dass die Christen eines Tages erlöst würden, weil sie für ihre Schlechtigkeit Vergebung in Anspruch nehmen, und die Nichtchristen – weil sie im Gegensatz zu den Christen ihre eigene Schlechtigkeit nicht erkennen – die Ewigkeit in der Hölle zubringen. Abgesehen davon, dass dies nicht mit Jesu Weisung<span>  </span>„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ im Einklang steht und ein vom Heiligen Geist beseelter Christ gemäss unzähligen Hinweisen in den Evangelien und den Paulusbriefen tatsächlich ein besserer Mensch sein sollte, hat meine Abkehr vom Christentum nur sehr wenig mit dem Verhalten der Christen zu tun. Wie jeder andere Mensch wurde ich natürlich von Menschen – Christen wie auch Nichtchristen – verletzt und wie die meisten anderen Menschen bin ich darüber hinweggekommen, habe ich vergeben und mit meinem Leben weitergemacht. Was mich wirklich vom christlichen Glauben wegbrachte, ist die Bibel.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Bald zwei Jahre ist es nun her, seit ich beschlossen habe, die Bibel chronologisch, von A-Z zu lesen, damit ich mich auf meiner Suche nach Gottes Willen nicht mehr auf Priester und Seelsorger verlassen müsste, die sich alle gegenseitig widersprachen, sondern in der Lage wäre, Gottes Wort, wie ich es damals nannte, selbst zu verstehen und Antworten für mein Leben zu finden. <span> </span>Als ich mit dem Lesen von Genesis begann, war ich noch felsenfest davon überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist und dass man für alle Ungereimtheiten eine Erklärung finden würde. Ich glaubte auch, dass sämtliche christlichen Grundsätze – Erbsünde, <span> </span>freier Wille und Erlösungsbedürftigkeit – klar mit der Bibel zu begründen seien. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Natürlich staunte ich nicht schlecht, als ich erkannte, dass diese für das moderne Christentum grundlegenden Konzepte gar nicht im Alten Testament vorhanden waren und dass die Erzählung über Adam und Eva erst im Nachhinein von Paulus so uminterpretiert wurde, dass die Verbannung aus dem Garten Eden als Symbol für den geistigen Tod der Menschheit zu betrachten wäre. Man stelle sich das einmal vor: Über mehrere tausend Jahre hinweg hätte das Volk Gottes im Lichte von Paulus’ Auslegung nicht die geringste Ahnung davon gehabt, dass jeder Mensch in Sünde geboren war, nicht vor dem HERRN bestehen konnte und nach dem Tod für alle Ewigkeiten verloren wäre. Und Gott schien sein Volk laut Bibel in diesem fatalen Glauben auch noch zu bestärken, indem er ihm weismachte, dass es tatsächlich Menschen gibt, an denen er Gefallen findet: „Noah war ein GERECHTER Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen; Noah lebte mit Gott“ (Genesis 6:9), „Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich GERECHT vor mir erfunden in dieser Generation.“ (Genesis 7:1). Auch das Gespräch zwischen Abraham und dem HERRN in Genesis 18 deutet klar darauf hin, dass sogar im Sündenpflaster Sodom unschuldige Menschen lebten. Und siehe da, der HERR beschliesst tatsächlich, Lot und seine Töchter zu retten, weil sie unschuldig sind. Die Begriffe, „gerecht“, „untadelig“ und „unschuldig“, haben nichts, aber auch gar nichts, gemeinsam mit den Worten „sündhaft“, „schuldig“ und „böse“, mit denen gewöhnlich das moderne Christentum die Menschen beschreibt. Wenn Paulus’ Auslegungen stimmen und die Menschen tatsächlich alle – ausnahmslos – vor Gott schuldig sind, warum hat Gott dann seinem Volk mehrere tausend Jahre lang nicht die Wahrheit gesagt? Warum hat Gott manche Menschen im falschen Glauben, dass sie sich nichts vorzuwerfen hätten, gelassen? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Das Konzept der Schuldhaftigkeit der Menschen kommt auch in späteren Epochen nicht zum Ausdruck. Gott unterlässt es im ganzen Alten Testament, seinem Volk klar zu erklären, dass alle Menschen Sünder sind und eines Erlösers bedürfen. Von vielen Königen, einschliesslich König David, sagt die Bibel, dass der HERR an ihnen Gefallen fand: „[…] mein Knecht David, DER MEINE GEBOTE BEWAHRT HAT und mir nachgefolgt ist mit seinem ganzen Herzen, dass er NUR TAT, WAS RECHT IST IN MEINEN AUGEN […] (1 Könige 14:8). Aus diesem Satz lernen wir erstens, dass Gott – anders als uns die Christen weismachen wollen – der Ansicht ist, dass die Menschen in der Lage sind, seine Gebote zu bewahren und zweitens, dass der Mensch das Rechte tun kann und nicht, wie die Christen behaupten, nur zu Bösem in der Lage ist. Die Einschränkung, die die Bibel im nächsten Abschnitt (Könige 15:5) macht: „[…]weil David getan hatte, was recht war in den Augen des HERRN, und […] nicht abgewichen war alle Tage seines Lebens, ausser in der Sache mit Uria, dem Hetiter“ sowie die in einem früheren Abschnitt abgegebene Erklärung des HERRN, dass David dem HERRN keinen Tempel bauen dürfe, weil zuviel Blut an seinen Händen klebe, bringen einerseits zum Ausdruck, dass der Gott des Alten Testaments nicht annähernd so hohe Ansprüche an die Menschen stellte, wie die Christen glauben, wenn sie von den bewussten und den unbewussten, den versteckten Sünden und den Sünden des Herzens sprechen, und andererseits, dass die Bibel in ihren Aussagen nicht konsistent ist.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Die nicht miteinander zu vereinbarenden Widersprüche in der Bibel waren ein weiterer Faktor, warum ich aufgehört habe, an die Bibel zu glauben. Die Tatsache, dass auf einer Seite ein Konzept ausgedrückt werden konnte, das durch eine Aussagen auf der nächsten Seite völlig in Abrede gestellt wurde, weckte Erinnerungen an meinen muslimischen Ex-Mann, der nach jedem gescheiterten Versuch, an der Bibel Gefallen zu finden, meinte, dieses Buch lese sich so wie ein von einem Kleinkind verfasster Aufsatz. Und ich musste zugeben, dass auch mir manchmal ein Aufsatz in den Sinn kam, den ich einst korrigierte und der mit „…und dann war ich tot“ endete. Die Bibel steckt voller unlogischer Aussagen, die mich daran zweifeln liessen, dass sie wirklich Gottes Wort ist. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Für mich verliert das Alte Testament als Wort Gottes in Genesis 4:20-21 erstmals ernsthaft an Glaubwürdigkeit. Hier versucht der Autor, einen historischen Bezug zu seiner Gegenwart herzustellen: „Und Ada gebar Jabal; dieser wurde der Vater derer, die in Zelten und unter Herden WOHNEN (Präsens). Und der Name seines Bruders war Jubal; dieser wurde der Vater all derer, die mit der Zither und der Flöte UMGEHEN (Präsens).“ Die Präsensform in Genesis 4:20-21 ist meines Erachtens äusserst verwirrend: Bibeltreue Christen glauben, dass Moses der Verfasser von Genesis ist, während manche Bibelwissenschaftler davon ausgehen, dass mehrere Autoren des 8. Jahrhunderts vor Chr. an Genesis gearbeitet haben. Ganz unabhängig davon wurde der Text mit Sicherheit erst nach der Sintflut, falls eine solche jemals stattgefunden hatte, verfasst, und die nachsintflutlichen Beduinen und Musiker, von denen hier die Rede ist, können kaum von Jabal und Jubal aus der Zeit vor der Sintflut abstammen, da keiner dieser Vorväter seine Gene an Noah, den einzigen Überlebenden der Sintflut, weitergeben konnte, da Noah von Seth abstammte, während Jabal und Jubal die Nachfahren von Kain waren. </span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Anfangs versuchte ich, diese kleinen Ungereimtheiten als literarische Ausrutscher zu betrachten, aber je länger ich Genesis las, umso mehr logische Mängel fielen mir auf: Wie konnte es beispielsweise möglich sein, dass Abrahams Konkubine Hagar, nachdem sie von Abraham verstossen wurde, ihren 14 Jahre alten Sohn Ismael durch die Wüste TRUG, und als sie vor Durst und Erschöpfung nicht mehr konnte, den TEENAGER unter einen Busch WARF? Ist ein 14-Jähriger nicht stark genug, um selbst durch die Wüste zu gehen?</span></p>
<p><em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Und Abraham machte sich früh am Morgen auf, und er nahm Brot und einen Schlauch Wasser und gab es der Hagar, legte es auf ihre Schulter und [gab ihr] das Kind und schickte sie fort. Da ging sie hin und irrte in der Wüste von Beerscheba umher.“</span></em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> (Genesis 21:14)</span></p>
<p><em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Als aber das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen der Sträucher“</span></em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"> (Genesis 21:15)</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Als ich noch glaubte, suchte ich lange nach einer plausiblen Erklärung für dieses seltsame Verhalten. Vielleicht dauerte die Entwicklung der Menschen damals länger, was auch erklären würde, warum die Menschen in der Bibel so viele hundert Jahre alt wurden? Doch diese Antwort verwarf ich bald wieder, weil dann bestimmt auch die Schwangerschaft der Gattung Mensch etwas länger gedauert hätte, was jedoch gemäss Prophezeiung in Genesis 18:14 nicht – oder höchstens beschränkt – zutrifft:</span></p>
<p><em><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">„Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen über ein Jahr, so soll Sara einen Sohn haben.“</span></em></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Heute, nach all den kritischen Gedanken, die ich mir zur Bibel gemacht habe, ist die Antwort auf die Frage nach dieser Ungereimtheit in meinen Augen klar: Der Verfasser des Textes hat schlichtweg vergessen, dass Ismael aufgrund der Altersangaben ein paar Seiten weiter vorne kein Kleinkind mehr sein konnte und nicht mehr auf Mamas Rücken getragen werden konnte. Ein sehr menschlicher Fehler, aber ein Fehler, der mich zum ersten Mal im Leben daran zweifeln liess, dass die Bibel wirklich Gottes unfehlbares Wort ist.</span></p>
<p><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Eine ähnliche Ungereimtheit findet man in der Geschichte von Josef, der von seinen Brüdern an Handelsleute verkauft wurde, nach Ägypten kam und dort dank seinen prophetischen Traumdeutungen zum höchsten Ratgeber des Pharaos wurde. Als in seinem Heimatland eine Hungersnot ausbrach, holte er seinen ganzen Clan nach Ägypten. Sein Vater Jakob und alle seine Brüder kamen. Angesichts der sprichwörtlichen Familienzusammengehörigkeit in nahöstlichen Ländern dürfte man davon ausgehen, dass Jakob einen engen Kontakt mit seinem lange Jahre tot geglaubten Sohn Josef gepflegt hätte. Seltsamerweise war dem aber nicht so: Nachdem Jakob schon 17 Jahre in Ägypten gelebt hatte (Genesis 47:28), brachte Josef seine Söhne Efraim und Manasse, die bereits um die 20 waren, zu Jakob, auf dass dieser seinen Söhnen den Segen erteilen konnte. Als die beiden jungen Männer vor Jakob standen, fragte Jakob „Wer sind diese?“ (Genesis 48:8). Man führe sich das einmal<span>  </span>vor Augen: Ein Grossvater, dem es fast das Herz gebrochen hätte, als man ihm mitteilte, sein liebster Sohn sei von wilden Tieren zerfleischt worden, findet nach Jahren heraus, dass der geliebte Sohn noch lebt, reist zu ihm nach Ägypten und verbringt seinen Lebensabend in seiner Nähe und lernt dabei nicht einmal seine eigenen Grosskinder kennen? Das ist nicht glaubwürdig: Entweder ist das ständige Gerede von Liebe zwischen Vater und Sohn und Familienzusammenhalt nichts als heisse Luft oder aber der Verfasser des Textes hat einmal mehr vergessen, was er auf den vorherigen Seiten zu Papier gebracht hatte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin:0;"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">Mit der Zeit begann ich, all diese kleinen Ungereimtheiten herauszusuchen. Mir wurde bewusst, dass das Alte Testament in einem Stil verfasst ist, der den intellektuellen Fähigkeiten und dem Kenntnisstand der damaligen Menschen entsprach und mehr nicht. Nicht in dem Sinne, wie die Christen die Ungereimtheiten wegzuerklären versuchen, dass Gott so mit den Menschen gesprochen hätte, wie sie es damals verstehen konnten, denn Gott hätte den damaligen Menschen Dinge auch mit einfachen Worten erklären können, ohne Ungereimtheiten einzubringen, sondern im Sinne, dass die Menschen damals einfach so schrieben, wie sie es gemäss ihren Fähigkeiten und ihrem Wissenstand vermochten: mit vielen Ungereimtheiten, einem Haufen falscher Vorstellungen, mit viel Aberglauben und oftmals mit einer naiv betrügerischen Autorenhaltung, aber nicht durch göttliche Inspiration. Mir fällt dazu ein Vergleich zur Malerei ein: Bevor in der Malerei die Perspektive entdeckt wurde, konnten die Maler die Dinge, die sie malten, räumlich nicht richtig darstellen. Sie malten Dinge übereinander und nebeneinander, die eigentlich hintereinander gewesen wären. Ähnlich, denke ich, verhält es sich mit den Texten des Alten Testaments: die Wirklichkeit, wie die Menschen sie damals sahen, wurde in naiv dilettantischer Weise zu Papier gebracht, und die Bibel sollte heute als das betrachtet werden, was sie ist: ein spannendes Zeugnis von der geistigen und literarischen Entwicklung eines semitischen Volkes.</span></p>
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		<title>Verkehrtes Bibellesen (oder wenn Fundamentalisten lügen)</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 15:42:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich sah in ihren Augen eine Mischung aus Leidenschaft, Furcht und Kreuzzugsfeuer. Ich wusste, dass sie log. Oder vielleicht flunkerte. Der Zweck heiligt die Mittel, musste sie sich gesagt haben, als sie mir nach einer kurzen Sekunde der Sprachlosigkeit, wie es mir erschien, in die Augen blickte und sagte: &#8222;Ja, ich habe die Bibel gelesen, vorwärts [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=25&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sah in ihren Augen eine Mischung aus Leidenschaft, Furcht und Kreuzzugsfeuer. Ich wusste, dass sie log. Oder vielleicht flunkerte. Der Zweck heiligt die Mittel, musste sie sich gesagt haben, als sie mir nach einer kurzen Sekunde der Sprachlosigkeit, wie es mir erschien, in die Augen blickte und sagte: &#8222;Ja, ich habe die Bibel gelesen, vorwärts und rückwärts habe ich sie gelesen&#8220;.  Das &#8222;vorwärts und rückwärts&#8220; hätte sie sich sparen können. Ja oder Nein soll Euer Wort sein, alles weitere ist vom Teufel. Und hier war die Ergänzung ein Hinweis darauf, dass sie sich nicht wohl fühlte in ihrer Haut, dass sie mir nicht die ganze Wahrheit sagte. Aber natürlich entwaffnete sie mich mit dieser Aussage, denn ich kann ja nicht einfach weiter behaupten, dass sie die Bibel nicht gelesen hat, wenn sie mir als Christin ihr Wort gibt. Ich kann mir auch vorstellen, wie sie ihre Lüge rechtfertigt: Durch Bibelzapping, wie es unter Christen in Hauskreisen praktiziert wird, hat sie vermutlich tatsächlich irgendwann einmal etwas aus jedem Buch der Bibel gelesen, einen Spruch, einen Absatz, eine Prophezeihung, und vielleicht war ihr Bibelstudium sogar so intensiv, dass sie im Laufe der Jahre zufälligerweise wirklich alle Teile der Bibel irgendwann schon einmal gelesen hat. Aber sich durch ein Buch zu zappen bedeutet nicht, ein Buch richtig gelesen, geschweige denn verstanden zu haben. Wer würde schon einen Krimi auf den letzten Seiten aufschlagen, da, wo sich alle Fäden zusammenziehen und das Verbrechen aufgeklärt wird,  und dann mit den dort gewonnenen Informationen an den Anfang des Buches gehen und alles im Lichte der Erkenntnisse der letzten Seiten lesen? Wer würde irgend ein anderes Buch zuerst im hinteren Drittel lesen, bevor er mit dem Anfang beginnt? Genau das aber machen die Christen mit der Bibel. Sie schlagen die Bibel bei Johannes auf und lesen danach das ganze alte Testament im Lichte des Vatergottes, der die Welt so sehr liebte, dass er seinen eingeborenen Sohn an ein Kreuz nageln liess, auf dass dieser die Sünden der Menschheit auf sich nehme, damit jeder, der an ihn glaubt nicht verloren geht sondern ewiges Leben bekommt&#8230; Mit diesem den alten Juden äusserst fremden Gedanken im Herzen lesen sie sich dann durch das alte Testament hindurch und suchen fieberhaft nach Hinweisen und Prophezeihungen, die auf Jesus hindeuten. Auf diese Weise lesen sie Dinge in die alten Texte hinein, die von den damaligen Autoren weder explizit gesagt noch implizit beabsichtigt wurden. Dass derselbe Gott, der alle Menschen liebt und ihnen ein Vater sein will, im alten Testament verordnete, dass unschuldige Völker ermordet und dahingerafft wurden, dass Tiere für religiöse Rituale geschlachtet und geopfert wurden, dass Kriege geführt und Städte erobert wurden, erklären sie mit einem schnöden &#8220;Jesus ist gekommen, um all diese Gesetze ausser Kraft zu setzen!&#8220;. Auge um Auge, Zahn um Zahn gelten nicht mehr. Sie wurden durch Vergebung und Nächstenliebe ersetzt. Wenn man jedoch genau erfahren möchte, welche jüdischen Gesetze denn heute noch gelten und welche nicht, gibt es kaum Einigkeit unter den Christen. Nur Menschen, die die Bibel nicht chronologisch in ihrem historischen Kontext gelesen haben, können behaupten, dass Gott all die Gesetze, die er Moses auf dem Berg Sinai übergeben hatte, auf einmal für nichtig erklärte. Die Christen haben meist sehr ungenaue Vorstellungen der jüdischen Gesetze: Der Gedanke, dass kein Mensch diese Gesetze einhalten könnte und vor Gott gerecht dastehen könnte, war den alten Juden unbekannt. Dass die Menschen das Gesetz perfekt einzuhalten hätten, wurde gar nicht  erwartet. Erst der christliche Gedanke von ewigem Leben brachte diesen Absolutheitsanspruch mit sich. Wenn man das alte Testament liest, wird einem schnell klar, dass es sich um ein durchaus einhaltbares, wenn auch manchmal sehr unmenschliches und brutales Gesetz handelte. Genau diese grausamen Aspekte des jüdischen Gesetzes können viele moderne Menschen nicht mehr mit ihren eigenen Werten vereinbaren und deshalb suchen sie Zuflucht im friedvollen und ach so menschlichen Christentum. Dabei verdrängen sie, dass derselbe Gott, den sie als ihren himmlischen Vater verehren, im alten Testament Tieropfer forderte und zu Krieg aufrief. Wieso sollte Gott anordnen, dass täglich unschuldige Schafe und Rinder zu seinen Ehren geopfert werden, nur um ein paar Tausend Jahre später die Menschen erkennen zu lassen, wie grausam das war und das Gesetz für nichtig zu erklären? Warum sollte ein Gott der Vergebung hartherzig die Todesstrafe für Nichtigkeiten (vor- und ausserehelicher Geschlechtsverkehr bei Frauen, Nichteinhalten des Sabbats) verordnen und von den Menschen erwarten, dass sie sich alles vergeben? Ist es überhaupt möglich, den Gott Jahwe des Alten Testaments mit dem Abba-Gott des neuen Testaments zu vereinbaren? Ist dieser Gott wirklich derselbe oder handelt es sich bei den christlichen Erklärungen nur um einen hilflosen Versuch, eine grausame Gottheit aus alten hebräischen Schriften und Sagen mit Erklärungen aus einer ganz anderen, der christlich hellenistischen Gedankenwelt, zu rechtfertigen?</p>
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		<title>Kriegsverweigerung</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 12:48:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirjam</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich werde nicht in den Krieg ziehen für eine Gottheit &#8211; nicht für den Fürsten dieser Welt und auch nicht für Jahwe. Ich werde mir keine Waffenrüstung umziehen &#8211; nicht für Belial und auch nicht für Jesus. Ich will nichts zu tun haben mit den Kriegen der Götter. Geistige Kampfführung übersteigt meine menschlichen Fähigkeiten, ich kann [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com&amp;blog=3714989&amp;post=18&amp;subd=suchenachgottalleimgleichenboot&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde nicht in den Krieg ziehen für eine Gottheit &#8211; nicht für den Fürsten dieser Welt und auch nicht für Jahwe. Ich werde mir keine Waffenrüstung umziehen &#8211; nicht für Belial und auch nicht für Jesus. Ich will nichts zu tun haben mit den Kriegen der Götter. Geistige Kampfführung übersteigt meine menschlichen Fähigkeiten, ich kann keine Verantwortung übernehmen für spirituelle Gefahren, in die mich die Götter bringen.</p>
<p>Woher will ich wissen, dass Jahwe das Gute verkörpert und Baal das Böse? Was ist besser an einem Kriegsgott, dem Gott Sabaoth, als an einem Fruchtbarkeitsgott? Ist Jahwe nur deshalb gut, weil er der Gott der Juden ist? Wie kann sich der Mensch für das Gute und gegen das Böse entscheiden, wenn ihm als einzige Entscheidungsgrundlage ein voreingenommenes Buch gegeben wird? Wer ist der &#8222;Gott der Bibel&#8220;? Heisst er El? Heisst er Jahwe? Heisst er Jesus? Ist er der Vorsitzende oder nur einer aus dem Kreise der Elohim? Antworten werde ich keine finden, denn um spirituelle Wahrheiten zu verstehen, muss man spirituelle Wege beschreiten, und das verbietet einem die Christenheit. Sein Inneres auf anderen Wegen als durch den Glauben an die Bibel zu erkunden, erachten die Christen als okkult.</p>
<p>Nur glauben darf man. Glauben an Jahwe, obwohl seine Gefolgsleute lügen und Unrecht tun, obwohl sein Buch vor Ungereimtheiten strotzt. Glauben an ein Buch, das aus einer subjektiven Haltung heraus verfasst wurde und dem Leser niemals ein objektives Bild verschaffen kann. Glauben an Wunder, auch wenn man nie eines erlebt hat. Glauben an Übersinnliches, aber nur an das, was die Verfasser der Bibel glaubten. Niemals selbst auf die Suche gehen, obwohl die Bibel mit ihren Traumdeutungen, Prophezeihungen und Beschreibungen von übernatürlichen Begebenheiten die Menschen richtiggehend dazu verleitet, den Weg ins Spiritistische zu beschreiten. Blind Glauben.</p>
<p>Ich kann das nicht. Ich kann nicht Partei ergreifen, wenn mir die Mittel zur Wahrheitsfindung fehlen. Ich kann mich nicht für Jahwe und Jesus entscheiden, wenn ich mir kein Urteil bilden kann, wenn ich haltlos bin, weil mein menschlicher Gerechtigkeitssinn in der spirituellen Welt des Christentums nichts zählt. Ich will nichts mit spirituellen Kriegen mehr zu schaffen haben, will nur in Frieden auf dieser Erde leben und darauf vertrauen, dass Gott, wenn es ihn gibt, Verantwortung übernimmt für all die Dinge, die meine Wahrnehmung übersteigen. Er darf uns Menschen keine Verantwortung für die Kämpfe der Gottheiten aufbürden. Das wäre nicht gerecht&#8230;</p>
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